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Montag, 28. Januar 2013

Tatort Saarland: Die fabelhafte Welt des Jens Stellbrink

In jüngster Zeit hat uns der Tatort ja eine schräge Vögel beschert: den grüblerischen Murot, den grenzgenialen Faber, nicht zu vergessen Conny Mey in ihren weißen Jeans. Aber keiner hat sich so schnell in mein Herz gespielt wie Jens Stellbrink, auch wenn diese Figur mit dem Saarland in etwa so viel gemein hat wie ein Ring Fleischwurst mit Fischbrötchen. Warum ich diesen Ermittler mag? Jemand, der so selbstverständlich in Gummistiefeln durch den Baumarkt trabt, der seine Einkäufe einfach auf den Gepäckträger seines Roller klemmt, der Schlabberhose statt Lederhose trägt, den muss man irgendwie gern haben. Zumal, wenn dieser jemand einerseits mit großen Augen in die Welt schaut wie das Mädchen Melinda, das er in der ersten Folge zu beschützen hatte. Andererseits aber ein messerscharfes Gespür für Zwischentöne beweist und seinem Unterbewusstsein traut.

Stellbrink macht sich keinen Druck, und das ist gut so. Denn zuviel Druck machen leider die Figuren, die man um ihn herumgruppiert hat: eine Staatsanwältin, der man nach zwei Minuten beim Schnattern nicht mehr zuhören mag, und eine wohlmöglich der Matrix entsprungene Kampf-Kollegin, die das Lächeln an der Kommissariatspforte abgegeben hat. Dazwischen strahlt dieser Stellbrink wie eine männliche Variante von Amélie, keck und unangreifbar mitten im bösen Geschehen. Soviel Magie schafft nur ein Ausnahmeschauspieler wie Devid Striesow. Ich mag sie, die fabelhafte Welt des Jens Stellbrink.

1 Kommentar:

  1. genau genau genau ..die fabelhafte Welt des Jens Stellbrink...schön beschrieben....

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