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Freitag, 22. November 2013

Freitags-Flusen: Waldi-Gate, Krimi-Schwemme und Neues von Pastewka

Da ist er wieder: der kleine, feine Rückblick aufs Fernsehgeschehen der Woche, höchst subjektiv von mir zusammengestellt.

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Waldemar Hartmann hat daneben gelangt! Als Telefonjoker behauptete er, Deutschland sei niemals Weltmeister im eigenen Land geworden. Hätte er mich mal gefragt. Das Endspiel fiel nämlich mit dem Tag meiner Taufe zusammen. Intensiver erinnern kann ich mich allerdings an eine Ausgabe "Zimmer frei!", in der ich als Studentin Ende der 90er Jahre einmal im Publikum saß. Hartmann gab dort eine derart armselige Vorstellung, dass am Ende rund zwei Drittel der Zuschauer eine rote Karte hochhielten Das bedeutete soviel wie: Lasst den nicht einziehen! Die Sendung wurde übrigens nie ausgestrahlt.

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Warum müssen Fernsehautoren in Deutschland so oft Krimis schreiben? André Georgi hat mit torrent darüber gesprochen und gibt interessante Einblicke.

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Die "Girls" kommen zurück: HBO hat die dritte Staffel für Januar 2014 angekündigt. Ob es Hannah dann besser gehen wird? Ich hoffe, dass zumindest das Trommelfell bis dahin wieder abgeheilt ist.

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Ich habe mir die ersten beiden Folgen der neuen Amazon-Serie "Alpha House" angesehen und finde: um mit HBO oder Netflix mithalten zu können, ist es noch ein langer Weg. John Goodman ist nicht so lustig, wie er sein könnte. Obwohl ich schon lachen musste, als er morgens unter der Dusche einfach ein Nickerchen hielt. Vielleicht muss man einfach stoisch weitergucken, und der Charme entfaltet sich erst später. Immerhin sind die ersten drei Folgen gratis.

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Es gibt wieder Licht am Ende des Comedy-Tunnels: Für Anfang 2014 sind neue Pastewka-Folgen angekündigt, ein Weihnachtsspecial wird Sat1 zuvor am 20. Dezember senden. Was der Sender sonst noch alles fürs kommende Jahr im Köcher hat, seht ihr hier.
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Und damit: husch, husch, ins Wochenende!

Mittwoch, 20. November 2013

Mittagspause mit TV-Koch: Auf einen Happen mit Kolja Kleeberg

Beim Bloggen kann man ja so herrlich die Zeit vergessen. Mir gelingt das allerdings immer nur bis höchstens halb eins. Dann fängt der Magen an zu knurren. Und es kommt die große Frage auf, die alle Freelancer im Home Office fürchten: Was koche ich jetzt bloß? Es soll schmecken, gesund und am besten noch in wenigen Minuten fertig sein. Die Quadratur des Kreises - denn meistens ist gerade nichts da. Oder wenn, dann nur das übliche Nudeln-mit-Pesto-Tralala.

Kein Wunder also, dass ich gestern der Einladung in die Kochschule La Cocina zu einer "Deluxe-Mittagspause" mit TV-Koch Kolja Kleeberg gefolgt bin. Immerhin hat der Mann mit dem Spitzbärtchen sich von Kerner bis Lanz, von Küchenschlacht bis Kocharena einmal quer durchs deutsche Fernsehen gekocht. Vor seiner Kochkarriere wollte er Schauspieler werden. Dieses Jahr konnte er daran anknüpfen und war in einer Folge "Notruf Hafenkante" zu sehen.

 

Auf dem Menüplan standen drei Gerichte, basierend auf Deluxe-Produkten: ein lauwarmer Nudelsalat mit Pistaziendressing und Lachscarpaccio, ein Dry Aged Rib Eye Steak mit Kopfsalatherzen in Safranbutter und indischen Kartoffeln und als Nachtisch Crème Brûlée mit Beerensauce und Schokoladeneis. Wow! Aber das musste natürlich alles erst gekocht werden, und da war jede helfende Hand gefragt. Ich versuchte mich in der Vorspeisengruppe. Bin ich froh, dass ich dabei nicht auch noch gefilmt wurde! Es kann ja so viel schiefgehen, und beim Arrangieren von 22 Tellern Lachscarpaccio kommt man ganz schön ins Schwitzen. Immerhin geizten Kleeberg und sein Assistent nicht mit guten Tipps. Die Hände sind das beste Werkzeug, habe ich gelernt. Und Fleisch kann man auch rückwärts braten: erst im Ofen anwärmen und dann in die Pfanne.

