Freitag, 18. Juli 2014

Danni Lowinski Staffel 5: Heiratet sie Pit doch noch?

Noch dreimal schlafen, dann stellt Danni Lowinski endlich wieder ihren Klapptisch auf. Die fünfte wird aber leider zugleich auch die letzte Staffel sein. Buuuuh! Von mir aus hätte es gern noch länger weitergehen können. Da Sat.1 einige Clips aus der neuen Staffel online gestellt hat, kann man schon einmal ein bisschen reinlinsen, was so alles passieren wird im großen Finale.

Danni zieht mit Bea und Kurt in ein Reihenhaus, und Kurt legt sich natürlich gleich mit den Nachbarn an. Beas Baby kommt auf die Welt, was Dannis Leben nicht gerade entspannter macht. Und dann sind da ja noch die drei Ex-Lover! Und hurra, hurra, Rotlicht-König Pit kommt tatsächlich noch einmal zum Zug. Heiraten die beiden vielleicht doch? Es wäre zu schön!

Aber: da sind ja noch August von Grün und Oliver Schmidt, und die haben auch nicht ganz aufgegeben. Zumal es in Olivers Ehe gewaltig knirscht. Es wird also wieder viel Liebes-Durcheinander geben, viele Bäder im Bällebad - und eine neue Figur namens "Hashtag" (seriously!), die Beas Nachfolge im Coffeeshop antritt.

Deshalb nicht vergessen: kommenden Montag um 21.15 Uhr auf Sat.1 geht's los!


P.S.: Im wahren Leben ist Pit alias Dirk Borchardt übrigens mit Caroline Frier (Annette Friers Schwester) verlobt!

Freitag, 11. Juli 2014

House of Cards Staffel 2: Die Verwandlung der Claire Underwood

+++Achtung: Spoiler!+++


Schon nach der ersten Staffel war klar: Frank Underwood (Kevin Spacey) ist noch längst nicht da angekommen, wo er hinwill. Daran, dass er für seine Ziele vor nichts zurückschreckt, ließ er keinen Zweifel. Den armen Peter Russo beförderte er ins Jenseits und ließ es wie den Selbstmord eines Alkoholikers aussehen. Aber dass er auch Zoe Barnes aus dem Weg schaffen würde: Das hatte man vielleicht insgeheim befürchtet, aber doch nicht erwartet. Und doch kommt es so. Ein Treffen in einer U-Bahn-Station, ein kleiner Schubs, und weg - was mal eine heiße Affäre war, endet als tragische Schlagzeile in den Medien.

Aufmarsch der Zinnsoldaten
Underwood klettert weiter auf der Leiter und zeigt, wie viele Facetten eines Intriganten in ihm stecken. Er verführt die Leute, wiegt sie in Sicherheit und wendet genau das dann im nächsten Atemzug gegen sie. Sein liebster Schachzug: Er sagt einfach die Wahrheit. Frei nach dem Motto: "Ja, ich habe Mist gebaut. Entlassen Sie mich, sofort." Sein Gegenüber beschämt er damit und macht es zugleich handlungsunfähig. So kriegt er am Ende, was er wollte: Mehr Macht denn je. Der Präsident lässt Federn und steht wie ein gerupftes Huhn da. Doch eine Frage bleibt ungeklärt: Was will Underwood mit der neuen Macht anfangen? Hat er eine Vision, ein Ziel - oder ist es nur ein Spiel um der Macht willen, so wie er seine Zinnsoldaten auf einem Strategiebrett hin- und herschiebt? Das macht seine Figur auf Dauer etwas ermüdend und anstrengend.

Die Eiskönigin taut auf
Viel spannender ist, was mit seiner Frau Claire passiert. Anfangs noch kalt wie Eis, beginnt ihr Panzer nach und nach zu bröckeln. Sie lügt in einem Interview über eine Abtreibung und schiebt eine Vergewaltigung durch den General McGinnis vor. Die wiederum hat es wirklich gegeben. Fortan verbeißt sich Claire in einer Anti-Belästigungs-Kampagne, für die sie eine junge Ex-Soldatin, die ihr Schicksal teilt, zur medialen Mitarbeit überredet. Auch ihr Ex-Geliebter Adam Galloway wird in den Strudel der Berichterstattung über Claire hineingezogen. Beide werden Spuren davontragen. Und schließlich scheint auch Claire einzusehen, dass sie zu weit gegangen ist.

