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Donnerstag, 12. April 2012

Lösegeld: Mit Dackelblick und Handschellen

Dass ich Misel Maticevic gern öfter sähe, ist ja nichts Neues. Aber, aber, aber: Die Rolle muss schon passen. In "Lösegeld" erlebte man ihn gestern als liebeskranken Cop, der vor lauter Leidenschaft seine eigentliche Aufgabe vergisst und eine Diamantenräuberin davonkommen lässt. Was ja eigentlich eine schöne Geschichte wäre. Nur knisterte es zwischen dem desillusionierten Lederjackenträger Diethard Lysewski und Ulrike Tscharre, der Chefin einer Begleitagentur, ungefähr so stark wie zwischen Schafwolle und Löschpapier. Nämlich gar nicht. Lag es am skeptischen Blick der Betrügerin? Oder an Lysewskis treu-doofer Dackelmasche? Nach spätestens einer Stunde war die Luft raus, und man hoffte, er folge ihr nicht wirklich nach Costa Rica, wo sie jeden Dienstag um halb sechs auf ihn warten wolle. Soviel plattes Planting und Pay Off wäre dann doch zuviel gewesen. Kleiner Lichtblick im wahrsten Wortsinn: Simon Licht, den man schon in Stormberg und als Richie Raff im legendären "Beutolomäus und die vergessene Weihnacht" hassen lernen durfte. Der Chefzyniker ist seine Paraderolle, aber hier spielte er als schroffer Bulle glatt das Pärchen an die Wand. Denn hinter der Testosteron-Fassade war auch noch ein bisschen Platz für eine weiche Seite. Und wer sich immer schon mal gefragt hat, was man eigentlich macht, wenn man mit Handschellen ans Bett gefesselt ist und dann pinkeln muss, weiß jetzt Bescheid.


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