Die Fernsehküchen dieser Welt werden trotzdem ohne mich auskommen müssen, das überlasse ich lieber den Profis. Aber super gegessen habe ich. Die Messlatte für die nächste Mittagspause liegt hoch. Kleeberg, übernehmen Sie!

 

Freitag, 15. November 2013

Freitags-Flusen: Fernsehblog macht dicht, Tatortreiniger schrubbt weiter, Ghost spukt in Serie

War es der Bambi? Oder der Echo? Diese Preisverleihungen sind aber auch alle gleich, da blickt ja niemand mehr durch - schon gar nicht Helene Fischer. Und was war sonst los diese Woche?

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Wie mühsam sich Akteure wie Christian Kahrmann oder Nina Petri durchschlagen müssen, wenn sie gerade nicht drehen, zeigte die Doku "Gute Jahre, schlechte Jahre" aus der ZDF-Reihe 37°. Das Café "Kahrmanns Own" dürfte jetzt einige Gäste mehr zählen.

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Peer Schader macht Schluss mit seinem Fernsehblog, dass er zuletzt auf Ulmen.tv führte, nachdem faz.net ihn unverständlicherweise nicht mehr weiterbloggen ließ. Bleibt zu hoffen, an anderer Stelle mehr von ihm zu lesen.

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Weiter geht es indes für den "Tatortreiniger": Vier neue Folgen werden gedreht, Regie wie gehabt Arne Feldhuisen, Buch Mizzy Meyer. Ausgestrahlt wird bereits Anfang Januar - was für ein reizender Start ins neue Fernsehjahr!

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Die Schlacht ist eröffnet: Amazon setzt an, die Film- und Fernsehindustrie links zu überholen. Heute startet die erste eigene Serie, eine Polit-Comedy namens "Alpha House". Dass John Goodman eine Hauptrolle spielt, macht die Sache nicht weniger interessant. Als Nächstes wird "Betas" folgen, eine elfteilige Serie über vier Freunde im Silicon Valley. Autoren können ihre Ideen über die Plattform Amazon Studios pitchen.

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Paramount arbeitet offenbar an einer Neuauflage des Kinofilms "Ghost - Nachricht von Sam" (1990) als TV-Serie. Ob Demi Moore dafür wieder in die Latzhosen steigt, war nicht herauszubekommen.

Und damit: Ab ins Wochenende!
 

Mittwoch, 13. November 2013

FilmStoffEntwicklung: Degeto-Entrümpelung und das Strahlen der Linda Seger

Im Wagen vor mir fuhr Fiona Erdmann, hinter mir saß Gustav Peter Wöhler: die Fahrt im ICE nach Berlin war gewissermaßen ein "Foreshadowing" auf einen schillernden Tag mit großer Bandbreite von Schatten bis Licht. Ich habe mir am Samstag auf dem "Tag der Dramaturgie" des Verbands für Film- und Fernsehdramaturgie (VeDRA) angehört, was die Branche zurzeit bewegt. Ein paar Schlaglichter.

Volker Heise hat nicht nur die tolle, leider von viel zu wenig Zuschauern gesehene Serie "Zeit der Helden" gedreht, er plauderte auch sehr sympathisch über das ambitionierte Projekt. Im April 2014 wird seine Doku "24 h Jerusalem" auf ARTE zu sehen sein, für die er den Alltag Jerusalems 24 Stunden nonstop und in Echtzeit filmte.

Die Degeto räumt auf - nicht nur ihr Archiv, auch ihren Cast. Geschäftsführerin Christine Strobl scheint wild entschlossen zu sein, neue Gesichter zu etablieren. Da kommen auf Christine Neubauer und Christian Kohlund magere Zeiten zu.

Der Tatort hat sehr lange Vorlaufzeiten - rund zwei Jahre kann es dauern, bis ein Stoff umgesetzt ist. "Reichen Sie gern Stoffe für 2017 ein!", kalauerte man auf dem Podium. Wie solch ein Stoff dann aktuell und zeitgemäß sein soll, bleibt ein Rätsel. An neuen Hauptfiguren für den Berlin Tatort wird fleißig gebastelt.

Wie ein warmes Bad, das Autorenverzweiflung und "Ich werf die Brocken hin"-Gedanken abspült, wirkte die kurze, aber intensive Fragerunde mit der Mutter aller Drehbuchratgeber: Linda Seger. Eine zierliche Dame mit kurzen grauen Haaren, breitem frechem Grinsen und sehr viel Energie - wahrlich ein Erlebnis. Von ihrem Humor und ihrer Zuversicht wünscht man auch der deutschen Branche ein dickes Pfund.