Remy in love with Jackie
Charmant und überzeugend erzählt: Die Lovestory zwischen der Kongressabgeordneten Jackie Sharp und Lobbyist Remy Danton, dem man zu ersten Mal echte Gefühle abkauft. Aber ob das stimmt? Man weiß in der zweiten Staffel eigentlich bei niemandem mehr, woran man wirklich ist.

Ich habe jedenfalls ein neues englisches Wort gelernt: subpoenaed (vorgeladen). Vor Gericht befragt und vorgeladen werden in der zweiten Staffel sehr viele Menschen. Diese oft sehr statischen Szenen lassen die Folgen manchmal leicht muffig und schwer wirken. Fazit: Viele Finten, viele Twists. Wenig Bewegung, Tempo und Witz. Und ein ganz klein wenig Romantik.

Freitag, 27. Juni 2014

Freitags-Flusen: Lasst das mal die Betty machen

Als fleißiges Fernseh-Eichhörnchen ich sammele ich natürlich Nahrung für die Zeit nach der WM. Denn die wird kommen! Und dann kommt so einiges!

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Neeeeeiiiiin, nicht schon wieder eine Krankenhausserie! Habe ich erst gedacht. Und dann: Jaaaa, mit Bettina Lamprecht (bekannt u.a. aus Pastewka und der Heute-Show)! Denn die kann eigentlich alles spielen. Hoffentlich lässt man sie auch machen. Bettys Diagnose heißt die zwölfteilige ZDF-Serie, gerade war Drehbeginn.

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Der WDR scheint eine Anti-Muff-Strategie gestartet zu haben: ein Ergebnis ist die neue Ensemble-Comedy Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von..., produziert von der bildundtonfabrik und Executive Producer Jan Böhmermann. Einspieler und gespielte Sketche wechseln sich ab, jede Episode hat zudem einen prominenten Gast. Den Anfang macht am 20. Juli Frank Elsner.

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Etwas lieblos versendet Sat1 die fünfte und offenbar letzte Staffel von Danni Lowinski im Sommerloch: ab 21. Juli immer montags um 21.15 Uhr.

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Eine meiner Lieblingsvokabeln ist ja "Free-TV-Premiere". Und genau so eine gibt es im August zu bejubeln, denn ZDFneo hat sich "Masters of Sex" gesichert. Bitte beim Synchronisieren diesmal ganz viel Mühe geben!

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Und statt Fernsehtipp diesmal ein Beauty-Tipp: Immer schön eincremen, sonst gibt's Olli Kahn-Knitter im Gesicht. Und HD sieht alles!

Montag, 23. Juni 2014

Sendung mit der Maus: Fußballfloskeln wörtlich genommen

Ich schreibe ja sonst selten über Kinderfernsehen, aber heute muss ich einmal eine Ausnahme machen. Denn das war bisher einer der besten Beiträge zur WM 2014 im Ersten: Die Sendung mit der Maus hat sich gängige Fußballfloskeln vorgenommen und im Wortsinn umgesetzt. Dabei ist ein sehr komisches Filmchen herausgekommen, in dem ein Bein stehen bleibt, ein Pass im Briefkasten landet und sich eine Ecke in ein Blumenmeer verwandelt. Geradezu Monty-Python-esk! Es fehlt eigentlich nur noch der offene Schlagabtausch, aber der kam ja auch erst nach Redaktionsschluss.

Und noch ein TV-Tipp: Heute um 22 Uhr zeigt das ZDF Woody Allens Midnight in Paris. Kleine Suchaufgabe: In welcher Rolle tritt darin Corey Stoll auf (alias Peter Russo aus "House of Cards")?

Freitag, 6. Juni 2014

Freitags-Flusen: Ein Cordanzug, ein Ponyhof und Eulenspiegeleien

Freunde des Fernsehens! Die Uhr tickt: Es beginnt die WM-Vorwoche. Will sagen: Wer jetzt noch einmal etwas ohne Fußball sehen will, muss sich ranhalten!

