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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Blogwichteln: SlowLifeLab zu Gast bei der fernsehfreundin

Heute habe ich eine grandiose Nikolaus-Überraschung für euch: Alice Scheerer vom SlowLifeLab hat für mich einen Gastbeitrag geschrieben. Ja, so etwas Tolles bekommt man, wenn man beim Texttreff-Blogwichteln mitmacht. Wenn das mal nicht viel besser ist als Apfel, Nuss und Mandelkern! Alice ist Jahrgang 1976, Diplom Informationswirtin und bloggt mit einem Faible für Historisches und Traditionelles. Seit 2010 renoviert sie ein Fachwerkhaus und kämpft mit zwei Gärten. Und jetzt Licht aus, Spot an für Alice!

Die fernsehfreundin mag das selbstvergessene Gefühl, wenn Fernsehen Spaß macht. Wann kann ich mich eigentlich beim Fernsehen selbst vergessen? Welche Fernsehserie hat mich darüber hinaus wirklich bewegt und hat etwas mit meinem Leben zu tun? Eigentlich nur „Katze mit Hut“ und die HEIMAT-Trilogie, die wir zum Glück beide auf DVD haben. Aber wer weiß, vielleicht wird HEIMAT bald wieder ausgestrahlt...
Zum ersten Mal über die Serie unterhalten habe ich mich im Jahr 1997 im Chat. Mein Gesprächspartner hatte gerade eine Karriere als Punk-Musiker abgebrochen und ein Kompositionsstudium in Berkley begonnen. Wir waren uns einig, dass die Filmmusik sehr gelungen sei und die HEIMAT-Trilogie sowieso einzigartig. Die wenigsten Fernsehserien fließen so gemächlich dahin, als seien dem Regisseur Sendezeit und Produktionskosten einerlei. Ideal, um sich hineinzuträumen und eine Zeit lang selbstvergessen andere für sich leben zu lassen.
Als Teenager und im Studium mochte ich DIE ZWEITE HEIMAT am liebsten, in der zu Anfang viele Protagonisten zusammen in einer alten Villa am Rande Münchens leben und man im Laufe der Folgen beobachten kann, wie sich Karrieren und Charaktere entwickeln.
Ich litt mit Helga, der unverstandenen Tochter, die ihre Wut zur RAF trieb. Ich freute mich mit Renate, die von der einfachen Angestellten zur Wirtin einer phantasievoll dekorierten Künstlerkneipe wurde. Nebenbei bemerkt: die Schauspielerin Franziska Traub wirkt in diesem Umfeld vielschichtiger als in „Ritas Welt“. Ich bedauerte den Kompositionsstudenten Herrmann, der zwischen Familie und wirr handelnder Geliebter mäanderte.
Inzwischen kam der Kompositionsstudent aus Berkley zurück, änderte seinen Vornamen und eröffnete ein Tonstudio. Ich fand mein #herzblatt und zog karrieregetrieben durch Süddeutschland.
Die erste Staffel der HEIMAT schloss ich erst vor ein paar Jahren ins Herz. Sie spielt im fiktiven Hunsrückdorf Schabbach. Als Liebhaber traditioneller Werkzeuge, Haushaltsgeräte und Architektur kommen #herzblatt und ich aus dem Fiepen kaum heraus. Die alte Werkstatt! Die Küchengeräte! Die Fachwerkhäuser, deren Türen der geschäftstüchtige Ernst vordergründig ersetzt und heimlich als Restaurationsmaterial einlagert. Mich erstaunt Paul Simons Karriere in den USA, in die er eines Tages ohne Gepäck aufbrach. Ich amüsiere mich über Lucie, die Prostituierte aus den „höchsten Kreisen Berlins“ und ich kann mich in Herrmanns Mutter Maria weitaus besser einfühlen als in die entrückte Geliebte Clarissa aus der ZWEITEn HEIMAT.
Im dritten Teil kehrt Herrmann in den Hunsrück zurück und renoviert mit Clarissa ein altes Haus. Dieser Teil ist unserem Leben auf der Altbau-Dauerbaustelle so nah, dass er uns gerade nicht bewegt. Vielleicht wird sich das mit größerem Abstand zum Thema Renovieren ändern. Clarissas Handlungen muten jedenfalls weniger entrückt an.
Salome Kammer, die Darstellerin der Clarissa ist im echten Leben Sängerin und die Ehefrau von Edgar Reitz, dem Autor und Regisseur der HEIMAT-Trilogie. Zusammen mit seinem Co-Autor Peter Steinbach verarbeitete Reitz eigene Erinnerungen, Zeitungsausschnitte und Erzählungen von Hunsrück-Bewohnern.
Am 01. November feierte Edgar Reitz seinen achtzigsten Geburtstag und im nächsten Jahr wird aus der Trilogie eine Tetralogie werden. DIE ANDERE HEIMAT erzählt von der Zeit, in der viele Bewohner des Hunsrücks aus Armut auswanderten.
Die HEIMAT-Fans, allen voran Gehrweiler im Hunsrück, in dem viele Einstellungen der ersten HEIMAT und der ANDEREN HEIMAT gedreht wurden, können den Kinostart kaum erwarten. Und sicherlich wird auch der Rest der Tetralogie (zuletzt 2007 ausgestrahlt) seinen Weg zurück in die Fernseher finden.
Ob der Kompositionsstudent, nun Gitarrenlehrer in einer niedersächsischen Kleinstadt, die Serie auch wieder ansehen wird?

Kommentare:

  1. Liebe fernsehfreundin und liebe Alice - ich habe diese Serie wohl nur am Rande wahrgenommen. Jetzt habe ich große Lust bekommen, sie zu sehen. Vielen Dank auch für die weiteren Links zum Trailer usw. Also, wenn die Serie mal wiederholt wird, lasse ich sie mir auf keinen Fall entgehen.

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  2. Liebe Livia,

    das freut mich sehr!!!

    Liebe Grüße,

    Alice von SlowLifeLab

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