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Montag, 21. Februar 2011

Tatort Leipzig: Zwei Eigenbrödler und das böse Internet

Stell dir vor, es kommt ein Leipziger Tatort, und ich guck nicht hin. Na gut, so ganz stimmt das nicht, physisch war ich durchaus präsent, habe mich aber dabei ertappt, zuweilen an die Steuererklärung und den Einkaufszettel von morgen zu denken. Woran lag's? Zu einen an Kepplers Dauergenöle und einer ewig genervten Saalfeld. Das hatten wir schon, das kennen wir schon. In "Rendezvous mit dem Tod" führte es außerdem dazu, dass die beiden lieber allein nebeneinanderher ermittelten, um sich aus dem Weg gehen zu können. Lange, zu lange, sah es deshalb danach aus, als hätten die beiden Fälle um die vermisste Clara Schütz und einen ermordeten Villenbesitzer nichts miteinander zu tun. Schließlich war dann aber das böse Internet der rote Faden: Über eine 50plus Datingbörse nahm ein Räuberpärchen reiche Männer aus.

Im Tatort sehen Websites immer aus wie selbstgebastelt, und natürlich meldet sich die Kommissarin (auch das gab es schon mal - war es im Bodensee- oder Niedersachsen-Tatort?) immer selbst an, um die Nicknames zu enttarnen. Warum sie das hier nur bei einem der mehreren Dutzend Verdächtigen tat, blieb unklar. Und dann die Frauen: Hat sich jemand vielleicht genau wie ich an alte Derrick-Fälle erinnert gefühlt? Die durchgeistigte Klavierlehrerin (wie eingefroren: Nadeshda Brennicke) mit dem weißen Blüschen und die überkandidelte Ex-Frau (skurril: Renate Krößner) wirkten so echt wie Saalfelds Haarsträhnchen, die Dialoge wie aus der Tappertschen Blütephase.

Am Ende dieser zähen Geschichte fiel Keppler dann obendrein in ein tiefes Loch. Saalfeld rettete ihn. Zum Dank pfiff er auf den besseren Posten in Wiesbaden. Alles wieder gut zwischen den beiden - bis zum nächsten Mecker-Motz-Konzert.

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