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Montag, 4. April 2016

Staffelfinale bei Mad Men und Dowton Abbey: Über die Kunst, ein gelungenes Serienende zu schreiben

Kennt ihr das? Man traut sich kaum, die DVD einzulegen oder den Streamingdienst anzuwerfen, weil man weiß: Es ist das Ende. Noch ein paar Folgen, dann muss man sich für immer von ihnen verabschieden. Von den Lieblingsfiguren, mit denen man so viel Zeit verbracht hat. Mit denen man sich verliebt, gefürchtet, gefreut hat. Klar, man kann sich die alten Folgen immer wieder ansehen. Aber man wird nichts Neues erfahren. So ein Serienende ist wie ein kleines Sterben. 

Aber man will ja im Guten auseinandergehen, und deshalb ist es umso tröstlicher, wenn sich die Macher für die letzten Episoden viel Mühe geben. Für "Mad Men" kann man das ohne Abzüge behaupten. In der letzten Staffel sind wir in den frühen Siebzigern angekommen, und dass es Zeit für einen Abgesang wird, zeigt sich schon rein optisch: Von der Eleganz der Anfangstage ist nicht mehr viel zu sehen. Den Style bestimmen schrille Muster, die wir nur noch von Omas alter Gardine kennen. Schaut mal hier. Sterling Cooper hat seine besten Tage hinter sich und wird von McCann aufgekauft.

Don Draper: der Roadtrip eines Getriebenen
Was für Don und seine Kollegen wie ein Neustart aussieht, entpuppt sich schnell als Farce: Die Werber verschwinden im Agentur-Moloch und damit in der Bedeutungslosigkeit. Herrlich skurril die Szene, in der Roger Sterling in den leer stehenden früheren Agenturräumen auf einer Elektro-Orgel spielt und Peggy Olson dazu Rollschuh fährt. Die alte Zeit ist vorbei und nur noch für Clownerien gut. Aber der Aufbruch ist für fast alle Figuren auch eine Initialzündung: Don verlässt wortlos ein wichtiges Meeting und fährt einfach los, um sich selbst zu finden. Was er nach vielen Irrungen auch tut. Vielleicht. Joan Holloway stellt sich auf eigene Füße und gründet selbst eine Firma, damit sie endlich die Bedingungen bestimmen kann. Pete Campbell wird reich und kehrt zu seiner Frau zurück, Roger Sterling heiratet mal wieder, und auch Peggy findet die Liebe.



Selbst Betty Draper, inzwischen todkrank, gelingt es, ihren vermutlich letzten Monaten noch einen Sinn zu geben. Hier gibt es keine losen Enden. Jede Figur ruckelt an den passenden Platz, und doch ist es kein "sie leben glücklich bis an ihr Ende". Wir sehen nur eine Momentaufnahme aus ihrem Leben, das für eine Weile in der richtigen Spur läuft. Wie es sich weiterentwickelt wird, ist schwer zu sagen - es werden sicher auch wieder graue Wolken aufziehen. Doch für den Moment ist alles in Balance. So wie Don, der im letzten Bild lächelnd auf einem Hügel unter Hippies meditiert. Die Idylle blendet über in den legendären Coca-Cola Hilltop Spot aus dem Jahr 1971. Eine Kreativ-Idee von Don, die Wirklichkeit wurde? Wer weiß.

Downton Abbey gönnt sich ein Finale mit Zuckerguss
Ganz anders hält es Chefautor Julian Fellowes in der letzten Staffel von Downton Abbey. Am Ende greift er noch einmal ganz tief in die Romantik-Kiste und streut ordentlich Puderzucker drüber. Aber er ist schließlich auch in der Pflicht: hat er den Zuschauern doch schließlich einiges zugemutet. Den tödlichen Autounfall von Matthew, dem Mann von Mary Crawley (Michelle Dockery), die seitdem als blasse Witwe durch die Folgen geisterte. Die unzähligen missratenen Liebschaften von Lady Edith (Laura Carmichael), der man endlich auch einmal ein bisschen Glück wünschte.



