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Mittwoch, 13. November 2013

FilmStoffEntwicklung: Degeto-Entrümpelung und das Strahlen der Linda Seger

Im Wagen vor mir fuhr Fiona Erdmann, hinter mir saß Gustav Peter Wöhler: die Fahrt im ICE nach Berlin war gewissermaßen ein "Foreshadowing" auf einen schillernden Tag mit großer Bandbreite von Schatten bis Licht. Ich habe mir am Samstag auf dem "Tag der Dramaturgie" des Verbands für Film- und Fernsehdramaturgie (VeDRA) angehört, was die Branche zurzeit bewegt. Ein paar Schlaglichter.

Volker Heise hat nicht nur die tolle, leider von viel zu wenig Zuschauern gesehene Serie "Zeit der Helden" gedreht, er plauderte auch sehr sympathisch über das ambitionierte Projekt. Im April 2014 wird seine Doku "24 h Jerusalem" auf ARTE zu sehen sein, für die er den Alltag Jerusalems 24 Stunden nonstop und in Echtzeit filmte.

Die Degeto räumt auf - nicht nur ihr Archiv, auch ihren Cast. Geschäftsführerin Christine Strobl scheint wild entschlossen zu sein, neue Gesichter zu etablieren. Da kommen auf Christine Neubauer und Christian Kohlund magere Zeiten zu.

Der Tatort hat sehr lange Vorlaufzeiten - rund zwei Jahre kann es dauern, bis ein Stoff umgesetzt ist. "Reichen Sie gern Stoffe für 2017 ein!", kalauerte man auf dem Podium. Wie solch ein Stoff dann aktuell und zeitgemäß sein soll, bleibt ein Rätsel. An neuen Hauptfiguren für den Berlin Tatort wird fleißig gebastelt.

Wie ein warmes Bad, das Autorenverzweiflung und "Ich werf die Brocken hin"-Gedanken abspült, wirkte die kurze, aber intensive Fragerunde mit der Mutter aller Drehbuchratgeber: Linda Seger. Eine zierliche Dame mit kurzen grauen Haaren, breitem frechem Grinsen und sehr viel Energie - wahrlich ein Erlebnis. Von ihrem Humor und ihrer Zuversicht wünscht man auch der deutschen Branche ein dickes Pfund.

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