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Freitag, 27. September 2013

Freitags-Flusen: Katzenberger ermittelt, Guardian-Leser pitchen und Don Draper hat Haarspray im Bart

Der Bundesvision Song Contest ist abgehakt, Bosse hat verdient gewonnen - und was war sonst noch los in dieser Woche? Hört, hört!

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Mehr als 20.000 Schauspieler gibt es in Deutschland. Und ich wette, ein Großteil davon ist ziemlich fähig. Und was macht die ARD? Besetzt die Hauptrolle in einem Fernsehfilm mit einer nuschelnden Barbie. Daniela Katzenberger soll als pfälzische Sparkassenangestellte Kriminalfälle lösen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Takes da pro Satz gebraucht werden! Für mich der Flop der Woche.

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Welche Serie würdet ihr gern sehen? Der Guardian hat ganz einfach seine Leser gefragt. 500 Pilot Pitches wurden eingeschickt, gesichtet und knallhart von Experten auseinandergenommen. Mein Favorit: Cassidy Cargo. Eine Frau erbt eine Airline und muss sich im Macho-Business bewähren. Kann man machen.

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Während bei Jan Josef Liefers, frisch ausgezeichnet mit der goldenen Henne, der Herbst dieses Jahr auf dem Kopf beginnt, lässt Jon Hamm alias Don Draper lang hängen. Um seinen wildwuchernden Bart für die Emmys präsentabel zu machen, griff seine Maskenbildnerin zu Haarspray. Und was ist mit dem Ozonloch? Diese Bartmode muss endlich aufhören!

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Apropos Mad Men: Storys über Werber bleiben en vogue. Jüngst gestartet: "The Crazy Ones" (CBS) mit Robin William, der zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder Fernsehen macht. Er spielt den Chef einer Werbeagentur, die er zusammen mit seiner Tochter leitet (Sarah Michelle Gellar).

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Die Freitags-Flusen machen kommende Woche Pause. Vorher aber noch ein Gucktipp:
"Der rote Kakadu" (Mittwoch um 23 Uhr im BR) ist ein kleiner, feiner Film von Dominik Graf, in dem mir zum ersten Mal Ronald Zehrfeld aufgefallen ist - inzwischen ja ein ganz Großer.

Dienstag, 24. September 2013

"Masters of Sex": das nächste große Ding nach Mad Men?

Welcher neuen Serie wird es wohl gelingen, in die siebenmeilenstiefelgroßen Fußstapfen von Mad Men zu treten? Große Chancen räumen US-Kritiker der Showtime-Produktion "Masters of Sex" ein, die sich um das Leben und Experimentieren des Sexualforscher-Paars Willam H. Masters und Virginia H. Johnson dreht. Showtime (aus deren Schmiede unter anderem auch Homeland und Dexter stammen) zeigt jetzt die erste Folge gratis online. Enjoy!

 

Freitag, 20. September 2013

Freitags-Flusen: Weissensee, Promi Big Brother und Neues aus Great Britain

Freitag ist Freutag ist TV-Klatsch-Tag: Die News!


Früher war alles besser? Von wegen: Es gab Zeiten, da tummelten sich Kuschel-Rapper wie Oli Petzokat aka Oli P. in den Charts. Gottseidank kann man das im Ordner "Erledigt" abheften.  Oli P. singt nicht mehr, er macht jetzt in Hundefutter und hat in Köln einen Bio-Leckerli-Laden namens "Stöckchens Delikatessen" eröffnet. Wie tierisch lustig es mit dem Elite-Kläffern zugeht, wird er sicher auch in seinem neuen Format "Oli's Hundeleben" berichten, das Yahoo für seine Vidoeangebot Yahoo Screen angekündigt hat.

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Top-Quote für "Weissensee": Den Auftakt der zweiten Staffel haben über fünf Millionen Zuschauer gesehen. Da geht noch mehr! Toll erzählt, sehr traurig, sehr berührend: einschalten!

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Ein ganz heißer Kandidat für den Grimme-Preis ist meiner Meinung nach die Parallel-Moderation von Oliver Kalkofe zu Promi Big Brother. Als One-Man-Shitstorm arbeitet er sich auf seiner Facebook-Seite unermüdlich an der Hohlheit der "Beklopptenbaracke" ab - für mich die Tirade der Woche.