In der letzten Staffel wird keiner zurückgelassen. Mary findet ein neues Glück - ausgerechnet mit einem Rennfahrer. Edith bandelt mit Bertie Pelham an und heiratet ihn in der unvermeidlichen Christmas Episode - nachdem sie ihm zuvor endlich ihr uneheliches Kind gebeichtet hat. Carson muss zwar als Butler abtreten, ist aber inzwischen mit Mrs. Hughes verheiratet und findet in Thomas einen passenden Nachfolger, der anderswo nie Fuß fassen konnte. Lady Grantham steigt zur Leiterin eines Hospitals auf, und sogar der trottelige Mr. Molesley findet seine Berufung: als Dorfschullehrer. Das alles ist natürlich arg märchenhaft geraten. Aber da die Serie in Großbritannien in der dunklen Jahreszeit läuft, sei es verziehen. Nach der letzten Folge weiß man dann zumindest: Es ist endgültig vorbei. Und so ist es jetzt auch gut.

Was nicht gut ist? Das Team von "The Good Wife" scheint gerade die letzten Folgen zu drehen...
Ein von Alan Cumming (@alancummingsnaps) gepostetes Video am

Donnerstag, 14. Januar 2016

"Flesh and Bone": Dallas im Ballettsaal

Wer wie ich mit Anna großgeworden ist, kann nicht verleugnen, dass Ballett-Fiction immer noch eine gewisse Anziehungskraft besitzt. Deshalb bin ich auf die Miniserie "Flesh & Bone" gestoßen, eine Produktion von starz, geschrieben von "Breaking Bad"-Autorin Moira Walley-Beckett.

Der Plot folgt den üblichen Mustern, die man auch schon aus "Flashdance" oder "Fame" kennt: Eine junge Tänzerin, mittellos und aus sozial schwierigen Verhältnissen, kommt nach New York, um den großen Durchbruch zu schaffen. Claire Robbins (Sarah Hay) ist aber, und das ist immerhin eine kleine Neuerung, kein unbekannter Anfänger mehr. Sie hat mit 18 schon einmal in einem Profi-Ensemble getanzt, dann aber merkwürdigerweise eine mehrjährige Pause eingelegt. Nun wagt sie ein Vortanzen bei der American Ballet Company - und deren Chef  Paul Grayson (Ben Daniels) pickt sie tatsächlich heraus.

Was dann folgt, ist aber kein Stairway to heaven, sondern ein knallharter körperlicher Trip. Es wird buchstäblich getanzt, bis das Blut fließt. Claire muss sich beweisen. Und weil sie die üblichen Intrigen links liegen lässt, gelingt es ihr bald, die bisherige Prima-Ballerina Kiira, die ihren Zenit bereits überschritten hat, zu überflügeln. Claire soll eine Hauptrolle in der großen Saisoneröffnung übernehmen. Sie trainiert wie eine Besessene, und tanzt damit vor allem der eigenen dunklen Vergangenheit davon. Was es damit genau auf sich hat, ahnt man, als sie unwillkommenen Besuch von ihrem Bruder Brian (Josh Helman) bekommt, mit dem sie eine Vergangenheit teilt, die man vorsichtig ausgedrückt als ungut bezeichnen kann. Missbrauch spielt dabei eine Rolle, Vernachlässigung und emotionale Abhängigkeiten.



Dass sie all dem im Ballettsaal nicht entfliehen kann, merkt Claire recht bald. Denn auch hier sind Unterdrückung, emotionale Erpressung und sexuelle Ausbeutung an der Tagesordnung. So soll sie gleich zu Beginn den reichen Impressario des Ballett-Compagnie als Escort begleiten, um die Finanzierung zu sichern - was im Fiasko endet. Auch die anderen Ensemble-Mitglieder führen keine normalen Beziehungen. Daphne, Tochter reicher Eltern, arbeitet nebenbei als Stripperin im Nachtclub eines russischen Mafioso, der seine Liebe zu Ballerinas wie einen Fetisch pflegt. Claires Mitbewohnerin Mia quält sich mit einer Essstörung und dem Druck, sich aus der zweiten Reihe hervorarbeiten zu müssen, um ihrer übergriffigen Mutter zu gefallen. Claires Beschützer erscheint in Person des verwirrten Romeo, der unter ihrer Eingangstreppe wohnt, und stark an den König der Fischer erinnert. Mehrfach greift er in die Geschichte ein und gibt ihr eine neue Wendung.

"Flesh and Bone": Anmut und Abgründe
Mit rosa Tutus und Wohlfühl-Momenten hat "Flesh and Bone" also rein gar nichts zu tun. Was nach fast jeder Folge zurückbleibt, ist ein latentes Unbehagen. Keine der Figuren will einem so richtig sympathisch werden, zu belastet und mit sich selbst beschäftigt sind sie - und immer bereit, andere zum eigenen Vorteil auszubeuten oder zu belügen. Konsequent in seiner Grausamkeit ist lediglich Compagnie-Chef Paul Grayson, der die Tänzer mit seinen absurden Forderungen immer wieder aufs Neue überrascht, so dass es zum Glück auch ein paar komische Momente gibt. Nach seinem nur kurzen Auftritt in "House of Cards" als Ex von Claire Underwood kann Ben Daniels hier endlich einmal zeigen, was er wirklich kann. Und das ist das eigentlich Sehenswerte.

