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Montag, 19. November 2012

Tatort Berlin: Im Würgegriff der Themenwoche

Hiermit verfüge ich: Themenwochen darf ab sofort nur noch ARTE machen - die können das. Das Erste nervt mich mit seinem Sterben-Special bereits jetzt so, dass ich mich nicht mehr traue, den Rest der Woche noch einmal einzuschalten. Ich habe ernsthaft Angst: Es könnte ja wieder dieser Spot kommen, in dem Beckmann, Nuhr und Käßmann ankündigen, mit mir darüber reden zu wollen! Als könnte ich mir nichts Schöneres vorstellen. Fast hätte ich jetzt geschrieben "lieber sterbe ich", aber das wäre gemein, das Thema ist an sich ja ein sehr gutes. Wäre es nur nicht so typisch gutmenschelnd aufbereitet wie es eben nur das Erste kann.

They call it Bildungsfernsehen: Auch in den Tatort schwappte die Themenwoche hinein, was ihm - man ahnt es bereits - nicht sonderlich gut getan hat. Gestorben wird hier ja ohnehin schon genug, nun legte eine krebskranke Polizistin dem Ganzen noch ein Stück Erdenschwere obendrauf. Sehr realistisch natürlich, dass sie ihren Kindern nichts davon erzählt hatte, nur noch Wochen leben zu dürfen, und dass sie mit Morphiumpflaster weiter arbeiten ging. Ritter und Stark schauten sich dieses Phänomen mit hängenden Schultern an und gaben sich ganz der Hilflosigkeit hin. Von einer faden Verfolgungsszene abgesehen trotteten sie durch den Fall wie zwei brave Ponys, so stoisch und treu, dass sie zum Schluss gar noch einen weiteren Mord zuließen. Und im Vergleich merkte man dann, wie gut der neue Dortmunder Kommissar Faber seine Sache macht: Übers Sterben zu erzählen muss nicht immer sterbenslangweilig sind.

P.S.: Apropos Tatort: Sehr zu empfehlen ist die Pastewka-Folge vom vergangenen Freitag, in der sich Pastweka als Kölner Tatort Kommissar ins Spiel bringt und bei Henning Krautmacher Sprachunterricht nimmt.

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