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Montag, 5. November 2012

"Wetten, dass...?", Lindenstraße, Polizeiruf: Geistertanz zur Primetime

Kinder, Kinder, nach Halloween und dem Gruselwochenende bei ARD und ZDF habe ich jetzt genug Restschauder in den Knochen für die ganze Woche. Schon beim Gedanken an "Wetten, dass...?", das ich nur mit beschämtem Wegschalten zwischendurch ertragen habe, tanzen meine Nackenhaare Tango. Ich war nie ein großer Tom Hanks-Fan, aber da muss ich ihm recht geben: Für diese Unterhaltungs-Dauerfolter hätte man in den USA jeden Produzenten vom Hof gejagt. Was war schlimmer: die debilen Wetten? Der übermotivierte Lanz, der sich für seinen Versicherungsvertreter-Humor permanent selbst abfeiert? Oder das Promi-Sofa, das sich in eine schmerzfreie (Speidel, Garrett, Schöneberger) und eine Fremschäm-Zone (Hanks, Berry) teilte? Keine Ahnung. Das Schlimme ist ja: Die Redaktion traut uns zu, das gut zu finden, und die Quote signalisiert, dass sie damit bei der Mehrheit richtig liegt. Au weia.

Die Lindenstraße findet sich neu
Spaß gemacht hat indes die Lindenstraße: eine ganze Folge rund um eine Halloween-Party, mit den üblichen Problemchen, diesmal aber im Kostüm. Für die Maskenbildner muss es ein Fest gewesen sein. Mir gefielen besonders gut die Bowle-speiende Lisa im Teufels-Outfit und Momo als Knochenmann - es stand ihm gar nicht schlecht. Schön, dass es offenbar Versuche gibt, den Oltimer unter den deutschen Serien mit neuen Erzähl-Ideen aufzufrischen. Mit dem Polizeiruf "Fieber" ging es dann endgültig hinab in den Keller. Matthias Brandt wandelte als angeschossener Hans von Meuffels durch eine dunkle, verstörende Klinik-Szenerie - nichts für schwache Nerven. Ein Untoter, reichlich Blut, Spritzen und Narben, ein loses Raucherbein lag auch herum: Ich war froh, das Abendessen schon verdaut zu haben. Trotz guter Besetzung mit einigen meiner Lieblinge (Peter Jordan, Jürgen Tonkel) zog es sich am Ende aber doch ein wenig dahin. Vielleicht wiederholten sich die Bilder von kalten Krankenhausfluren und Nahtoderfahrungen auf dem Gipfel doch zu oft. Aber für den Mut, etwas Ungewöhnliches zu wagen, gibt es trotzdem ein Fleißkärtchen!

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