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Freitag, 19. Dezember 2014

Freitags-Flusen: Pegida-Comedy, "Geld sofort" und Olive Kitteridge

"Brauchen wir diese ganzen Comedians wirklich?" Wer sich das schon einmal gefragt hat, sollte spätestens in den vergangenen Tagen gemerkt haben: Ja, die brauchen wir. Und wie wir die brauchen! Weil sie das Pegida-Phänomen so aufdröseln, dass man bei aller Bitterkeit darüber lachen kann. Weil sie ihm die Komplexität nehmen und die klugen Gedanken dazu auf den Punkt bringen. Comedy ist möglicherweise sogar die einzige starke Gegenbewegung, die es derzeit gibt. Jeder macht das auf seine Weise, und alle sind gut: von Tobi Schlegl mit der Aktion Moslems gegen die Verdummung des Abendlandes über die heute-show mit Ryssen Today deutsch und Claus von Wagner mit seinem Tagebuch des täglichen Wahnsinns bis zu Jan Böhmermann und seinem Neo Magazin mit dem #pegidaloca Hashtag und den Top 5 der Pegida Charts. Danke, dass ihr das macht und den Wahnsinn beim Namen nennt. Denn sonst macht es ja keiner!

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Es ist ein neuer, alter Heinz Erhard Film aufgetaucht! Und dann auch noch mit einem Titel, wie ihn sich kein Spam-Betreffzeilen-Erfinder der Welt besser hätte ausdenken können: "Geld sofort!" Für mich jetzt schon der Filmtitel des Jahres 2015! TV-Premiere ist am 6. Januar um 22 Uhr im NDR.

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So langsam aber sicher werden wir auch bei den Schauspielern zum Export-Meister: Nina Hoss hat demnächst einen Gastauftritt in "Homeland". Und das, nachdem schon Sibel Kekili und Thomas Wlaschiha an "Game of Thrones" und Franka Potente an "The Bridge -America" ausgeliehen wurden. Wenn uns jetzt noch jemand Fritz Wepper abnehmen würde...?

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Sky zeigt ab Februar die neue HBO-Miniserie "Olive Kitteridge" mit der tollen Frances McDormand. Bis sie auch im Free-TV angekommen ist, kann ich nur empfehlen die Romanvorlage zu lesen: Mit Blick aufs Meer von Elizabeth Strout. Nicht von Titel und Cover irritieren lassen! Der Kitsch-Anteil geht gegen null.



Und damit husche ich in die Weihnachtsferien und wünsche euch eine erholsame, glückliche Zeit!

Freitag, 5. Dezember 2014

Weihnachtsfeier in der Firma: Diese Filmszene sagt alles

Bevor sich alle in die Weihnachtsfeiern stürzen: Hier ist sie, meine Lieblings-Filmszene zum Thema. Ja, sie stammt aus dem sehr traurigen Film "Kramer gegen Kramer". Und ja, sie ist traurig. Ein wenig. Aber dann auch wieder skurril und komisch. Kramer sucht verzweifelt einen Job, um seinen Sohn nach der Trennung bei sich behalten zu dürfen. Leider hat er für das Vorstellunggespräch den denkbar schlechtesten Tag erwischt: kurz vor der Firmen-Weihnachtsfeier.
Aber seht selbst.



Freitag, 21. November 2014

Freitags-Flusen: Abu Nazir, Mozart in the Jungle - und im ZDF gibt's Tote

Trüb ist es draußen, aber drinnen vor dem Fernseher kann einem das zum Glück schnurzpiepegal sein! Deshalb jetzt: ein paar herzerwärmende TV-News.

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Wer "Homeland" kennt, dem muss ich natürlich nicht erklären, wer Abu Nazir ist. Gespielt wird der Terror-Titan von Navid Negahban, der demnächst auch in einem Tatort zu sehen ist: im nächsten Fall mit Wotan Wilke Möhring namens "Die Feigheit des Löwen". Ob er darin wieder den Bösewicht mimt?

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Und hier ein Geheimtipp für alle, die Amazon Prime nutzen: dort gibt es ab Dezember alles zehn Folgen von "Mozart in the Jungle". In den halbstündigen Episoden der Comedy geht es um Sex, Drugs und klassische Musik - klingt erst einmal schräg, ist aber sehr spannend, denn man erfährt, wie es hinter den Kulissen eines Symphonie-Orchesters wirklich zugeht. Geschrieben hat die Comedy Roman Coppola. Regie führte unter anderem der von mir sehr geschätzte Jason Schwartzman, in den Hauptrollen sind Gael Garcìa Bernal und Malcolm McDowell zu sehen.