Kleine Notiz am Rande: Hauptdarstellerin Sarah Hay tanzt im wahren Leben an der Semperoper in Dresden.

Donnerstag, 17. September 2015

Warum man jetzt "Le Havre" von Aki Kaurismäki sehen sollte

Als Fernsehbloggerin etwas über die Situation der Flüchtlinge zu schreiben, kommt mir sehr vermessen vor. Oder nennen wir es ganz altmodisch Demut. Deshalb möchte ich wenigstens einen Filmtipp beisteuern, der vielleicht noch nie so gut gepasst hat wie jetzt gerade.

"Le Havre" von Aki Kaurismäki ist eine Tragikomödie aus dem Jahr 2011 und spielt in der gleichnamigen französischen Hafenstadt. Hier lebt Marcel Marx, der - anstatt Bücher zu schreiben wie eigentlich geplant- , seinen Lebensunterhalt als Schuhputzer verdient. Ein bescheidenes Leben zwischen einem sehr kleinen Häuschen, in dem er mit Ehefrau Arletty unter ärmlichen Bedingungen wohnt, und seiner Stammkneipe, in der er abends herumhängt.

Dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Bei Marcels Frau wird Krebs festgestellt, sie kommt ins Krankenhaus. Und Marcel entdeckt in der Mittagspause Idrissa, einen Flüchtlingsjungen, der im Hafenbecken schwimmt und ihn fragt, ob er in London sei. Kurz davor ist er aus einem Container entkommen, der ihn aus dem Gabun in ein anderes Leben bringen sollte. Die Polizei sucht nach ihm, und Marcel nimmt ihn unter seine Fittiche. Er versteckt ihn und schmiedet Pläne, um Idrissa doch noch nach London zu bringen.

Was mir an "Le Havre" so gefällt: Es passiert alles unaufgeregt. Marcel macht seine Sache so gut, wie er es eben kann - und so hilft er Idrissa am meisten. Und von diesem Unaufgeregten, davon können wir uns alle etwas abgucken.

Wer diesen Film also zu fassen kriegt - unbedingt ansehen. Oder ein wenig warten: Arte zeigt "Le Havre" am 17. November um 20.15 Uhr.


Freitag, 14. August 2015

"The Affair": Hallo, wer liebt hier eigentlich wen?

Eine Serie auf Amazon Prime Instant Video zu empfehlen ist ja immer noch verpönt. In etwa so, als würde man dazu auffordern, sich bei H&M neu einzukleiden. Die Frage ist, wie lange das noch so bleibt, denn rein inhaltlich setzt Amazon gerade dazu an, Netflix mit eigenproduzierten Serien und Zukäufen zu überholen. Ein Beispiel dafür ist die Showtime Dramaserie "The Affair", die Abonnenten der Plattform ab heute sehen können. Und da sie einfach sehr, sehr gut ist, wäre es schade, sie nicht zu empfehlen.

Worum geht es? Noah Solloway (Dominic West, "The Wire"), irgendwo in den 40ern, Lehrer und mäßig erfolgreicher Romanautor, bricht mit seiner Familie in den Sommerurlaub nach Montauk auf. Er hat vier Kinder und ist mit seiner Frau Helen (Maura Tierney, "Emergency Room", "The Good Wife") schon seit Collegezeiten verheiratet. Auf den Urlaub hat er nur mäßig Lust, denn sie steigen bei seinen Schwiegereltern ab. Bruce Butler (John Doman, "House of Cards", "Borgia"), sein Schwiegervater, ist im Gegensatz zu Noah ein Bestsellerautor und wird nicht müde, ihm das unter die Nase zu reiben. Noah stellt sich auf zähe Ferienwochen ein.

Doch dann kommt alles anders: Durch einen Zufall lernt Noah die attraktive Kellnerin Alison Lockhart (Ruth Wilson) kennen und beginnt mit ihr eine leidenschaftliche Affäre. Oder beginnt sie eine Affäre mit ihm? Man weiß es nicht genau: Denn jede Episode wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Mal ist es Noah, der Alison als lasziv und verführerisch sieht. Doch in Alisons Variante ist er es, der sie ständig bedrängt, obwohl sie ihn auf Distanz hält. Obendrein versucht sie, ein tragisches Ereignis aus ihrer Vergangenheit zu bewältigen und ihre angeschlagene Ehe mit Cole Lockhart, dem Sohn einer Ranchbesitzerin, zu retten.

