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Freitag, 12. August 2011

Übernachtung & Frühstück bei Ingrid van Bergen: Herzlich, aber hart

Ein verregneter August - aber der echten Fernsehfreundin kann das nichts anhaben, kann sie doch mit gutem Gewissen auch einmal einen Blick auf kleinere Formate werfen, ohne draußen etwas zu verpassen. So wie zum Beispiel Übernachtung & Frühstück, donnerstags um 22 Uhr im WDR Fernsehen. Lisa Ortgies nistet sich darin für ein paar Tage bei einem Prominenten ein. Klingt entspannt, ist inszeniert und der Promi wird sicher freundlich zu ihr sein - sollte man meinen. In der gestrigen Folge mit Ingrid van Bergen in der Lüneburger Heide konnte man aber gut beobachten, dass so ein Intensivkontakt auch nicht immer einfach ist. Denn wie heißt es so schön: Besuch ist wie Fisch - nach ein paar Tagen fängt er an zu stinken. Und so gab es idyllische, wenn auch unfreiwillig komische Momente, beispielsweise wenn Ortgies und van Bergen mit einem Rudel Hunde zum Spaziergang aufbrachen und die Hunde-unerprobte Ortgies tapfer die Leinen entwirrte. Aber auch Situationen, in denen das Gespräch zu eskalieren drohte. So wie beim gemütlichen Essen mit Wein, bei dem Ortgies auf van Bergens Lebensdrama mit tödlichem Ausgang zu sprechen kam: Die Schauspielerin hatte in den 70ern ihren damaligen Ehemann erschossen und verbrachte danach ein paar Jahre im Gefängnis.

Wie es dazu kam? Bei dieser Frage machte Van Bergen komplett dicht, fuhr die Krallen aus - und behandelte Ortgies, die bis dahin auf dem guten Weg zur neuen Freundin war, plötzlich als distanzlose Journalistin. Ein wenig erstaunlich ist das schon, plauderte Van Bergen doch seinerzeit im Dschungelcamp recht unverblümt über das Ereignis. Doch wie Ortgies treffend feststellte, ist Van Bergen nicht nachtragend, und so war kurz darauf beim gemeinsamen Saunagang schon wieder alles in Butter. Van Bergen präsentiert ihrem Gast sogar ihren für ihr Alter recht passablen Busen (natürlich mit dem Rücken zur Kamera). Beim abschließenden Bierchen im Hamburger Schellfischposten dann noch einmal ein Moment, in dem man Ortgies die Verblüffung an den Augen ablesen konnte: Van Bergen deutet in einem Nebensatz an, dass sie als Kind von russischen Soldaten vergewaltigt worden sei. Und das alles erfährt man mal eben so neben Übernachtung und Frühstück: das Porträt eines Stehaufweibchens, das demnächst 80 Jahre alt wird und keine Kompromisse eingeht. Und schon gar keine Freundschaften mit ihren Nachbarn. Kompliment an Lisa Ortgies, die ihren Besuch so professionell meisterte, trotz ihrer unberechenbaren Gastgeberin.

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