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Streikende Lokführer konnten mich nicht aufhalten: ich war bei Filmstoffentwicklung 2014, dem Tag der Dramaturgie in Berlin. Gut dass es geklappt hat, denn sonst hätte ich viele tolle Vorträge verpasst. Spannend verspricht das neue Projekt von Matthias Glasner zu werden: Die Lebenden und die Toten, ein Mehrteiler mit Jürgen Vogel und Thomas Heinze über eine Mordkommission in Berlin. Glasner hat die Bücher unter anderem mit ganz jungen unbekannten Autoren erarbeitet, was dem Stoff sicher sehr gut getan hat.

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Stifte raus, Sendung notieren: Ab 3. Dezember zeigt der NDR neue Folgen vom "Tatortreiniger", immer mittwochs in Doppelfolgen. Das Abendblatt hat bei den Dreharbeiten vorbeigeschaut.

Ich empfehle dazu einen steifen Grog!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Nominiert für den Liebster Award: Wer jetzt, ich?

OMG! OMG! OMG! Dieser Blog wurde von Stephanie Esser vom textschliff-Blog für den Liebster Award nominiert. Ich hoffe doch einmal sehr, dass danach nicht so eine Art Oscar-Fluch auf mir lastet und mir nie wieder etwas einfällt. Aber lassen wir das "mimimi" beiseite - denn bevor der rote Teppich ausgerollt wird, wurde ich gebeten einige Fragen zu beantworten. Ich kann das zwar nicht so gut wie Twittergott Claus Kleber, gebe aber mein Bestes.

Was ist das Thema deines Blogs und wie bist du darauf gekommen?
Als Fernsehfreundin schreibe ich über TV-Serien, Shows und alles, was mir am Fernsehen auffällt, zum Beispiel tolle, aber noch nicht so bekannte Schauspieler. Anfangs war es eine Art digitaler Notizzettel - ich wollte mir Gedanken und Ideen merken, die mir so oft beim Zuschauen kamen.Das Ganze ist also zugleich so eine Art Anti-Demenz-Training.

Welche Stationen durchläuft bei dir ein Beitrag von der Idee bis zum fertigen Artikel?
Ich bin kein Neurologe, aber es fängt höchstwahrscheinlich irgenwo in den Frontallappen an zu brizzeln, läuft dann durch den Rachen und bahnt sich den Weg in die Fingerkuppen - der Rest ist meditatives Tastaturklappern.

Wo holst du dir Inspiration für deine Blogbeiträge?
Überall da, wo andere längst weiterzappen.

Was machst du, wenn dir mal nichts einfällt?
Zuerst ein dummes Gesicht. Dann einen Kaffee. Dann die "Gone with the wind"-Methode: Verschieben wir es doch einfach auf morgen.

Wenn du Zeit für ein weiteres Blog hättest: Worüber würdest du gerne noch bloggen?
Comedy und solche, die es werden will.

Welches Buch liegt momentan auf deinem Nachttisch?
Da liegen sogar zwei: Clemens Meyer: "Als wir träumten" und "Fünf Löcher im Himmel" von Rocko Schamoni

Und liegt vielleicht ein Manuskript in der Schreibtischschublade?
Ja, auch da liegen zwei: für eine Comedy-Serie und eine Krimi-Serie. Hey, Produzenten: Interesse, anyone?

Was ist dein Ausgleich zur Schreibtischarbeit?
Meine Kinder kitzeln.

Gibt es ein Motto, das dich in deinem Leben begleitet?
Ich lebe mottofrei sehr komfortabel.

Hast du einen Plan B?
Nein. Aber ich mag seine Songs!

Und zum Schluss die Gretchenfrage: klassisches Buch oder E-Reader?
Klassisches Buch. Ist einfach leichter zu stapeln.

Und damit nominiere ich

Ansichtskarten vom Schreiben 
Frau Lehmann
The Church of Rationality
blog-galore

Das mit den Fragen scheint ja irgendwie dazu zu gehören. Also hey, wenn ihr Zeit habt: Stellt euch drei Fragen, die ihr euch immer schon einmal stellen wolltet. Wenn nicht, seid ihr trotzdem die Besten!