Ruth Wilson spielt diese Rolle faszinierend gut und gewann zu Recht den Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin. Dominic West wirkt neben ihr dagegen seltsam hölzern. Der schroffe Cop aus "The Wire" stand ihm doch besser zu Gesicht als der heiße Liebhaber. Das ändert aber nichts daran, dass "The Affair" äußerst sehenswert ist. Das perfekte Programm für den späten Sommerabend, wenn es irgendwann zu kalt auf dem Balkon wird.

Montag, 22. Juni 2015

True Detective 2: Leiden, leiden und nochmals leiden

Ist der Hype um True Detective 2 gerechtfertigt? Ich habe drei Folgen gesehen und finde: jein. Wenn man die zweite Staffel mit der ersten vergleicht, kann sie eigentlich nur verlieren. Die Besetzung ist weniger spektakulär. Kein charismatischer Matthew McConaughey, auch wenn sich Colin Farrell und Vince Vaughn tapfer schlagen. Auch L.A. als Krimischauplatz ist alles andere als neu. Das Okkulte und die überbordende Natur Louisianas, das Schwitzige und Unheimliche fehlen.

Wenn man True Detective 2 aber als ganz neuen Wurf sieht, und so ist es ja schließlich auch gedacht, hat das Ganze durchaus seinen Reiz. Autor Nic Pizzolatto, der mal wieder alles im Alleingang entwickelt hat, beherrscht die Noir-Krimi Elemente wie derzeit kaum ein zweiter Serien-Autor. Die Bösen haben ihre guten Seiten, die Durchschnittsbürger ihre Abgründe. Besonders schlecht geht es den Männern damit: Hier sind es Ray Velcoro, korrupter Cop und Beziehungs-Zombie (Colin Farrell), Frank Semyon (Vince Vaugh), krimineller Businessman und von Ängsten geplagt, und Paul Woodrugh (Taylor Kitsch), im Kriegseinsatz traumatisiert und unsicher ob seiner sexuellen Orientierung. Diese drei werden durch einen Mordfall miteinander verstrickt - und leiden dann natürlich noch mehr. Es wird überhaupt sehr viel gelitten!

Rachel McAdams: überraschend gut
Der eigentliche True Detective ist diesmal meiner Meinung nach eine Frau: Ani Bezzerides (Rachel McAdams), aufgewachsen in einer Hippie-Kommune und mit ihrem Vater, einer Art Endzeit-Guru, seither zerstritten. Sie scheint - zumindest in den ersten drei Folgen - diejenige zu sein, die ihr Leben als Cop ansatzweise beherrschen kann, auch wenn es ihr viel abverlangt.

Bezzerides und die Schmerzensmänner: Das also sind die vier Protagonisten, die alle einen Koffer voller Tragik mit sich herumschleppen. Die Einführung des Quartetts nimmt beinahe die komplette erste Folge ein - erst dann beginnt der eigentliche Fall. Das schien mir oft zu lang und zu viel, zumal es dann einen Zufall als Kunstgriff braucht, um die Mordermittlung zügig in Gang zu setzen.

Zugute halten muss man True Detective 2: die Atmosphäre stimmt, und auch musikalisch hat man hier alles richtig gemacht, angefangen mit Leonhard Cohens "Nevermind" im Opener. Es spricht also nichts dagegen, die restlichen Folgen zu sehen. Auch wenn die Sogwirkung nicht annähernd so stark ist wie in der ersten Staffel. Ganz lassen kann man es eben doch nicht, das Vergleichen.


Freitag, 15. Mai 2015

Freitags-Flusen: Steven Gätjen, ein Clan und ein paar Vorstadtrocker

Huch, hier ist es aber viel zu ruhig geworden! Habe ich etwa vor lauter Fernsehen alles um mich herum vergessen? Damit ist jetzt aber Schluss. Es hat sich schließlich wieder so einiges getan.

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Gute Serien müssen nicht immer aus den USA kommen. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: "Clan" aus Belgien ist dafür ein tolles Beispiel. Fünf Schwestern, ein toter Schwager und die Frage: Hatte eine von ihnen etwas damit zu tun? ZDFneo zeigt dieses rabenschwarze kleine Meisterwerk ab dem 19.5. als Free-TV-Premiere. Und apropos ZDFneo: Wer sich "Eichwald, MdB" nicht in der Mediathek anschaut, ist selber schuld. Grandios geschrieben und sehr, sehr lustig.

