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Montag, 29. Oktober 2012

Tatort München: Hauende Frauen und schlohweiße Schöpfe

Ich kann mich ja wie ein Kind freuen,wenn meine Lieblingsschauspieler/innen zur Prime Time besetzt werden. Dass Katharina Marie Schubert gestern im Münchner Tatort zu sehen war - toll. Auch Anna Böger und Nina Proll: sehr gut. Aber: Es waren die richtigen Frauen in den falschen Rollen. Entweder zu klein und unbedeutend wie im Fall von Schubert und Böger - wobei die Damen selbst aus den wenigen Sätzen das Beste herausgeholt haben - oder nicht ganz typgerecht: Nina Proll als Kampfmaschine à la Kill Bill wirkte ein wenig angestrengt. Überhaupt, die Geschichte um zwei EC-Karten-Betrügerinnen, die eine Drückerkolonne wie eine Sekte führten, war mehr als seltsam und mir persönlich zu weit weg vom Batic'-Leitmayrschen Tagesgeschäft. Ist jemanden aufgefallen, wie schlohweiß die Schöpfe der beiden inzwischen sind? Vielleicht wird es doch Zeit für eine Wachablösung. Aber wer soll es machen? Sie haben ja nun schon ein paar neue Kollegen verschlissen. Und ich fürchte, der ungeschickte Herr Fechner (großartig: Maxi Schafroth) wird es ja nun auch nicht werden. Herrgottsakra!

Montag, 22. Oktober 2012

Tatort Stuttgart: Gutbürgerlicher Hausmanns-Schnarch

Schon der zweite Tatort in Folge mit Schnarch-Garantie - das merk ich mir! Knapp neun Millionen Zuschauer hatte der dröge Stuttgarter, kaum zu glauben. Ich wette, nur ein knappes Drittel dürfte am Ende noch beide Augenlider oben gehalten haben - unter Zuhilfenahme diverser Streichhölzer! Den beiden an sich gar nicht so schlechten Schauspielern Klare und Müller wünscht man doch eine deutlich bessere Geschichte. Und so viel ist sicher: Internetphänomene und junge Umweltaktivisten machen einen Plot noch lange nicht modern! Ganz zu schweigen von einer fast übertrieben schwäbelnden Staatsanwältin. Fehlen Tempo und Dialogwitz, kann der Fall umweltpolitisch noch so brisant sein, es zündet einfach nicht. Wie man das besser macht? "Kreutzer kommt ins Krankenhaus" hat es gezeigt. Da saß jeder Satz wie ein Peitschenhieb. Der Quote geholfen hat es leider nicht, im Gegenteil. Was vielleicht auch an der insgesamt etwas sehr vollen, verknoteten Story lag. Da ging die einzelne skurrile Idee manchmal über den großen Erzählbogen. Dafür war die Schweineaugen-Dichte ungewöhnlich hoch.

Montag, 15. Oktober 2012

Tatort Kiel: Wulffisierte Welt

Verdammt. Eingeschlafen. Mittendrin. Und das mir! Das hat der arme Borowski nun wirklich nicht verdient. Mühte er sich doch so redlich ab an diesem verquasten Fall, in dem sich die Wege realer (Barschel) und ausgedachter Politiker (Thomas Heinze mit beängstigender Ähnlichkeit zu Wulff) in einer Verschwörungsgeschichte kreuzten. Hilflos, ja fast schon tapsig wuschtelte er sich durch die Ermittlungen, flankiert von einer völlig hilflosen Sarah Brandt im Praktikantinnen-Modus. Symptomatisch, dass der BND ihr ständig die Beweise vor der Nase wegschnappte. Am Ende hatte der politische Background natürlich nicht wirklich etwas mit dem Mord zu tun, vielmehr führte die Eitelkeit einer Fernsehmoderatorin zum Unvermeidlichen. Schließlich verschwand noch ein nutty Professor auf dem Weg nach Kiel. Fragt mich nicht, warum genau. Irgendwann sprach auch Tom Buhrow aus dem Fernseher. Das Erste spielt sich selbst im Ersten. Oder habe ich das alles nur geträumt?

Freitag, 12. Oktober 2012

Das ZDF entrümpelt: Alles muss raus

Landarzt weg, Forsthaus Falkenau weg, Unser Charly und Ein Fall für zwei: auch weg. Mann, Mann, im ZDF wird gerade ganz schön aufgeräumt. Dass auch Stolberg der Entrümpelungsaktion zum Opfer gefallen ist, hat mich allerdings überrascht - auch weil ich Rudolf Kowalski eine Fortsetzung gegönnt hätte. Gleich mal schauen, was man noch hinterherschicken könnte. Ich dachte da an "Volle Kanne" und den Fernsehgarten (bitte!). Andere Ideen, jemand?

Montag, 1. Oktober 2012

Polizeiruf Rostock: Stillschweigen mit angezogener Handbremse

Ich bin ja ein großer Fan des Rostocker Polizeirufs und werde nicht müde, das zu betonen. Zum Fall gestern muss ich aber ein klein wenig mäkeln. Rockerbanden sind ja ein beliebtes Thema in Krimis, sie sind so unglaublich böse und im Herzen doch romantisch, zumindest soll das so rüberkommen. So weit, so abgenudelt. Wenn der Chefrocker dann aber mit einem eigentlich tollen Schauspieler krass fehlbesetzt ist, geht dem Ganzen komplett die Puste aus, zu sehen im gestrigen Polizeiruf "Stillschweigen". Thomas Sarbacher ist ein kantiger Typ, spannendes Gesicht, anziehende Stimme. Aber als Oberrocker mit langer Matte und aufgemalten Tattoos? Och nö. Stets bemüht, aber dafür schlichtweg überqualifiziert. Auch Dirk Borchardt, der ja immer die durchgeknallten, wenn auch grenzgenialen Brutalos spielt, tat mir ein wenig leid. Ihn am Ende einfach nur noch sinnlos herumballern zu lassen, wurde weder ihm noch seinem Rollencharakter gerecht. Toll hingegen mal wieder Buckows kodderschnauzige Dialoge, die parallel geführte Ermittlungsarbeit und die Idee, Frau König eine neue Facette zu geben: ihre ungeklärte Herkunft. Da steckt noch viel drin. Jenseits des knatternden Auspuffs.