Freitag, 24. Oktober 2014

Freitags-Flusen: Eine Rollmütze, ein Clan und eine Kuhflüsterin

Es ist Freitag, Babes! Zeit für meinen Rundumschlag. Was war los diese Woche?

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Comedy-Preis 2014 für "Mario Barth deckt auf!": Ich war peinlich berührt. Sicher wird die Jury erpresst, anders kann es nicht sein.

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Ein kleiner Geheimtipp für die Pay-TVler unter euch: Kommenden Mittwoch, den 29.10., zeigt Sony Entertainment TV "Clan", eine witzige und sehr böse Serie aus Belgien. Ja, auch Europa kann das mit den guten Geschichten. Es geht um vier Schwestern, die ihren Schwager umbringen. Sehr fein erzählt und gar nicht klamottig.

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Und noch etwas aus der Reihe "Seriously???": Das Erste zeigt im kommenden Jahr eine neue Serie mit Cordula Stratmann namens "Die Kuhflüsterin". Schmunzeln ist das neue Schunkeln.

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20 Jahre lang gibt es "Ein starkes Team" mit Maja Maranow und Florian Martens jetzt schon, morgen ist die Jubiläumsfolge zu sehen. Die Rollmütze ist natürlich auch wieder mit dabei.

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Allen, die sich die ganze Zeit schon gefragt haben, ob Bastian Pastewka wirklich ein deutsches Breaking Bad dreht, sei dieses Hintergrundmaterial empfohlen.

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Sein Name ist Henriksen. Giovanni Henriksen: Am 30.10. startet "Lilyhammer" auf Arte - mit dem großartigen Steven Van Zandt, der für mich seinerzeit der einzige Grund war, mir Springsteens "E Street Band" anzuhören.


Donnerstag, 23. Oktober 2014

House of Lies Staffel 3: Jeannie!

Marty Kaan is back! Zwar ist die dritte Staffel "House of Lies" erst einmal nur bei AXN zu sehen (möööp!): ab 11. November gibt es immer dienstags um 21.15 Uhr neue Folgen. Aber ich vertraue darauf, dass ZDFneo auch bald zugreift.

Was passiert? Das alte Team ist auseinander gebrochen, Marty führt seine eigene Firma mit einer neuen Mannschaft. Jeannie und Doug sind bei Galweather & Stearn geblieben. Clyde hat bei Martys Ex-Frau Monica in einer konkurrierenden Unternehmensberatung angeheuert – eine Fehlentscheidung, wie sich bald zeigen wird. Und Marty? Vermisst Jeannie - und das verursacht schlimme Alpträume, wie man sieht.

Freitag, 10. Oktober 2014

Freitags-Flusen: Magda Wächter, ein Mitbewohner und ein Rosenkranz

Bevor ihr den Drachen steigen lasst, werft schnell noch einen Blick in die Freitags-Flusen - ich harke für euch wieder einen Haufen Fernsehlaub zusammen. Bitte sehr:

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Alle reden von den 47 Toten, die es im kommenden Tatort Wiesbaden namens "Im Schmerz geboren" geben soll. Wobei die Frage, ob viel auch viel hilft, erst noch geklärt werden muss. Die eigentliche Sensation ist für mich aber jemand ganz anderes: nämlich Murots Assistentin Magda Wächter, gespielt von Barbara Philipp. Tolle Frau, sollte viel öfter besetzt werden, Herrschaften!

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Was ich ja oft vermisse, ist ein Mediatheken-Führer. Am besten mit Countdown: Was ist an welchen Tagen noch zu sehen? Was muss ich mir unbedingt noch angucken, nachdem ich es bereits schon einmal verpasst habe? Dann würden mir Sendungen wie "Prinzessinnen, Popstars und Girlpower" nicht durch die Lappen gehen, die Doku gibt es bei Arte+7 nur noch bis morgen.