Freitag, 8. November 2013

Freitags-Flusen: Knast-Comeback, Wolfgang Amadeus Schmidt, Hammer & Sichl

Außen alles grau, innen November-Blues? Dagegen habe ich etwas, to brighten up your day: die Freitags-Flusen! Was diese Woche hängenblieb - frisch abgezupft.

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Schwedische Gardinen liegen wieder schwer im Trend: Die Dreharbeiten für den "Knastarzt" laufen, jetzt setzt RTL mit einer Adaption der australischen Produktion "Wentworth" noch einen drauf und schickt wieder Frauen hinter Gitter. Federführend sind die Soap-Experten von UFA Serial Drama. Ob es ein Wiedersehen mit Walter gibt, ist noch unklar.

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ZDFneo liebt es britisch - gut so! Wieder wurden zwei BBC-Serien eingekauft. 2014 sollen "Ripper Street" und "The Fear" starten. In "Ripper Street" ermittelt Matthew Mcfadyen ("Spooks") im London des späten 19. Jahrhunderts, "The Fear" dreht sich um einen demenzkranken Gangsterboss.

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Hat mal jemand bei Harald Schmidt Fieber gemessen? Man kann sich ernsthaft Sorgen machen um den Herrn, der sich laut "Playboy"-Interview mit Mozart vergleicht. Einen Nachfolger für sich selbst sieht er nicht: "Neo, Eins-Plus, Pipifax, ich weiß gar nicht, wie die Spartenkanäle alle heißen. Da kann sich ja nichts mehr durchsetzen." Entweder hat er vorher zu viel im Heft geblättert und war davon ganz verwirrt, oder er hat nur Spaß gemacht. Ich hoffe letzteres.

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Unbedingt ansehen: Die sechsteilige Serie "Top of the Lake" von Jane Campion (ARTE) - am besten auf einem großen Bildschirm!

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Immer freitags um 22 Uhr zeigt der BR ab heute die neue Miniserie "Hammer & Sichl". Ein Schwabinger Hallodri (wie könnte es anders sein: Wolfgang Fierek) und ein Stralsunder (Tim Wilde) gründen einen Handwerksbetrieb. Ob das doof oder lustig wird? Der Trailer zumindest kommt ein wenig lahm rüber.

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Und damit verabschiedet sich die Fernsehfreundin übers Wochenende nach Berlin - da wird nämlich über Filmstoffentwicklung konferiert - und auch ganz viel über TV geredet. Ich werde die Ohren spitzen und kommende Woche brühwarm berichten!
 

Montag, 4. November 2013

Tatort Erfurt: Homerun für den flotten Dreier

Inzwischen gibt es ja so viele regionale Tatort-Kommissare, dass man gelegentlich den Überblick verliert: Ist der jetzt neu oder kommt der nur so selten, dass man denkt, der sei neu (wie bei Murot aus Wiesbaden)? Bei den drei Newbies aus Erfurt indes war schnell klar: so ein Trio gab's bisher noch nicht. Emrah Ertem hat beim Casting ganze Arbeit geleistet. Friedrich Mücke, Benjamin Kramme und ganz besonders Alina Levshin machen in "Kalter Engel" einen tollen Job. Fünf Gründe dafür:

1. Die Jungs haben trainiert - egal wer rennt, es sieht richtig gut aus. Man muss sich zu keiner Zeit Sorge um Knie- und Hüftgelenksschäden machen, die eine Frühpensionierung nach sich ziehen könnten (siehe auch: Tatort Berlin, Tatort München).

2. Keiner spielt den anderen an die Wand.

3. Die Praktikantin wird wie eine Praktikantin behandelt: man schiebt ihr einen Stuhl vor die Fensterbank oder schmeißt sie einfach aus dem Verhörzimmer. Von gespielter Höflichkeit hält hier keiner etwas.

4. Es wird nur das Nötigste geredet. Wenn beim nächsten Fall seltener "krass" und "Alter" im Dialogbuch stünde, wäre das allerdings auch nicht schlecht. Man muss sich aber auch nicht darüber aufregen.

5. Endlich einmal hat der Kommissar das Kind, und nicht die überspannte alleinerziehende Kommissarin (siehe: Tatort Furtwängler).

Nach dem Münchner Schmarrn der vorherigen Woche eine echte Wohltat!