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Dienstag, 8. November 2011

Downton Abbey: das neue Mad Men?

TV-Serien auf DVD sind ja die neuen Accessoires. Der Hipster von heute kennt die wichtigen Staffeln, bevor die anderen sie gesehen haben. Als Must-See dieser Saison wird Downton Abbey gehandelt, die mehrfach prämierte ITV-Produktion rund um ein Herrenhaus in gool old Britain, nebst den üblichen Irrungen und Wirrungen in den Reihen der Adeligen und Bediensteten. Ich habe den Check gemacht: Kann Downton Abbey das neue Mad Men werden?

Einerseits - ja. Was dafür spricht: Bei der Ausstattung wurde nicht das kleinste Detail dem Zufall überlassen. Für jedes Glöckchen, jedes Messerbänkchen scheinen Heerscharen von Austattern auf Antik-Märkten unterwegs gewesen zu sein. Gilt auch für das Kostümdesign: Vor allem die Roben der Töchter von Lord Grantham lassen an Glamour nichts vermissen. Und auch die Dialoge von Julian Fellowes ("Gosford Park") sind maßgeschneidert - herrlich, wie da im Subtext gepiesackt und gemobbt wird, das ist große englische Schule. Erst recht, wenn große Darsteller wie Maggie Smith und Jim Carter am Werk sind.

Andereseits - nein, an Mad Men reicht es dann doch nicht ganz heran.
Warum? Die Figuren sind entweder zu gut oder zu böse. Und wenn sie Geheimnisse haben, dann sind diese eher vorhersehbar und halb so wild. Vor allem Gutmensch Lord Grantham fängt irgendwann an zu nerven. In Mad Men darf sich hingegen jeder mal eine Portion Gemeinheit oder Lüge gönnen - das gibt dem Ganzen einfach mehr Würze. Auch was die Leidenschaft angeht bleiben die Downton Abbey Bewohner kühl wie Roastbeef, während die amerikanischen Werber nichts anbrennen lassen.

So bleibt Downton Abbey ein herrlicher Spaß für herbstliche Teestunden - und vielleicht ist es auch ganz gut, wenn der Suchtfaktor nicht so hoch ist wie bei Mad Men. Man kann ja nicht nur fernsehen!

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