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Der Sommer nimmt Fahrt auf - und was macht die ARD? Sie pfeift auf leichte Bekleidung und räumt den Dienstag Abend für einen Cordanzug-Träger frei. Ab dem 10. Juni darf Harald Krassnitzer als Mediator Paul Kemp - Alles kein Problem fiese Streits schlichten. Man schwitzt schon vom bloßen Hingucken.

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Der Degeto-Stoffentwicklungspreis ist vergeben: gewonnen hat das Treatment "Ponyhof". Die Gewinner sollen jetzt einen Spielfilm für den Freitag Abend entwickeln. Für Fans von "Wendy"? Man darf gespannt sein.

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Fan BingBing heißt die erste chinesische Schauspielerin in der Barbie Hall of Fame. Bis dahin ist es für Fiona Erdmann noch einer weiter Weg - jetzt spielt sie erst einmal in "Unter uns" mit. Samuel Koch begibt sich indes in den "Sturm der Liebe", dort spielt er einen ehemaligen Rennfahrer. Außerdem ist er jetzt Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt, heißt es.

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Noch 6 Monate, dann ist schon Nikolaus! Da kann man schon mal auf die diesjährige Weihnachtsproduktion hinweisen. Der MDR hat in Lüneburg mit den Dreharbeiten zu "Till Eulenspiegel" begonnen, in der Hauptrolle Jacob Matschenz. Der ist mir noch gut in Erinnerung aus 3 Zimmer/Küche/Bad von Dietrich Brüggemann.

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Mein TV-Tipp für Pfingsten fällt diesmal eher blockbusterig aus: The Ides of March mit George Clooney und Ryan Gosling ist am 8. Juni um 20.15 Uhr auf ProSieben zu sehen.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Vatertags-Flusen: Sherlock, Sherlock und nochmals Sherlock!

Diese Flusen-Ausgabe geht raus an alle Sugardaddys dieser Welt! Heute dürfen sich Männer in den Armen liegen, sentimentale Tränen über ihre Freundschaft weinen und jede Menge dummes Zeug machen.

Was das mit der dritten Staffel Sherlock zu tun hat, die heute um 21.45 Uhr mit der Episode "Der leere Sarg" in der ARD startet? Das verrate ich natürlich nicht. Nur so viel: Der Rätsel-Nerd ist gar nicht so tot wie befürchtet, und wir erfahren auch warum. Und wer gedacht hat, die ersten beiden Staffeln seien an Brillanz nicht zu toppen: Pustekuchen! Man muss sich wirklich auf beide Daumen beißen, um nicht noch mehr zu spoilern (aua!) Zwei weitere Folgen laufen am 8. und 9. Juni (Pfingsten), jeweils um 21.45 Uhr.

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Vorfreude-Alert! ZDFneo, der Musterschüler unter den TV-Sendern, hat für August die Free-TV-Premiere der Dramaserie "Masters of Sex" angekündigt. Tauchen wir also im Hochsommer in das Leben der Sexualforscher William Masters und Virginia Johnson ein. Hot, hot, hot!

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Ihr müsst jetzt ganz stark sein, liebe Danni-Lowinski-Fans: Die kommende 5. Staffel soll die letzte sein, hieß es diese Woche.

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Gibt es im Fernsehen die besseren Rollen für Frauen? Der "Hollywood Reporter" hat diese Frage mit sechs der bekanntesten TV-Schauspielerinnen am Emmy-Roundtable diskutiert. Nachzulesen auf hellogiggles, dem Portal von Zooey Dechanel.

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Das muss auch mal gesagt werden: ServusTV macht seine Sache gar nicht so schlecht. Es laufen zwar relativ viele alte Schinken, aber dann wenigstens ganz passable. Wer die Serie "Newsroom" mag, sollte sich Nachrichtenfieber am 31. Mai um 22.20 Uhr nicht entgehen lassen. Ein Achtziger-Schätzchen mit dem ganz jungen John Hurt als Reporter und Holly Hunter als Produzentin.