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Lecker: Die besten Essens-Szenen in TV-Serien. Mein Favorit ist die Eis-inhalierende Betty Draper im deprimierend hässlichen Nachthemd.

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Großstadtkrimi ist out - die britischen Formate zieht es in die Provinz: The Daily Beast legt uns "Broadchurch" und "Southcliff"  ans Herz. Wer genug hat von den trotteligen deutschen Dorfpolizisten und es düster und spannend mag, sollte sich das schon einmal notieren.

Montag, 16. September 2013

"Angezählt" in Wien: Bibi Fellner, die ungekrönte Queen of Tatort

Man konnte nicht hinsehen, aber man konnte auch nicht wegsehen: Der Wien-Tatort "Angezählt" ging an die Nieren. Das lag einmal mehr an Adele Neuhauser, die ihre Bibi Fellner so tieftraurig und zugleich so witzig spielt, dass sie für mich die ungekrönte Queen of Tatort bleibt. Die Quote von über neun Millionen Zuschauern: absolut verdient. Nicht nur, weil es bis zum Schluss spannend blieb. Oder weil das Thema Zwangsprostitution so schonungslos und direkt auf den Tisch kam wie in keinem anderen Tatort, der sich je daran versucht hat.  Es war ein bestimmter Blick auf die Dinge, der diesen Fall besonders machte. Klar, ehrlich und unsentimental. 

Ein zwölfjähriger Junge zündet eine Frau an - und für ein paar Minuten ist man geneigt, an einen Dummejungen-Streich mit bösem Ausgang zu denken. Doch es ist ein Auftragsmord für einen Zuhälter, den der kleine Ivo aus Angst um seine Mutter ausgeführt hat. Dass das Leben des Jungen, als illegaler bulgarischer Einwanderer ohnehin arm an Chancen, danach noch einmal gut werden kann, ist schwer vorstellbar. Spätestens als er am Ende den bösen Zuhälter erschießt, wird das Happy End utopisch. Das tut weh. Und wer leidet mit? Bibi Fellner, auch sie eine Heimatlose, von den Eltern früh verlassen. Nichts möchte sie mehr, als dass andere die Zuwendung bekommen, die sie selbst nie hatte. Sie hofft auf das gute Ende, wirft sich für die Schwachen in den Ring, als Rächerin der Ungeliebten - und weiß doch, dass es schwer wird. Für ihre Menschlichkeit musste sie diesmal viel Prügel einstecken, äußerst brutal und an der Grenze des Erträglichen. Aber Bibi ist noch lange nicht ausgeknockt. Aufstehen, Krone richten, weitermachen. Dafür muss man sie einfach lieben.
 

Freitag, 13. September 2013

Freitags-Flusen: Semmelrogge zieht ein, Drehstart für den Knastarzt und Intrigen in Downton Abbey

Man kann Augen und Ohren zuhalten wie man will, irgendein TV-Gossip dringt doch durch! Diese Woche:

Gemein! Alida Kurras, Ex-Big Brother Container-Insassin, lässt rückblickend kein gutes Haar am Lifestyle-Knast. Sogar den Garten habe man damals überdacht, so dass kaum Luft hindurchdringen konnte. Ich mache mir jetzt doch ein bisschen Sorgen um die Sauerstoff-Sättigung von Martin Semmelrogge, der dem Vernehmen nach heute dort einziehen soll. Denn an der frischen Luft war der Stimmknarzer ja in der Vergangenheit schon eher selten.

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Apropos Knast: In Düsseldorf sind die Dreharbeiten für "Der Knastarzt" gestartet. Die Rolle des Weißkittels übernimmt Bernhard Piesk (wow!).

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Es wird Herbst und damit rückt die nächste Staffel "Downton Abbey" in Sichtweite. Was bereits durchgesickert ist: Footman Thomas (Rob James-Collier) wird sich beim Intrigieren diesmal auf das Kindermädchen der kleinen Sybbie konzentrieren. Mehr darüber weiß der Digital Spy.

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Der NDR hat ihn lange zurückgehalten, jetzt läuft der Fernsehfilm "Ein Job" nun doch heute Abend um 23.30 Uhr im Ersten, also mehr oder weniger unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Alles nur, weil Doris Heinze seinerzeit daran mitgewerkelt hat, munkelt die taz. Heinze hin oder her, immerhin spielt Vanessa Redgrave mit und ich kann endlich meine Martin Brambach-Strichliste weiterführen. Hiermit mein TV-Tipp zum Wochenende!

