Google+ Followers

Freitag, 9. November 2012

Move On - der Film: Mikkelsen irrlichtert durch Europa

Nicht dass hier jemand denkt, die Fernsehfreundin ist total retro, die guckt ja nur Tatort: Nein, ich bin durchaus aufgeschlossen für Experimente! Fernsehen auf Youtube soll ja das große Ding der nächsten Jahre werden, höre ich von überall. Da hat wohl auch jemand bei der Telekom gut zugehört und zack! produzieren die gleich einen ganzen Spielfilm: Move on heißt das gute Stück, und offenbar hat die Cloud dabei einen großen Teil an Ideen und Locationvorschlägen beigesteuert. Worum geht's? Ein Mann (Bond-Bösewicht Mads Mikkelsen) transportiert einen mysteriösen silbernen Koffer durch ganz Europa und wirkt dabei reichlich gehetzt. Ob er er ein Agent, ein Killer oder gar ein Cyborg ist - man weiß es nicht ganz genau. Von Amsterdam aus reist er durch acht Länder, muss sich mehrmals in Verfolgungsjagden beweisen, trinkt, liebt eine Unbekannte, landet schließlich in Berlin - und den Schluss verrate ich jetzt nicht. Viele schöne Frauen spielen  mit, Alexandra Maria Lara zum Beispiel. Ach, von der hat man auch länger nichts gehört, dachte ich mir - und jetzt in einem Telekom-Film....nun ja!

Die Locations sind wirklich toll ausgewählt, vor allem wenn es in ländliche Regionen osteuropäischer Länder geht wie Ungarn, Kroatien, Montenegro. Das Product-Placement (Handy, Auto, Turnschuhe): dezent gelöst. Aber es wird insgesamt einfach keine spannende Geschichte daraus, auch wenn die Musik das ständig suggerieren will (Drehbuch: Matt Greenhalgh). Das liegt nicht zuletzt an Mikkelsen und seiner Figur: Wenn man nicht weiß, was den Mann antreibt, was er fühlt und will, dann ist es einem auf Dauer ziemlich egal, ob er nun den Koffer heil irgendwo hin bringt oder nicht. Zumal Mikkelsen nicht die größte mimische Bandbreite zeigt, es ist eher eine verkniffene Angelegenheit. Hätte man "Move on" mit Misel Maticevic besetzt - es hätte richtig gut werden können! Aber schaut es euch trotzdem mal an, die Bilder sind sehenwert und der Film ist aufwändig produziert.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen