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Montag, 14. November 2011

Polizeiruf 110 Brandenburg: Lahme Gäule und ein lonesome Cowgirl

Gibt es etwas Langweiligeres als Pferde im Fernsehen? Man denke nur an Springreiten im Sonntag-Nachmittagsprogramm oder "Rivalen der Rennbahn". Auch Olga Lenski scheute in ihrem zweiten Fall leider nicht davor zurück, zwischen Gäulen zu ermitteln. Ein Züchter lag tot im Stroh, seine Witwe (Barbara Auer) und die zwei neurotischen Söhne gerieten schnell ins Blickfeld der spröden Ermittlerin. Und schon war es mir rausgerutscht: "Oh, Barbara Auer, die war es bestimmt - für eine kleine Rolle ist die doch viel zu teuer!" Ich sollte Recht behalten. Entsprechend erwartbar trabte der Fall vor sich hin bis zur finalen Gegenüberstellung in der Box - so richtig in die Hufe kam aber auch der Schluss spannungstechnisch nicht.

Aber genug der Pferde-Kalauer - denn da war noch was: Olga Lenski ist schwanger. Und wäre damit demnächst nach Charlotte Lindholm und Jana Winter (Unter anderen Umständen) die dritte Kommissarin mit Kind. Aber warum verzichten alle drei auf den Kindsvater? Warum müssen die Kommissarinnen einsame Cowgirls bleiben, dürfen die Kinder keinen Papa haben? Ist es vielleicht zu langweilig, eine ganz normale schnöde Vater-Mutter-Kind-Beziehung zu inszenieren? Zu nah dran am Wohnzimmer der Gebührenzahler? Oder wäre das zu wenig Stoff für die üblichen Verwicklungen: die alleinerziehende Mama kriegt Probleme beim Ermitteln, bisweilen wird auch mal das Kind entführt, das Alltag versinkt im Chaos. Viel Raum, um Alleinerziehenden-Klischees zu zementieren. Unter diesem Gesichtspunkt kommt der Brandenburger Polizeiruf auf meine "Kann man, muss man aber nicht sehen"-Liste. Und liebe ARD, gerade wir Mütter sind manchmal ganz froh, nicht auch noch nach 20 Uhr Kind-und-Job-Probleme serviert zu kriegen.

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