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Apropos nicht linear gucken: Bei Youtube sind alle bisherigen Folgen der neuen Webserie "MANN/FRAU" zu sehen (BR/Ulmen TV). Nachholen lohnt sich! Meine liebste ist bislang die Mitbewohner-Folge:



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Wer 13th Street empfängt, sollte am 13.10. einen Blick in "Amber - Ein Mädchen verschwindet" auf 13th Street werfen. Der Plot ist zwar brutal: eine 14-Jährige verschwindet spurlos und ihre Familie zerbricht daran. Aber sehr gut umgesetzt - nicht reißerisch, ganz nüchtern und psychologisch genau. In Irland (daher stammt die Miniserie) wurde das Ende heiß diskutiert, aber ich will nicht spoilern.

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Und noch ein TV-Tipp zum Wochenende - wie so oft auf Servus TV: "Rosenkranz und Güldenstern", eine Komödie von 1990, in der zwei Nebenfiguren aus Shakespeares Hamlet ihre Sicht der Dinge schildern. In den Hauptrollen: Tim Roth und Gary Oldman, damals noch mit Babypopo-Gesichtern.

Freitag, 26. September 2014

Freitags-Flusen: Schlikkerfrauen, Leslie Mandoki und runzlige Memes

Freitag, Freitag, da war doch was....ach ja, stimmt: Zeit, die wöchentlichen TV-Brotkrumen zusammenzufegen! Bitte sehr, das hier ist mir zu Ohren gekommen.

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Mehr als zwei Jahre nachdem der Schlecker-Markt in meiner Nähe leergeräumt wurde, ist eine Reinigung in die Geister-Drogerie eingezogen. Das sah aber auch aus! Und jetzt sind auch endlich die Filme zur Pleite fertig: "Die Schlikkerfrauen" wehren sich am 30.9. auf Sat1 gegen ihren Chef, gespielt von Sky Dumont. Der bekommt es mit Annette Frier und Katharina Thalbach zu tun. Das ZDF hinkt zeitlich mit "Alles muss raus – Eine Familie rechnet ab" ab 13. Oktober etwas hinterher. Bei allem Mitgefühl, mit zwei Schlecker-Filmen ist es dann aber auch wirklich genug.

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"Leslie Mandoki rockt den Fürstenhof!" verkündet das Erste: der Produzent soll in Folge 2105 von "Sturm der Liebe" mitspielen in der Rolle eines - na? Musikproduzenten! Man mag gar nicht genauer drüber nachdenken.

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Die erste Sendung über Memes im deutschen Fernsehen! Ich korrigiere: Die erste Sendung über alte Memes im deutschen Fernsehen: In "15 Minutes of Fame" will sich ZDFinfo dem Phänomen ab 2. Oktober nähern. Aber irgendwie passt es: schon am Folgetag haben die meisten Memes ja eher historischen Wert, und damit sind sie bei ZDFinfo bestens aufgehoben.

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"Add a friend" geht ab 6. Oktober in die dritte und letzte Staffel auf TNT Serie. Mit dabei ist auch Emilia Schüle, von der man in Zukunft sicher noch mehr hören wird.



Freitag, 12. September 2014

Freitags-Flusen: Jan Josefs Halbbruder greift an

Herzlich willkommen zu den ersten Freitags-Flusen nach der Sommerpause! Und uiuiui: es ist schon wieder einiges los.

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Hab ich es nicht gesagt? Habe ich nicht schon immer meine ganz persönliche Martin-Brambach-Statistik geführt? Jetzt bekommt dieser tolle Schauspieler (übrigens ein Halbbruder von Jan Josef Liefers) die Hauptrolle als neuer Ermittler im Sachsen-Tatort. So was von verdient!

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Christmas ahead! Noch bevor in Großbritannien die fünfte Staffel Downton Abbey startet, stellt diese Nachricht schon alles in den Schatten: George Clooney himself soll als Gast im Christmas Special auftreten. Ob Lady Mary mit ihm...Tee trinkt?

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Super RTL hat es offenbar auch auf die Erwachsenen abgesehen mit seiner Animations-Strategie: Ab Oktober soll es neue Folgen von "Calimero" (ja, der mit dem Sombrero aus Eierschale) geben: und das sogar in 3D.

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Krankenhaus-Comedy ahead! Gleich zwei von der Sorte starten ab 10. Oktober freitags bei den Öffentlich-Rechtlichen: Das Erste versucht es mit "Dating Daisy", das ZDF schickt ChrisTine Urspruch aka Alberich als Oberärztin "Dr. Klein" auf eine Kinderstation. "Bettys Diagnose" wird gerade gedreht und soll auch Lustiges aus dem Bettenlager liefern. Witze + Spritze = Publikumsmagnet? Ob das aufgeht...

