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Mittwoch, 28. April 2010

Dutschke - wo waren deine Zuschauer?

Champions League schlägt Bildungsfernsehen: Nur magere 1,8 Millionen Zuschauer wollten gestern das Dokudrama "Dutschke" sehen - sogar "The Biggest Loser" konnte mit 1,38 Mio. mehr abräumen. Dabei war es doch gut gemeint, und stellenweise auch gut gemacht. Erst schien die Rolle für Christoph Bach eine Nummer zu groß, aber er wuchs rein - und schaffte es, Dutschke vor allem als Mensch greifbarer zu machen. Hängengeblieben ist bei mir die Szene, in der Dutschke selig sein erstes Baby wickelt - und einer seiner SDS-Mitstreiter ihn anschnauzt, damit ginge doch wertvolle Zeit für die politische Arbeit verloren. "Lass das doch Gretchen machen." Aber Dutschke wickelt ganz entspannt weiter, dies sei eben auch Politik. Eine eindrucksvolle Persönlichkeit, die diesen als Polit-Engagement getarnten Machismo eben nicht nötig hatte. Am Schluss schoss sich das ZDF allerdings ein Eigentor: Kaum war der letzter Satz "Und dann war er tot" ausgesprochen, fuhr auch schon die Werbung rein. Nicht zum ersten Mal habe ich mir den guten alten Abspann zurückgewünscht.

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