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Dienstag, 16. November 2010

Die Säulen der Erde: Alles beim Alten

Ach, das waren noch Zeiten, damals: Sonntag nachmittags mit Papa auf dem Sofa lümmeln und Errol Flynn bei seinen Mantel-und Degen-Spektakeln zusehen. Zwei Jahrzehnte später hat sich nicht so viel geändert, wie man gestern bei "Die Säulen der Erde" gesehen hat. Die Prinzessinnen sind immer noch sehr blond, die Räuber huschen durch den Wald, und der Böseste der Bösen zuckt gefährlich mit der Oberlippe, damit ihn auch ja niemand falsch einordnet. Faule Zähne gibt es nicht, die Jacketkronen blinken um die Wette. Und kaum spricht jemand ein freches Wort aus, wird auch schon das Schwert gezückt. Nur Gewalt wird drastischer gezeigt, durchgeschnittene Kehlen und wegfliegende Ohren sollen dem ansonsten eher biederen Mehrteiler wohl etwas Verwegenheit einhauchen.

Der Roman von Ken Follett ist zwar an sich auch nicht wirklich anspruchsvoll, das Drama um Tom Builder wirkt aber in der geschriebenen Fassung deutlich vielschichtiger als das Plastik-Mittelalter von Sat1. Für Natalia Wörner - am Montag noch ganz zugeknöpft und still in "Unter anderen Umständen" - könnte die Verfilmung aber ein Sprungbrett ins Ausland sein. So abgezockt wie sie hat wohl noch niemand einem Bischof auf den Tisch gepinkelt.

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