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Ich erinnere mich noch an einen verregneten westfälischen Nachmittag, mein Bruder und ich vor dem Fernseher, es lief "Der Frosch mit der Maske". Mann, war das gruselig. Zumindest der Plot, an vielen Stellen. Aber es bleibt dabei: Fuchsberger war ein Großer. Mach's gut, Blacky!

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Und hier noch ein kleiner Vorgeschmack auf die Tweedjacken-Träger!



Mittwoch, 27. August 2014

Danni Lowinski: Pit kommt wieder

Worauf ihr euch verlassen könnt, liebe Mit-Zusehende! Ich weiß es zwar auch nicht hundertprozentig sicher, aber mein Gefühl sagt mir: Das kann doch noch nicht alles gewesen sein! Meine Theorie: Pit versteckt sich eine Weile, und wenn man gerade denkt, jetzt hat Danni ihn vergessen - zack, steht er plötzlich wieder mitten im Zimmer! Und dann stellt sich heraus: Er ist gar kein Mörder. Er hat den Tod des Polizisten nur auf sich genommen, um jemanden zu schützen oder was weiß ich warum.

Alles andere wäre nach der bisherigen Big Romance so was von gemein von den Machern! Und weil ich mir nicht vorstellen kann, dass die letzte Staffel (die aktuell so schnell versendet wird, als hätte sie eine ansteckende Krankheit) so deprimierend endet, sage ich: Beim Pit ist der letzte Drops noch nicht gelutscht! Wir sprechen uns noch dazu.

Dienstag, 26. August 2014

Skandal: Kein Emmy für Matthew McConaughey!

Da steht man auf und ahnt nichts Böses, und dann das: Matthew McConaughey ist bei der Emmy-Verleihung für seine Rolle in True Detectivetatsächlich leer ausgegangen! Ich verstehe ja, dass "Breaking Bad" sich seine Preise auch redlich verdient hat - aber davon gab es ja inzwischen schon sehr viele. Man hätte den Mut zu einer ganz neuen Erzählweise belohnen können, und damit auch den Autor Nic Pizzolatto, der "True Detective" so unglaublich gut durchdacht und dicht erzählt hat.

Liebe Emmy-Verleihende, damit hättet ihr Geschichte schreiben können! Auch in den übrigen Kategorien wurden sehr viele der üblichen Verdächtigen mit Preisen gedacht, zum Beispiel "Modern Family". Verstehen kann man es allerdings bei Allison Janney, die inzwischen sechsfache Emmy-Preisträgerin ist. Diesmal bekam sie ihn für ihre Neben- bzw. Gastrolle in "Mom" und "Masters of Sex": weil sie selbst mit einem kurzen Auftritt immer wieder alle anderen an die Wand spielt. Auch "The Colbert Report" sei der Emmy herzlich gegönnt - die Kategorie "Beste Varietésendung" klingt allerdings etwas nach letztem Jahrhundert. Aber bei den Emmys braucht man eben manchmal etwas länger, um Dinge zu begreifen.

Dienstag, 12. August 2014

Goodbye, Mork!

Robin Williams ist tot. Menschen steigen auf Tische, um an ihn zu erinnern. Meine erste Begegnung mit ihm: als Mork vom Ork. Da war ich noch sehr klein, habe es aber noch sehr genau vor Augen. Er war jung, ein wenig hampelig und auch ohne große Leinwand sehr lustig. Jetzt hat ihn Orson zurückgeholt. Mach's gut, Mork!





Freitag, 25. Juli 2014

Freitags-Flusen: Pastewka, ein Fleischtag und Tod im TVlab

Hier kommen die letzten Freitags-Flusen vor der Sommerpause! Was gibt's Neues im TV?

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Viel ist nicht übrig geblieben von den vollmundigen Ankündigungen, der neuen Pastewka-Staffel einen prominenteren Sendeplatz zu gönnen. Am 5. September startet die siebte Staffel mit einem einstündigen Special, allerdings erst um 22.50 Uhr. Hardcore-Fans haben vorher die Chance, im Kino alle Folgen in einem Rutsch zu sehen. Apropos: Kommt jemand mit?

