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Montag, 11. Oktober 2010

Böses, Spargeliges und jede Menge Unlustiges

Was für ein Wochenende. Dabei ging es noch recht gut los, mit einer Portion Fernseh-Avantgarde, natürlich aus den USA: ARTE zeigte die erste Folge von "Breaking Bad", die Geschichte eines Chemielehrers, der zum Drogen-Koch wider Willen wird. Ich fürchte, der Zuspruch dürfte ähnlich dürftig ausgefallen sein wie bei Mad Men auf ZDF.neo: 80.000 Zuschauer hatten den Werbern zugesehen - ein erschütternd schlechter Start. Dann am Sonntag ein Tatort auf dem Spargelhof - merkwürdig unausgegoren zwischen Slapstick und Schrecken. Und als Tiefpunkt: der deutsche Fernsehpreis. Wütende Proteste hatte man angekündigt, weil dort nicht mehr die Einzelleistung aller Produktions-Beteiligten gewürdigt wird. Einige Protestler wollten gar mit weißen Masken auslaufen. Doch statt Entrüstungsstürmen nur ein laues Lüftchen. Wenn überhaupt jemand aufbegehrt hatte, wurde das wahrscheinlich rausgeschnitten. Nur Annette Frier bat in ihrer Rede darum, die Beteiligten mögen doch bitte demnächst "den Arsch an einen Tisch" bringen, damit man bald wieder zusammen trinken könne. Kurt Krömer und Sandra Maischberger feierten derweil als Moderationspaar Sternstunden der Unlustigkeit und quälten sich durch einen schier endlosen, spannungsarmen Abend. Dazwischen hampelte Lena Meyer-Landrut unmotiviert durch ihre Songs und sägte weiter am eigenen Mythos, während Raab als Fernsehtitan seine Lorbeeren einsammelte. Liebe Fernsehschaffende, seid doch froh, dass ihr euch das nicht mehr alle antun müsst. Auf das Lob einer derartig schnarchigen Veranstaltung kann man vielleicht auch erhobenen Hauptes verzichten.

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