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Mittwoch, 22. Dezember 2010

Frohe Weihnachten - mit Programmtipps

Weihnachten ist ja für uns Fernsehliebhaber ein ganz besonderes Fest. Wann kann man schon mal mit so gutem Gewissen tagelang Filme gucken und dabei Schokolade essen, ohne das es jemand merkwürdig findet? Ich starte Heiligabend um 10.40 Uhr mit dem Grüffelo, mache weiter um 14 Uhr im ZDF mit Michel in der Suppenschüssel, gehe über zu "Wild X-Mas" mit Ryan Reynolds um 17.10 Uhr auf RTL und schwenke dann um zu Pro Sieben, denn da werden ab 18.30 Uhr vier weihnachtliche Simpsons-Folgen gezeigt. Nach der Bescherung dürfen natürlich die Hoppenstedts nicht fehlen, die ab 22.35 Uhr im NDR ihr Atomkraftwerk aufbauen. Um Mitternacht sticht dann im BR die "Kaktusblüte" mit Walther Matthau und Ingrid Bergman.

Ausgeschlafen knacke ich am ersten Weihnachtsfeiertag ab 10.30 Uhr im Ersten "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", bewundere ab 15 Uhr Rock Hudson auf ARTE in der Doku Schöner fremder Mann und lasse mit Gruppenbild mit Dame um 22.45 Uhr auf 3sat das Trash-Fernsehen links liegen. Und wieder schließe ich die Augen mit dem BR: "An einem Tag wie jeder andere" mit Humphrey Bogart startet ja auch erst um 23.20 Uhr.

Der zweite Weihnachtsfeiertag ist ein Sonntag und gehört damit natürlich dem Tatort: Diesmal führt uns Borowski und der vierte Mann tief in den Wald. Und im Ersten bleibe ich auch: Ab 23.25 Uhr wird dort Wong Kar-Wais My Blueberry Nights gegeben.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes Weihnachtsfest - und mögen die Augen nicht zu viereckig werden!

Freitag, 17. Dezember 2010

Aus für Töppers und Konsorten: Der Marienhof macht dicht

Schade, ich hatte mich schon auf die nächste Ausgabe von "25 Jahre - die Tops und Flops der Jubiläumsfolge" gefreut, aber der Marienhof wird es leider nicht mehr schaffen. Nach 18 Jahren macht das Erste die Einkaufspassage in Köln dicht. Ein klein bisschen traurig ist das schon, denn unter all den Hochglanz-Soaps hatte sich dieses alte Schlachtross noch ein klein wenig Menschlichkeit bewahrt. Und blieb mit seinen Figuren immer auf dem Teppich - Töppers, der Klempner, und sein Kollege Charly waren ebenso unglamourös wie das Nagelstudio von Susi oder der Gemüseladen von Sülo (alias Giovanni Arvaneh, der schon seit 16 Jahren in der Serie mitspielte). Letzter geht noch vor der finalen Folge von Bord und stirbt den Serientod. Hundert Stellen fallen nun bei der Bavaria weg - bleibt zu hoffen, dass wenigstens ein kleiner Teil von ihnen bald wieder Seife produzieren darf.

Montag, 13. Dezember 2010

25 Jahre Lindenstraße: Die Tops und Flops der Jubiläumsfolge

Top

1. Das knall-türkisblaue Ballkleid von Isolde Pavarotti - so viel Ausschnitt war noch nie!
2. Ernesto lässt es mit Maria in der Praxis krachen.
3. Ines Krämer gibt trotzdem nicht auf.
4. Sportfreunde Stiller unplugged als Hochzeits-Dessert.
5. Geheiratet wird trotz Mutter Beimer.

Flop

1. Das "Brautkleid" von Iffi - soviel schlechter Geschmack war noch nie.
2. Iffis Zaudern - sie passt doch allein vom Umfang her perfekt zu Klausi.
3. Geißendörfer als Hochzeitsredner - die Cameo-Auftritte von Hitchcock waren besser und kürzer.
4. Nico und Caro - zwei Genervte müssen Eltern spielen.
5. Elena Sarikakis total unterbeschäftigt, weil alle ihr Essen selbst mitgebracht haben. Und am Ende will noch nicht einmal jemand einen Kaffä!

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Martin Brambach: Auf allen Kanälen

Ich führe ja schon seit einiger Zeit meine ganz persönliche Martin Brambach-Strichliste. Derzeit liegt die Brambach-Quote der Öffentlich-Rechtlichen bei gefühlten 30 Prozent zur besten Sendezeit. Es gibt kaum noch einen Tatort ohne ihn: Zuletzt nervte er Ulrich Tukur als Dorfpolizist, am kommenden Sonntag wird er im Leipziger namens "Schön ist anders" zu sehen sein. Und wer hat gestern Abend genau hingesehen? In "Die Entdeckung der Currywurst" hatte er einen kurzen, aber ganz brambach-typischen Auftritt als Gauredner. Der Mann ist präsent - ja fast schon überpräsent. Und ich sage: richtig so. Denn keiner verkörpert so gut den typisch deutschen Durchschnittsbürger aus der Mittelschicht, der bevorzugt in einer Bürotätigkeit vor sich hin dämmert, mit Durchschnittstalent in einem Durchschnittsleben. Schnoddrig, unbeholfen und immer ein wenig schlecht gelaunt.

Brambach schlüpft wie kein Zweiter chamäleonartig in diese Rollen. So gut, dass man ihn kaum noch wahrnimmt. Vielleicht besetzt man ihn deshalb so oft. Weil er mit seinem Umfeld verschmilzt, ganz gleich in welcher Geschichte. Und er wählt sich davon nur die besten aus: "Das Leben der Anderen", "Yella", "Unter anderen Umständen", "KDD" - die Liste ist lang und wird immer länger. Das ist gut und soll auch so bleiben. Aber man fragt sich schon: Wann hat Brambach mal frei?

Montag, 6. Dezember 2010

Tatort Köln: Morden wir bei Muttern

Ich wollte ja eigentlich wie so oft über den Tatort gestern schreiben. Aber da muss etwas schief gelaufen sein bei der Programmplanung! Statt Krimi kam im Ersten so eine Art Inga-Lindström-Wannabe, ein pilcherisiertes Familiendrama vom Niederrhein. Im zähen Nebel nur herumdrucksende Gestalten, die sich nicht aus Was-auch-immer befreien können. Der Ehemann (verschenkt: Mark Waschke) frisst den Frust über seine lesbische Ehefrau in sich rein und schraubt an Holzgebilden herum - was für einen Beruf das auch immer darstellen sollte. Die Ehefrau kann sich auch nicht durchdringen: Kurz zieht sie zur lesbischen Freundin, aber kaum ist diese tot, hängt sie sich wieder an den Ehemann. Und da ist die Graberde noch frisch! Die Einzige, die handelt, ist Muttern: Die greift beherzt zur Wumme, damit die Familie ja nicht auseinanderbricht. Denn was soll denn der arme Schwiegersohn sonst machen? Muss doch Ordnung herrschen! Und leider, leider scheinen das selbst die Kommissare am Ende genauso zu sehen. Die Ehe sei eben doch mehr als ein bisschen Gefühl, heißt es da. Amen. Haben wir ja wieder was gelernt. Und jetzt wo ich es schreibe - da waren tatsächlich Kommissare! War es gar doch ein Tatort, aber ein ganz schröcklicher? Ich muss nochmal im Programmheft nachsehen...