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Montag, 1. Oktober 2012

Polizeiruf Rostock: Stillschweigen mit angezogener Handbremse

Ich bin ja ein großer Fan des Rostocker Polizeirufs und werde nicht müde, das zu betonen. Zum Fall gestern muss ich aber ein klein wenig mäkeln. Rockerbanden sind ja ein beliebtes Thema in Krimis, sie sind so unglaublich böse und im Herzen doch romantisch, zumindest soll das so rüberkommen. So weit, so abgenudelt. Wenn der Chefrocker dann aber mit einem eigentlich tollen Schauspieler krass fehlbesetzt ist, geht dem Ganzen komplett die Puste aus, zu sehen im gestrigen Polizeiruf "Stillschweigen". Thomas Sarbacher ist ein kantiger Typ, spannendes Gesicht, anziehende Stimme. Aber als Oberrocker mit langer Matte und aufgemalten Tattoos? Och nö. Stets bemüht, aber dafür schlichtweg überqualifiziert. Auch Dirk Borchardt, der ja immer die durchgeknallten, wenn auch grenzgenialen Brutalos spielt, tat mir ein wenig leid. Ihn am Ende einfach nur noch sinnlos herumballern zu lassen, wurde weder ihm noch seinem Rollencharakter gerecht. Toll hingegen mal wieder Buckows kodderschnauzige Dialoge, die parallel geführte Ermittlungsarbeit und die Idee, Frau König eine neue Facette zu geben: ihre ungeklärte Herkunft. Da steckt noch viel drin. Jenseits des knatternden Auspuffs.

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