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Steven Gätjen wechselt zum ZDF! Bringt er eine kleine Säge mit, um an Kerners Stuhlbeinen zu sägen? Ich wäre an dessen Stelle auf der Hut. Gätjen zumindest hat moderationstechnisch gesehen alles mitgenommen, was nicht bei drei im Zuschauerraum war: von VIVA über Gülcans Traumhochzeit bis zu TV Total Wettbewerben mit Stockcars, Turmspringern und Wok-Rodlern. Wird er dieses Fachwissen demnächst auch im Fernsehgarten einbringen?

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Vor lauter Bohei um die dreimillionste Staffel "Grey's Anatomy" droht der Start von "Empire" auf ProSieben fast unterzugehen. Am 24.6. startet die Serie, die sich um eine schwarze Familie im Musikbusiness dreht. In den USA war sie ein Riesenerfolg, den Soundtrack schreib kein Geringerer als Timbaland.

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Hierzulande ist "W1A" noch völlig unbekannt, in Großbritannien ist es ein Riesenhype. Ein Organisationskommitee, das schon bei den Olympischen Spielen versagt hat, mischt darin die BBC auf. Die Hauptrolle spielt Hugh Bonneville, well know as Lord Grantham. Wie Michael Streck so richtig schreibt, ist W1A wahrscheinlich nicht synchronisierbar - man halte also die Augen offen, ob man die Comedy irgendwo im Original sehen kann.

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Gar nicht mal so uninteressant klingt der Fernsehfilm "Vorstadtrocker" den der NDR gerade in Hamburg dreht. Man beachte die feine Besetzung: Im Mittelpunkt steht der Journalist Viktor (Fabian Busch), der seinen Job bei einem großen Enthüllungsmagazin verloren hat. Als eines Tages im Nachbarhaus der untergetauchte Rocker Rolf (Aljoscha Stadelmann) einzieht, wittert Viktor die große Story. Doch auch andere kommen Rolf auf die Schliche, darunter eine verfeindete Rocker-Gang, zu der auch "Bademantel" gehört (David Scheller).

Und damit ab ins Wochenende - und solltet ihr euch eine Liveshow ansehen, denkt bitte an Schutzweste und Helm.


Montag, 13. April 2015

Mad Men Staffel 7: Abschied auf Raten

Es geht zu Ende mit Mad Men! Nach Staffel 7 ist Schluss. Die letzten Episoden laufen in den USA bereits. Und wer wie ich nicht dort sein kann, sollte zumindest Freunde haben, die dorthin reisen. Dann bekommt man nämlich einen Eindruck, mit welchem Aufwand für die Serie geworben wird. Hier ein paar Impressionen aus New York - mit freundlicher Genehmigung von The Church of Rationality.





Freitag, 6. März 2015

Freitags-Flusen: USfÖ goes crazy - und noch ein harter Brocken im Ersten

Da dachte man schon, langweiliger als der ESC Vorentscheid kann eine Sendung nicht werden. Und dann kracht es am Ende so, dass die Turmfrisur von Barbara Schöneberger wackelt! Andreas Kümmert hat seinen Sieg einfach ausgeschlagen. Stefan Kuzmany sieht darin eine neue Definition von Männlichkeit. Ich sage: der Rückzieher war nicht nur doof, sondern auch gemein. Man kann sich ja vorher lange genug überlegen, ob man bei dem Zirkus wirklich mitmachen will. Und für die Zweitplatzierte Ann Sophie, die jetzt nachrücken darf, ist es ein mehr als schaler Sieg. Danke für nichts!

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Ein Krimi im Harz. Das klingt ja nun erst einmal nicht nach Sex and Crime im Übermaß. Dennoch sollte man Harter Brocken (Sa., 7. März, 20.15 Uhr im Ersten) eine Chance geben. Weil die Geschichte nicht nur ziemlich abgedreht ist und reich an skurrilen Details. Auch wegen der Besetzung: Aljoscha Stadelmann als Landbulle und Julia Koschitz als undurchsichtige LKA-Beamtin machen einen sehr guten Job. Die beiden hätten auch ein tolles Tatort-Paar abgegeben. Andererseits: Das würde schon fast an Verschwendung grenzen.