Freitag, 9. Mai 2014

Freitags-Flusen: Matula wird entknittert und Tukur laust der Affe

Freitag - und herrliches Fernseh-Regenwetter! Man muss das einfach mal positiv sehen. Die Regenrinne ist halbvoll, nicht halbleer. Und was gibt's sonst so Neues?

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Wanja Mues spricht sich "Müüüs" aus - das weiß ich, seit er gestern (als sehr angenehmer Gast) mit Judith Holofernes bei Kuttner plus Zwei am Tisch saß. Heute Abend kann er zum ersten Mal zeigen, ob er die Matula-Hechtrolle beherrscht. Zusammen mit Tech-Nick Antonine Monot Jr. rollt er Ein Fall für zwei neu auf.

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Da ist VIVA ja ein echter Coup gelungen - wenn die Server das mal aushalten! Sami Slimani aka Herr Tutorial moderiert ab sofort die "VIVA Top 100". Hört ihr sie schon kreischen?

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Falls hier jemand unseren Affen Charly vermisst: Es gibt Nachschub! Ulrich Tukur dreht gerade für UFA Fiction einen Spielfilm über Bernhard Grzimek. Dessen Paten-Kind, Schimpansin Kathrin, hat Grzimeks Frau übrigens mal zwei Rippen gebrochen. War sicher nur gut gemeint!

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Und noch ein Tipp: Herbstgold, Sonntag um 0.20 Uhr im MDR. Eine Doku über fünf hochbetagte Leichtathleten, alle zwischen 80 und 100, die sich auf eine Weltmeisterschaft vorbereiten.

Und damit: Auf die Plätze, fertig, ab ins Wochenende!

Freitag, 25. April 2014

Freitags-Flusen: Ein singender Hut-Roboter und andere Petitessen

Es gibt so viele Dinge, die einen davon abhalten können, neue Freitags-Flusen zu bloggen. Ein Buch schreiben, eine App entwickeln, eine Sekte gründen, das Rad neu erfinden, Synchronschwimmen lernen. Ich verrate euch jetzt nicht, was bei mir daran schuld war. Ist ja auch egal - hier kommt die nächste Ausgabe!

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"Zappen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen!" Hätte doch mal jemand diesen Warnhinweis an der ersten Folge von "Sing meinen Song" auf VOX angebracht. Aber so bin ich ahnungslos reingeschliddert und in Schockstarre hängengeblieben. Was war schlimmer: die angespannte Sitzhaltung von Xavier Naidoo ("Wann darf ich endlich singen und gewinnen"?)? Die braune Pferdedecke, die Sarah Connor sich übergeworfen hatte? Der singende Hut-Roboter Cicero? Oder Sasha, der einzig halbwegs sympathische Mensch in dieser gekünstelten Runde, der die Verwurstung seines Gesamtwerks ertragen musste? Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht.

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Was mich noch sprachlos macht: Das ZDF dreht eine neue Vorabendserie mit Christine Urspruch (ich weigere mich, dieses T im Vornamen groß zu schreiben) als Kinderärztin. Titel: "Dr. Klein". Da sagste nix mehr.

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Um auf diesem Sprachniveau zu bleiben: Peter Dinklage war kurz in Hamburg. Er hat dort "Taxi" gedreht, die Verfilmung des tollen Romans von Karen Duve. Der Stern hat ihn gleich für ein Interview abgefangen und herausbekommen, dass er noch nie in Lohne-Dinklage war und seinen Nachnamen ohnehin lieber "Dinklätsch" ausspricht. Womit das auch geklärt wäre.

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HBO hat seiner neuen Nerd-Comedy Silicon Valley eine sehr schöne Fake Landing Page gegönnt - und die sieht besser aus als die meisten echten.

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Und noch ein TV-Tipp: Heute um 22:35 Uhr auf 3sat gibt es die Gelegenheit, sich mit "Punch Drunk Love" noch einmal an Philip Seymour Hofman zu erinnern.

Und damit ab ins Wochenende!

Freitag, 4. April 2014

Freitags-Flusen: Laues vom Knastarzt und ein Grimme-Märchen

Es ist Freitag! Was war los in der Fernsehlandschaft? Nicht besonders viel - aber ein bisschen was geht immer.

