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Montag, 24. September 2012

Tatort Dortmund: Wenn der Taubenzüchter schluchzt

Das war ein Wochenende der "Ach schade"-Erlebnisse, bis auf das Ende, aber dazu später mehr. Die neue Pastewka-Staffel startete ungewohnt verhalten, in der ersten Folge gab es viel Neues zu erzählen. Zu viel? Ein Umzug ins Promi-Viertel, ein schrulliger Hausmeister, ein zu früh verschenktes Rubbellos und der unvermeidliche Nachzug von Bruder Hagen und Freundin "Bruck" - nett anzusehen, aber mit viel Luft nach oben, was die Komik angeht. Aber das kann ja noch werden. Ratlos gemacht hat mich dagegen der neue Dortmund-Tatort. Großartig wie erwartet: Jörg Hartmann als Peter Faber, ein Kommissar am Rande des Nervenzusammenbruchs, ein schlafloser Freak, nervös und irgendwie unheimlich. Einer, der lieber auf dem Boden sitzt und einsam eine Dose kalte Ravioli im dunklen Konferenzraum isst. Der eigenartige Fall um einen schwulen Studenten hingegen wirkte merkwürdig konstruiert und gekünstelt, die Dialoge der Zeugenbefragungen hatten fast schon Derrick-Niveau. Und was sagte uns das Ende: Die Lösung für einen schwulen Familienvater, der sich nicht outen will, kann nur sein, sich in die Luft zu jagen? Mmmmhhh. Als Ex-Ruhrpottlerin darf ich außerdem anprangern, dass keines der üblichen Klischees ausgelassen wurde. Da schluchzt der Taubenzüchter, von Borussia und Stahlkocher-Wehmut ganz zu schweigen. Übrigens: Was ist das "Chelsea" für ein Club, in dem zur besten Abendspielzeit (also noch vor 23 Uhr) so dermaßen viel los ist? Ich finde, der Assistent hätte ruhig vorher noch zum Spiel gehen dürfen! Aber am Ende des Sonntags wurde doch noch alles gut: mit der "Mondverschwörung" auf 3sat. Der US-amerikanische Reporter Dennis Mascarenas interviewt darin Esoteriker und Verschwörungstheoretiker und lässt sie einfach reden. Genau wie im Vorläufer "Deckname Dennis" entlarven sie sich dabei sehr schnell selbst. Sehr komisch, und manchmal  genau so unheimlich wie der neue Dortmund-Kommissar.

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