Google+ Followers

Dienstag, 26. Juli 2011

SMS von Sherlock

Sherlock Holmes ist ein Stück britisches Kulturgut. Was man beim Fünf-Uhr-Tee niemals machen würde, hat man bei ihm hemmungslos getan: seine Fälle wurden für Kino und TV unzählige Male neu aufgegossen. Mal besser, mal weniger gut durchgezogen. Ich erinnere mich lebhaft an die solide TV-Fassung aus den 80ern mit Jeremy Brett. Guy Ritchie hat seine Sache mit Robert Downey Jr. und Jude Law in den Hauptrollen auch recht ordentlich gewuppt: eine schrille Posse mit vielen Special Effects, computeranimierten Gimmicks und flapsigen Gags. Die restlichen Verfilmungsversuche: eher Mittelmaß mit Tabakspfeife.

Wie man den Sherlock wirklich zu nehmen hat, hat 2010 die BBC vorgemacht, und zum Glück zeigt die ARD drei Folgen, jeweils sonntags um 21.45 Uhr. Man hat die Geschichten aus der Baker Street 221 b entstaubt, entkrampft und ins Heute transportiert. Der neue Sherlock (wachsgesichtig und undurchschaubar: Benedict Cumberbatch) kombiniert zwar genauso messerscharf wir der alte, bedient sich dabei aber mit Freuden technischer Hilfsmittel. Er simst mindestens so gern wie Angela Merkel, das Laptop läuft im Dauermodus - und all das in einem Tempo, dass einem schwindelig wird. Dazu tragen nicht zuletzt auch die raffinierte Bildregie und Dialoge wie Rasierklingen bei. Selbst Dr. Watson ist nicht mehr der bräsige Sesselhocker, sondern Militärarzt, der just mit posttraumatischer Belastungsstörung aus Afghanistan zurückgekehrt ist und den Stock nur wegen eines eher psychisch motivierten Beinleidens trägt. Spannend bleibt es indes auch ohne brutale Szenen, für Logik-Puzzler ist es ein wahres Fest. Die Einschaltquoten waren trotz Sommerferien bombig.

Warum man Sherlock nicht zur Prime Time dabei zusehen darf, wie er an der mangelnden Intelligenz seiner Mitmenschen verzweifelt? Das hat die ARD wohl einfach verschnarcht.

Freitag, 15. Juli 2011

Der Wahnsinn hat einen Namen: Jürgen

Heute Nacht habe ich wirklich, wirklich schlecht geträumt. Das glaubt mir kein Mensch. In meinem Albtraum hat Sat1 eine neue Show namens "Ich liebe Deutschland" gestartet. Und die wurde von Jürgen von der Lippe moderiert. An der Seite des auferstandenen Dinosauriers: Sonya Kraus und Marc Bator. Alle trugen Hawaii-Hemden und Deutschland-Fähnchen. Von der Lippe begann jeden Satz mit "So, liebe Freunde", stolperte gelegentlich über die Bärte seiner Altherrenwitze und überzog die Sendezeit um 4 Stunden. Sonya Kraus kiekste hohl, Bator suchte verzweifelt den Teleprompter und verstummte schließlich völlig. Die Studiogäste waren irgendwann völlig entkräftet, verstanden die Regeln nicht mehr und sackten einfach über dem Buzzer zusammen. Darauf spielte von der Lippe auf der Ukulele "Guten Morgen, liebe Sorgen" in Endlosschleife und wurde während des letzten Werbeblocks einfach aus dem Studio getragen. Hinter der Bühne - in der Not schließlich vom Team gefesselt und geknebelt - forderte er die sofortige Auslieferung in seine Heimatstadt Bad Salzuflen. Man wusste sich nicht anders zu helfen und telefonierte Margarethe Schreinemakers herbei, bei deren Anblick von der Lippe sofort in Ohnmacht fiel. Worauf Schreinemakers erst mal mit Kraus ein Likörchen köpfte, um dann mit Bator....und genau da bin ich aufgewacht.

Mann, Mann, Mann. Gut, dass das nicht wirklich läuft heute Abend. Oder...?