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Montag, 1. November 2010

Tatort: Schickt Mama Lindholm zur Kur!

Die Geister, die sie riefen, werden sie nun nicht mehr los: Wenn man einer Kommissarin ein Baby ins Drehbuch schreibt, ist das zwar zuerst ein netter Gimmick. Aber dann wird es zum Problem - das Kind muss mit der Geschichte wachsen und lässt sich nicht einfach wieder ausradieren. So wie bei Charlotte Lindholm, die sich seit einiger Zeit als alleinerziehende Ermittlerin durch die Fälle kämpft. Was bisher nicht weiter ins Gewicht fiel - konnte sie doch auf die unglaubwürdige Tatsache bauen, dass ihr Mitbewohner das Kind miterzog. Meine Freunde würden mir was husten! Und das hat Martin jetzt auch getan - und ist ausgezogen. Mit dem Effekt, dass Lindholm im gestrigen Fall namens "Der letzte Patient" ständig am Rande des Nervenzusammenbruchs stand. Mal schrie sie eine Kollegin an, die ihre Kinder vermeintlich besser im Griff hatte. Mal fackelte der Vierjährige mit einem Verdächtigen fast das Kinderzimmer ab, um gleich danach beinahe vor ein Auto zu laufen. Und zum Schluss war Lindholm so mit den Nerven runter, dass sie den Täter bei der Vernehmung einfach nur noch erwürgen wollte.


Vielleicht sollte man Lindholm zur Mutter-Kind-Kur schicken? Wahrscheinlich würde dann aber auch im Kurheim gemordet und die Arme hätte wieder nicht ihre Ruhe. Denn das Ermitteln scheint ihr wie das Kind eine Bürde, die sie einfach nicht mehr abschütteln kann. Apropos ermitteln, da war ja noch was: Ein Fall, der erst im letzten Drittel den Spannungsfaden aufnahm und zum eigentlichen Thema kam. Eine tote Ärztin, die in ihrer Einsamkeit Videobänder besprach; ein behinderter Junge, der ein Geheimnis mit sich herumtrug; eine Pflegefamilie, der man die Kinder wegzunehmen drohte: All das verdichtete sich erst sehr spät zum Kern, in dem es um Missbrauch an einem Jugendlichen ging. Und das bedeutete, dass es nicht mehr genug Zeit gab, viel darüber zu erzählen. Hoffen wir darauf, dass der Fall beim nächsten Mal wieder genauer beleuchtet wird - und Lindholm endlich eine neue Nanny einstellt.



Ganz ohne Kinderkram übrigens heute Abend: "Kreutzer kommt" mit Christoph Maria Herbst.

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