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Freitag, 2. Juli 2010

Crazy Competition: Plumper Quatsch in der Provinz

Ob in China ein Sack Reis umfiel oder in Wassenach eine Mülltonne, war bislang einerlei. Das will ProSieben mit "Crazy Competition" ändern. In der ersten Folge durften zwei Eifel-Orte in drei absurden Disziplinen gegeneinander antreten. Und ich als Ex-Provinzbewohnerin darf es sagen: Nichts liebt der Provinzler mehr, als sich mit seinem Nachbarn zu messen und zu gewinnen. Vom Konzept her wäre also ein unterhaltsamer Abend durchaus drin gewesen. Hätte man sich doch Aufgaben ausgedacht, die wenigstens ein Quentchen interessant oder gar intelligent gewesen wären! Nein, das reiche Wassenach musste gegen die Underdogs aus Glees im Mülltonnen-Racing, Lebkuchenhaus-Wettbauen und Frauen-Tragen antreten. Herzlich willkommen in der Steinzeit! Und natürlich bekamen in jedem Dorf Männlein und Weiblein die ihnen von Natur aus zugedachten Aufgaben. Die Jungs schraubten an ihren Mülltonnen herum, die Damen blieben in der Küche und fabrizierten Lebkuchen-Ziegel.

Statt Spannung also nur Garagengespräche, Küchen-Schnack und schwitzende Dorfbewohner. Gut, dass Sonya Krauss - die im Übrigen vom Sprachgestus immer mehr an Ingrid Steeger erinnert - vor jeder Pause rief "Halt! Nicht wegschalten! Bleiben Sie dran, es lohnt sich!". Ich hätte es sonst fast getan, immer hin lief zeitgleich "American Graffiti". Aber ich blieb tapfer dabei und sah dabei zu, wie Jumbo Schreiner bei jedem noch so langweiligen Handgriff eine Sensation herbeizureden versuchte. Um dann den Teilnehmern noch einmal einzuschärfen: "Es heißt crazy Competition, nicht langweilige Competition!" Ja, wirklich total crazy, das alles! Pleiten, Pech und Pannen in der Provinz: Den Wassenachern fielen die Räder von der Mülltonne, die Gleeser mussten ihrem Lebkuchenhaus beim Einsturz zusehen. Einziges interessantes Detail am Rande: Als Provinzbürgermeister verdient man offenbar nicht schlecht. Der Wassenacher OB sichert seine Villa per Fingerabdruck-Kontrolle und hat eine kleine, feine Porsche-Auswahl vor dem Haus stehen. Das nützt ihm aber jetzt alles nichts: Denn die Underdogs aus Glees haben total verrückt bei der Competition gewonnen. Somit geht der "Stein der Schande" nach Wassenach. Leider bleibt er da nicht lange liegen: 14 weitere Dörfer wollen diesen plumpen Quatsch noch über sich ergehen lassen.

1 Kommentar:

  1. Wie gut, dass ich mir die Sendung gar nicht erst angetan habe ;-) Ich scheine ja nichts verpasst zu haben!;-D

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