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Donnerstag, 11. November 2010

Raus aus den Schulden: Welches Schweinderl hätten's denn gern?

Jahresrekord für Peter Zwegat: Mehr als vier Millionen Menschen haben sich die gestrige Folge angesehen. Gerufen hatte ihn diesmal kein Schuldner, sondern ein Arbeitgeber: die Lohnbuchhaltung des Gelsenkirchener Musiktheaters. Diese war schlichtweg überfordert mit den Lohnpfändungen von Bühnenarbeiter M., die seit 17 Jahren abgezweigt werden mussten - und nie bei den Gläubigern ankamen. Nach dem Zwiebelprinzip schälte Zwegat die Schuldenlage von M. auf. Und stieß auf immer weitere Schulden, insbesondere nicht bezahlte Unterhaltsleistungen. Um das für den Laien zu erklären, stellte Zwegat Sparschweine auf einen Tisch: "Zuerst waren es weniger Gläubiger geworden, und jetzt stellen sich neue Schweinchen hinten an. Und am Ende geht die ganze Sauerei von vorne los." Schließlich konnte er nur noch zum Insolvenzverfahren raten. Schuldner M. hatte indes die Ruhe weg und überlegt wohl heute noch, ob er das will - vielleicht entscheidet er sich ja innerhalb der nächsten 17 Jahre...

Was fasziniert die Leute eigentlich an diesem Format? Einerseits der Glaube an das Gute: daran, dass die Leute vom Amt anders als erwartet auch nett und hilfsbereit sein können, dass sie mal ein Auge zudrücken und am Ende alles gut wird. Wobei man RTL zugute halten muss, dass sie es nicht auf ein Happy End anlegen. Oft wird am Schluss erst richtig klar, wie hoffnungslos der Fall wirklich ist. Andererseits sind viele sicher froh, dass es auf ihrem persönlichen Flipchart noch nicht so duster aussieht wie bei Zwegats Klienten - und finden es gut, wenn diese gemaßregelt werden, weil sie die Kontrolle über ihre Finanzen verloren haben. Das hat bei so machem Zuschauer einen kathartischen Effekt: Wenn er das Bier auf dem Couchtisch abstellt, kommt der wohlige Schauer. Denn die Möbel sind schon abbezahlt.

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