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Donnerstag, 24. Juni 2010

Frank Giering: Der große Zweifler ist gegangen

Frank Giering ist tot, und damit verlässt einer meiner liebsten Fernsehschauspieler die Bühne. Das macht mich sehr traurig, denn er war erst 38 Jahre alt. In den wenigen Interviews, die über ihn zu lesen waren, ließ er durchblicken, wie sehr er an sich und seiner Leistung zweifelte. Erst mit 29 Jahren traute er sich zu, bei seiner Mutter auszuziehen. Für mich war Giering immer der Melancholiker mit dem gewissen Etwas - er spielte abgründig, intensiv, aber nie ließ er einen kalt, selbst in Nebenrollen wie zuletzt als Henry Weber in Der Kriminalist. Natürlich bleibt Absolute Giganten unvergessen, danach verzieh man auch Fehltritte wie Baader gern. Und wann immer der Name Giering im Fernsehprogramm erschien, und war es auch noch so ein banaler Fernfilm, war das gleichzeitig ein Muss und ein Qualitätssiegel für mich als Zuschauerin. Frank Giering, der Spezialist für Rollen mit Brüchen: dass es die in seinem eigenen Leben offenbar auch gab, mehr als wir gedacht hätten, hat sich erst jetzt gezeigt.

Nachtrag: Frank Giering starb an einer Gallenkolik, wie die Obduktion ergab.

1 Kommentar:

  1. Ich denke auch, er war der beste Zweite. Er hat mich emotional jedesmal so beührt, dass ich es teilweise sogar nur schwer ausgehalten habe, ihn anzusehen. Auch habe ich mich nach seiner Rolle im Haneke-Film manchmal gedacht, ob er nicht idealer besetzt wäre, wenn er in seiner Rolle einmal wirklich einen sehr "Bösen" verkörpern würde. Irgendwie war sein Leben einfach sehr schwer.

    Schade, dass er und Marilyn nicht zusammengefunden haben, vielleicht hätten sies geschafft.

    In Trauer

    Sonja M.

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