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Mittwoch, 3. April 2013

Lerchenberg: Der Anfang ist gemacht

Innovation beim ZDF: Klingt erst einmal gefährlich, tut aber gar nicht weh. Zwar ist vom neuen frischen Wind vorerst nur ein leises Lüftchen wahrzunehmen. Aber mit "Lerchenberg" ist immerhin ein Anfang gemacht: mit viel Mut für öffentlich-rechtliche Verhältnisse, auch wenn es sicher noch etwas mutiger ginge. Man startet erst einmal da, wo man sich auskennt: In den eigenen Mainzer Hallen, in der die verzweifelte Redakteurin einer Entwicklungsredaktion versucht, ein neues Format für Sascha Hehn zu finden. Es hagelt Anspielungen auf die Tücken des Sendealltags, aber all das bleibt in kalkulierbarem Rahmen und wird nie richtig böse. Was den Charme ausmacht, ist die ungewöhnliche Besetzung. Eva Löbau als Billie Zarg ist erwartungsgemäß richtig toll. Die Rolle der Schüchternen, die von allen herumgeschubst wird und sich nicht aus der Deckung wagt, ist wie für sie gemacht. Sascha Hehn und sogar Wayne Carpendale machen vor, dass sie tatsächlich spielen können, wenn man ihnen glaubwürdigen Text gibt statt pilcherisierter Plattheiten. Und keine Frage: Hehn macht sich mit Bravour zum Affen. Erst Roland Kaiser, dann Hehn: Wer das Schmalz-Business so lange überstanden hat, hat sich ein lässiges Comeback einfach verdient.

Für meinen Geschmack war Lerchenberg aber erst in der letzten Folge so konsequent unkorrekt, dass es richtig Spaß machte. (Achtung Spoiler!) Wie die völlig fertige Billie im überdimensionalen Mainzelmännchen Det-Kostüm den verwahrlosten Hehn in Kapitäns-Uniform küsste: ein großer Moment! Da hatte sich Lerchenberg warm gespielt, und man hätte gern noch ein paar Folgen lang zugesehen. Aber das kann ja noch werden?

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