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Noch ein Tipp für morgen aus der Abteilung "könnte gut werden": Anke Engelke holt sich für Anke hat Zeit wieder eine sehr verrückte Gästemischung ins Haus. Wo sonst säße Tilo Prückner neben Peter Licht? Und ist Peter Licht wirklich Peter Licht? Man darf gespannt sein.

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Die fabelhafte Margo Martindale spielt neben Giovanni Ribisi die Hauptrolle in der neuen CBS-Dramaserie Sneaky Pete, die Brian Cranston mit David Shore geschrieben hat. Ich würde sagen: So schlecht kann es nicht werden! Es geht um einen Mann in den Dreißigern, der nach einem Gefängnisaufenthalt die Identität eines Zellengenossen annimmt, um sich vor seinen Gläubigern zu verstecken.

Freitag, 20. Februar 2015

Freitags-Flusen: "Schuld" bleibt blass - und erste Leaks zum Mad Men-Finale

Hey, noch ein wenig Aschermittwochs-Blues in den Knochen? Dann ist ein leckerer Smoothie aus TV-News jetzt doch genau das Richtige.

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Schade, schade, schade: Die User haben entschieden, welcher Amazon Pilot in Serie gehen soll, und für meinen Favoriten "Cocked" mit Jason Lee hieß es: Du bist es nicht. In Serie gehen "Mad Dogs", "The Man in the High Castle", "The New Yorker Presents" sowie die Kinderserien "Just Add Magic" und "The Stinky & Dirty Show". Auch gut. Und noch besser: "Mozart in the Jungle" wird fortgesetzt.

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Bin ich die Einzige, die bei der ZDF-Verfilmung von Ferdinand von Schierachs "Schuld" nicht euphorisch jubelt? Mich hat "Verbrechen" seinerzeit deutlich mehr gepackt. Sei es, dass es am großartigen Josef Bierbichler lag, gegen den Moritz Bleibtreu einfach sehr blass bleibt. Oder ist es die Derrick-artige Atmosphäre, die statischen Einstellungen und Villen-Panoramen, die dem Auge so gar nichts Neues bieten?

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Es tut sich was beim "Bergdoktor"! Aus gut unterrichteten Quellen heißt es, die neue Staffel habe gar nicht mehr viel mit dem Kitsch von früher zu tun, sie sei sogar sehr gut. Jetzt lässt sich die Stuttgarter Zeitung zu einer kleinen Hymne hinreißen. Ob ich mir mal eine Folge sollte? Ich traue mich nicht!

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Variety leakt erste Details zum Mad Men Finale, und natürlich kann man das Video in Deutschland mal wieder nicht sehen. Aber eines dringt durch: Zwischen Pete Campbell und Peggy Olsen könnte sich tatsächlich wieder etwas anbahnen.

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Nachdem Antoine Monot Jr. sich schon kurz im Neo Magazin Royale gezeigt hat (leider mit tödlichem Ausgang für seinen Doppelgänger), ist er am 26.2. bei "Kuttner plus zwei" zu Gast an der Seite von - festhalten - Bettina Wulff. Ich will nicht zuviel verraten, aber allein wie Monot einfach nur isst und guckt, ist schon eine kleine Sensation. Und Frau Wulff....ist eben Frau Wulff!

Und damit: ab ins Oscar-Wochenende!

Sonntag, 1. Februar 2015

Dschungelcamp 2015: Maren Gilzer lächelt sich zum Sieg

War es das langweiligste Dschungelcamp ever, ever, ever? Okay: ja. Aber das Ende hat mich dann doch für vieles versöhnt. Denn es hat einmal mehr bewiesen, dass die Zuschauer sich weder von Kloppersprüchen, noch von Bacon und Fleißarbeit becircen lassen. Am Ende siegt die Freundlichkeit - und das ist doch eigentlich eine gute Nachricht.

Mit Maren Gilzer hat nicht nur die Person gesiegt, die es geschafft hat, sich im größten Dschungelcamp-Trubel immer wieder zu entspannen. Es hat sich auch gezeigt: Frauen in einem gewissen Alter können sehr wohl gut entertainen, auch wenn die Sender das vielleicht nicht wahrhaben wollen. Ein Jammer, dass sie sich so lange in einer Nebenrolle von "In aller Freundschaft" verstecken musste. Maren Gilzer hat Humor und kann sogar einen Walter Freiwald an sich abperlen lassen. Das muss ihr erst einmal jemand nachmachen. Also, liebe Programmmgestalter: Ran an die Frau, in der steckt noch einiges!