Mittwoch, 11. September 2013

"Die 2" mit Gottschalk und Jauch: Warum die Best friends forever-Masche zieht

Gottschalk und Jauch in einer dreistündigen Sendung: dass dieser Tanz der Fernsehdinosaurier den TV-Kritikern eine Steilvorlage liefern würde, war ja klar. Altbacken, scheintot, zum Gähnen, so der Tenor. Die Zuschauer sahen das anders, knappe sieben Millionen blieben dabei. Warum? An Barbara Schöneberger kann es nicht gelegen haben: die Ärmste war diesmal offenbar so eng in ihr Kleid eingenäht, dass ihr nur sehr wenig Lockerheit entweichen konnte. Die Spiele können es auch nicht gewesen sein, da war selbst Mike Krüger in 4 gegen Willi seinerzeit kreativer. Und mit ihrer gespielten gutmütigen Trotteligkeit gingen mir die beiden Altstars schon nach wenigen Minuten so was von auf die Nerven.

Aber in einem Punkt hat RTL alles richtig gemacht: die Story der beiden Protagonisten stimmte. Man kann gegen die sentimentalen Einspielfilmchen am Anfang sagen was man will - dieses Best of Fernsehmomente erfüllte seinen Zweck. Bei vielen Zuschauern, die JauchSchalk schon seit Jahrzehnten im TV verfolgen, bedienten sie höchstwahrscheinlich eine große Sehnsucht nach Kontinuität und Verlässlichkeit. Seht her, hier sind zwei, die das ganze Business durchgestanden haben, mit allen Ups and Downs. Trotzdem sind sie noch befreundet und keine abgehobenen Promis. Es gibt sie noch, die guten Dinge - in unserer ach so schnelllebigen Zeit. Das zumindest wollte RTL uns glauben machen. "Die 2" sind ein bisschen wie Manufactum. Man kauft ihnen alles ab, so lange es den Hauch der guten alten Zeit verströmt. Das bisschen Mief gehört eben einfach dazu.

Freitag, 6. September 2013

Freitags-Flusen: Michael J. Fox, The Slap und ein Wochenend-Tipp

Ja, ist denn scho' wieder Freitag? Dann aber schnell: Was diese Woche bei mir hängenblieb!


Was macht eigentlich Michael J. Fox? Einiges: Am 26. September startet seine "Michael J. Fox Show". In der NBC-Comedyserie spielt er einen an Parkinson erkrankten Vater, der nach fünf Jahren Familienpause in den Job zurückkehrt. An Selbstironie scheint es ihm nicht zu mangeln.
Mehr dazu auf tv.com

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Lindenstraße-Drehbuchautor Michael Meisheit hat sich das deutsche Fernsehen vorgeknöpft. Ein Abgesang mit Blick auf die neuen Chancen, die sich auftun: Fernsehen ist durch

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Gut, dass ich ab und an doch noch ins Programmheft linse - sonst wäre mir die tolle australische Serie "The Slap" auf ARTE durch die Lappen gegangen. Eine Mann ohrfeigt auf einer Party einen kleinen Jungen, der vorher alle terrorisiert hat. Ein Klaps mit Folgen, erzählt aus der Perspektive verschiedener Familienmitglieder und Freunde. Gibt's noch in der Mediathek!

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Perpetuum Lobhudelei: Beim Deutschen Comedypreis gibt es eine eigenartige Nominierung. Oliver Welke und Olaf Schubert stehen für die Moderation des Deutschen Fernsehpreises 2012 auf der Liste. Preise, die andere Preise mit Preisen belohnen - ein Modell für die Ewigkeit?

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Die neue Weissensee-Staffel rückt in Sichtweite: ab 17. September im Ersten, kurz davor werden noch einmal alle alten Folgen wiederholt. Ich kann nur soviel versprechen: es wird dramatisch und sehr traurig. 

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Und noch ein TV-Tipp für Schlaflose oder Programmierfreudige: "Frau fährt, Mann schläft" mit Hannelore Elsner,  in der Nacht zum Sonntag um 1.55 Uhr auf 3sat.