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Gestern Abend lief auf RTL die erste Folge der neuen Serie "Der Knastarzt". Nach der Flopserie der vergangenen Monate haben die strengen Feuilletonisten natürlich ganz genau hingeschaut, und viel Applaus gab es im Vorfeld nicht, um es vorsichtig auszudrücken. Ich finde, es war nicht alles schlecht. Der Cast überschaubar, das Erzähltempo okay, die  Nebenrollen gut besetzt. Und die Szene, in der der Knastarzt einem Röchelnden mit Küchenmesser-Luftröhrenschnitt und ungekochter Penne rigate das Leben rettete - originell. Aber mutig ist sicher etwas anderes. Angefangen von Ausstattung und Look: alles viel zu clean, selbst in den Knastszenen. Der Hauptdarsteller Bernhard Piesk als Dr. Falk: stets bemüht - aber weit entfernt von einem schillernden Charakter, wie man ihn aus guten Serien kennt.
Ach, RTL. Es war ja gut gemeint.

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David Letterman hört auf und verlässt weise die Bühne, bevor er rausgetragen werden muss. Wäre es jetzt nicht einmal an der Zeit, dass eine Frau den Männerclub der Latenight-Macher aufmischt? Emily Shire denkt auf The Daily Beast laut darüber nach. Könnte man ja auch einmal in Deutschland, n'est-ce pas?

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Es ist wie mit schönen Schuhen, ständig kommen welche nach! Wie soll man da standhaft bleiben: Aus den USA kündigen sich schon wieder einige neue Serien an, wie stern.de schreibt. Ich finde "Fargo" mit Martin Freeman (dem Dr. Watson aus Sherlock) und die Krankenhausserie "The Knick" mit Clive Owen, die in New York Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, klingen ziemlich gut.

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Und nicht verpassen: Heute wird ab 19 Uhr live auf 3sat der Grimme-Preis verliehen - unter anderem auch an Jan Böhmermann, dessen Neo Magazin sich jetzt leider in die Sommerpause verabschiedet hat. Nach der Verleihung wach zu bleiben lohnt sich auch, dann zeigt 3sat die Trilogie "Drei Leben", für die  Dominik Graf, Christoph Hochhäusler und Christian Petzold 2012 den Grimme-Preis Spezial bekamen.


Und damit: husch, husch ins Wochenende!

Freitag, 21. März 2014

Das deutsche Breaking Bad: Edgy wie eine Flasche Lenor?

Schade, schade, schade, schade, schade. Noch bevor überhaupt eine Sendeminute gelaufen ist, kann man nicht anders als zu befürchten: das deutsche Breaking Bad, um das das ZDF schon so lange geheimniskrämert, wird ungefähr so edgy wie "Um Himmels Willen". Denn es läuft so wie mit der Fettecke von Beuys und der Putzfrau. Die konnte den Dreck auch nicht ertragen und hat einfach alles weggeschrubbt. Am Ende war die Wanne sauber, aber eben keine Kunst mehr.

Oder was soll man sonst von den Details halten, die gerade zum Plot für die Breaking-Bad-artige Miniserie durchsickert? Ein arbeitsloser Grafiker im Taunus druckt im Keller Falschgeld und kriegt Ärger mit der Mafia. Finde den Fehler! Oder: gleich mehrere. Es riecht jetzt schon nach gewienertem Hobbykeller, nach schmunzeligen Verwicklungen und Pizza-Mafia. Und dass man sich mit Falschgelddruck zwar strafbar, aber nicht die Finger schmutzig macht, ist auch klar. Es klingt nett. Aber es hat gar nichts mit Breaking Bad zu tun. Blut, Schweiß, Verzweiflung, Todesängste, das ist der richtig gute Stoff. Da wo es wehtut, wo man kaum hingucken mag. Wo eine Figur nicht mehr im Ansatz political correct ist. Und dafür reicht es eben nicht, eine Serie als Blaupause zu nehmen und so lange weichzuspülen, bis klares Konsenswasser dabei herauskommt.
Das ist so wie die Schirmmütze falsch herum aufzusetzen und zu denken, das sei funky.
Ist es nicht. Aber vielleicht irre ich mich ja auch. Und das wird alles ganz neu und anders. Noch reicht meine Phantasie dafür nicht.