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Montag, 5. Dezember 2011

Tatort Wiesbaden: Ahoi, Wahnsinn!

Es war mir wieder einmal ein Vergnügen, Murot! Wobei: Auch wenn der Wahnsinn in den Wiesbadener Fällen Methode hat, ja haben muss - etwas weniger überdreht hätte es auch getan. Aber von Anfang an. Es ging ja schon skandalös los. Ein Tatort ohne den üblichen Vorspann, statt dessen mit einer Edgar Wallace artigen Schattenparade! Dazu ein Kommissar, der erst gerufen aber dann doch nicht gebraucht wird. Und der sich schließlich verselbstständigt, so wie sein bewusstseinserweiternder Tumor namens Lilly. Murot wühlt sich also hinein in eine düstere Dorfgemeinschaft, in der ein eigenartiger Erbschaftsstreit vor sich hinköchelt und ein erstes Todesopfer fordert. In bester James Bond Manier landet er schnell im geheimen Hinterzimmer des reichen, bösen Drahtziehers, der sich dort am Fasan labt und mit seinen Schergen noch Böseres plant. Da darf auch eine sexy Ärztin (einen Tick zu crazy: Claudia Michelsen) nicht fehlen, die am liebsten Ungesundes in Spritzen verabreicht. Und schon liegt Murot gefesselt im Keller auf einer Bahre und sieht noch mehr Farben. Doch hätte er das gebraucht? Ohne Drogen waren seine Halluzinationen fast noch lustiger. Unfassbar: die Kessler-Zwillinge als tanzende Heimsuchung für den doppelt sehenden Ermittler. Was den Fall und seine Auflösung angeht, sind die Pferde mit Regisseur Justus von Dohnányi ordentlich durchgegangen. Die Geschichte rund um die Organmafia war mit Verlaub ein großer Schmarrn. Aber trotzdem ein großer, gruseliger Spaß. Und David Lynch hat sicher lächelnd übers Dorfmäuerchen geschaut.

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