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Mittwoch, 28. Juli 2010

Gekke Mannen: Holland liebt Mad Men

Mein Kurzurlaub in Amsterdam war herrlich - und ich habe mir einen Blick in das Fernseh-Gärtchen unserer Nachbarn erlaubt. Und was soll ich sagen: Das ganze Land ist im Mad Men Fieber! Staffel 3 springt einen aus jedem DVD-Shop an, die Frauenzeitschrift VIVA hat den Werbern gar ein ganzes Heft gewidmet, und auf den Straßen überall Damen im Bleistiftrock. Was zwar den Nachteil hat, dass man damit nicht wirklich gut Fahrrad fahren kann. Aber das stört die Amsterdamerin an sich nicht, sie fährt ja auch freihändig und schreibt dabei SMS, während der Hund am Lenker angeleint nebenher läuft. Die SMS schreibt sie natürlich in fließendem Englisch, weil sie seit ihrer Kindheit alle Serien und Filme im Original sieht und deshalb mindestens so gepflegt parliert wie Joan Holloway höchstpersönlich.

Und noch eine alte Bekannte unter den US-Serien ist mir untergekommen: "In Treament" wurde von der NCRV (Nederlandse Christelijke Radio-Vereniging) in der niederländischen Variante produziert und ist jetzt unter dem Titel "In Therapie" zu sehen. In einer der Hauptrollen: Carice van Houten (die Ex von Sebastian Koch). Den Therapeuten-Part übernimmt Jacob Derwig. Aber ob der den Hundeblick von Gabriel Byrne genauso gut hinbekommt? Laat je verrassen!

Montag, 12. Juli 2010

Durchlüften!

Die Luft steht, man könnte sie in Scheibchen schneiden. Es wird Zeit zum Durchlüften. Auch was meinen Fernsehkonsum angeht: Dauerfernsehen während der WM macht mürbe im Kopf, zumal man immer nur die gleichen Gesichter vorbeiziehen sieht. Kahn, Klopp, Waldi und wie sie alle heißen dürfen jetzt in die Ferien gehen, und ich gönne mir eine kleine Fernseh-Sommerdiät. Und weil ich mich jetzt lieber draußen herumtreibe, wird der Festplattenrecorder programmiert, um genug Konserven für Schlechtwetter-Abende einzulagern. Dazu gehört auch das Highlight morgen um 22.15 h: Ein Switch-Dschungelcamp-Extra, auf das ich mich jetzt schon freue. Und sollten die Gäule ganz mit mir durchgehen, nehme ich auch noch Solitary am Samstag mit. Ihr wisst ja, wie gern ich auf Frau Kraus herumklopfe. In diesem Sinne: Schöne heiße Tage!

Donnerstag, 8. Juli 2010

Tag 1 nach dem verlorenen Halbfinale: Fernsehkater.

Puh. Jetzt muss ich mich erst einmal wieder sammeln. Der Finaltraum ist ausgeträumt und der Fernsehkater setzt ziemlich schnell ein. Keine Serie, kein noch so guter Film hat mich in der letzten Zeit körperlich so mitgenommen wie die Deutschlandspiele. Kein Wunder: Außer bei "24" gibt es sonst nirgendwo diese unglaubliche Echtzeit-Relevanz, die einen ans Sofa nagelt und jeden Gang aus dem Zimmer sofort mit einer verpassten Szene bestraft. Oder gar mit einem Tor. Jetzt ist die Luft komplett raus. So sehr raus wie bei den Außenreportern der ARD gestern: Die eine stand nach dem Spiel allein gelassen im Müll der abgerauschten Fans, ein anderer verlor sich in den leeren Rängen eines Public Viewing Stadions. Verlieren macht ganz schön einsam. Und traurig. Beim Interview mit Philipp Lahm hätte ich am liebsten durch den Bildschirm gegriffen und ihm auf die Schulter geklopft. Junge, es kommen auch wieder bessere Zeiten! Und sicher auch bessere Moderationen, um mal hart das Thema zu wechseln. Über Katrin Müller-Hohenstein wurde ja viel geschrieben. Aber ist jemandem ihr Bonmot vorgestern beim ersten Halbfinalspiel aufgefallen, als sie fragte: "Hab ich da eine Fata Morgana gehört?" Nein Katrin, das waren Vuvuzelas. Aber das kann man schon mal verwechseln. Ich räum' jetzt das Leergut vom Wohnzimmertisch.

Freitag, 2. Juli 2010

Crazy Competition: Plumper Quatsch in der Provinz

Ob in China ein Sack Reis umfiel oder in Wassenach eine Mülltonne, war bislang einerlei. Das will ProSieben mit "Crazy Competition" ändern. In der ersten Folge durften zwei Eifel-Orte in drei absurden Disziplinen gegeneinander antreten. Und ich als Ex-Provinzbewohnerin darf es sagen: Nichts liebt der Provinzler mehr, als sich mit seinem Nachbarn zu messen und zu gewinnen. Vom Konzept her wäre also ein unterhaltsamer Abend durchaus drin gewesen. Hätte man sich doch Aufgaben ausgedacht, die wenigstens ein Quentchen interessant oder gar intelligent gewesen wären! Nein, das reiche Wassenach musste gegen die Underdogs aus Glees im Mülltonnen-Racing, Lebkuchenhaus-Wettbauen und Frauen-Tragen antreten. Herzlich willkommen in der Steinzeit! Und natürlich bekamen in jedem Dorf Männlein und Weiblein die ihnen von Natur aus zugedachten Aufgaben. Die Jungs schraubten an ihren Mülltonnen herum, die Damen blieben in der Küche und fabrizierten Lebkuchen-Ziegel.

Statt Spannung also nur Garagengespräche, Küchen-Schnack und schwitzende Dorfbewohner. Gut, dass Sonya Krauss - die im Übrigen vom Sprachgestus immer mehr an Ingrid Steeger erinnert - vor jeder Pause rief "Halt! Nicht wegschalten! Bleiben Sie dran, es lohnt sich!". Ich hätte es sonst fast getan, immer hin lief zeitgleich "American Graffiti". Aber ich blieb tapfer dabei und sah dabei zu, wie Jumbo Schreiner bei jedem noch so langweiligen Handgriff eine Sensation herbeizureden versuchte. Um dann den Teilnehmern noch einmal einzuschärfen: "Es heißt crazy Competition, nicht langweilige Competition!" Ja, wirklich total crazy, das alles! Pleiten, Pech und Pannen in der Provinz: Den Wassenachern fielen die Räder von der Mülltonne, die Gleeser mussten ihrem Lebkuchenhaus beim Einsturz zusehen. Einziges interessantes Detail am Rande: Als Provinzbürgermeister verdient man offenbar nicht schlecht. Der Wassenacher OB sichert seine Villa per Fingerabdruck-Kontrolle und hat eine kleine, feine Porsche-Auswahl vor dem Haus stehen. Das nützt ihm aber jetzt alles nichts: Denn die Underdogs aus Glees haben total verrückt bei der Competition gewonnen. Somit geht der "Stein der Schande" nach Wassenach. Leider bleibt er da nicht lange liegen: 14 weitere Dörfer wollen diesen plumpen Quatsch noch über sich ergehen lassen.