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Könnte gut werden: Christian Ulmen hat gemeinsam mit dem BR (hört, hört!) eine neue Serie entwickelt. MANN/FRAU dreht sich in 20 Folgen à 3 Minuten um das Liebes-Schlamassel neurotischer Großstädter um die 30. Neben Collien Ulmen-Fernandes spielen auch EDEKA-Mann Friedrich Liechtenstein und Christian Ulmen höchstselbst mit: ab 3. September erst im Web, dann im Bayerischen Rundfunk. Oder darf man ihn jetzt Rundfunky nennen?

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Und hiermit sei noch einmal dringend an den 5. August und die Free-TV-Premiere von Masters of Sex auf ZDFneo erinnert!

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Im Windschatten holt RTL Nitro gerade übrigens mächtig auf. Dort ist demnächst nicht nur das Breaking Bad Finale zu sehen, es wird auch einen "Fleischtag" geben, bei dem unter anderem das neue Beef-Magazin mit Steffen Wink vorgestellt wird. Sehr sympathisch! Auch ein Comeback für Peter Illmann und "Formel Eins" soll es geben. Hallo Generation Z: das ist mal wieder so ein Relikt aus der Zeit, als man Sendungen noch live auf Kassetten mitschnitt.

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Das ZDF TVlab geht in die nächste Runde: Diesmal wurden Produzenten aufgerufen, fiktionale Serienideen einzureichen. Interessant klingt die Sitcom "Jetzt ist Sense", in der Antoine Monot Jr. den Tod spielt und auch Martin Brambach besetzt ist.

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Und damit wünsche ich euch einen schönen Sommer!

Freitag, 18. Juli 2014

Danni Lowinski Staffel 5: Heiratet sie Pit doch noch?

Noch dreimal schlafen, dann stellt Danni Lowinski endlich wieder ihren Klapptisch auf. Die fünfte wird aber leider zugleich auch die letzte Staffel sein. Buuuuh! Von mir aus hätte es gern noch länger weitergehen können. Da Sat.1 einige Clips aus der neuen Staffel online gestellt hat, kann man schon einmal ein bisschen reinlinsen, was so alles passieren wird im großen Finale.

Danni zieht mit Bea und Kurt in ein Reihenhaus, und Kurt legt sich natürlich gleich mit den Nachbarn an. Beas Baby kommt auf die Welt, was Dannis Leben nicht gerade entspannter macht. Und dann sind da ja noch die drei Ex-Lover! Und hurra, hurra, Rotlicht-König Pit kommt tatsächlich noch einmal zum Zug. Heiraten die beiden vielleicht doch? Es wäre zu schön!

Aber: da sind ja noch August von Grün und Oliver Schmidt, und die haben auch nicht ganz aufgegeben. Zumal es in Olivers Ehe gewaltig knirscht. Es wird also wieder viel Liebes-Durcheinander geben, viele Bäder im Bällebad - und eine neue Figur namens "Hashtag" (seriously!), die Beas Nachfolge im Coffeeshop antritt.

Deshalb nicht vergessen: kommenden Montag um 21.15 Uhr auf Sat.1 geht's los!


P.S.: Im wahren Leben ist Pit alias Dirk Borchardt übrigens mit Caroline Frier (Annette Friers Schwester) verlobt!

Freitag, 11. Juli 2014

House of Cards Staffel 2: Die Verwandlung der Claire Underwood

+++Achtung: Spoiler!+++


Schon nach der ersten Staffel war klar: Frank Underwood (Kevin Spacey) ist noch längst nicht da angekommen, wo er hinwill. Daran, dass er für seine Ziele vor nichts zurückschreckt, ließ er keinen Zweifel. Den armen Peter Russo beförderte er ins Jenseits und ließ es wie den Selbstmord eines Alkoholikers aussehen. Aber dass er auch Zoe Barnes aus dem Weg schaffen würde: Das hatte man vielleicht insgeheim befürchtet, aber doch nicht erwartet. Und doch kommt es so. Ein Treffen in einer U-Bahn-Station, ein kleiner Schubs, und weg - was mal eine heiße Affäre war, endet als tragische Schlagzeile in den Medien.

Aufmarsch der Zinnsoldaten
Underwood klettert weiter auf der Leiter und zeigt, wie viele Facetten eines Intriganten in ihm stecken. Er verführt die Leute, wiegt sie in Sicherheit und wendet genau das dann im nächsten Atemzug gegen sie. Sein liebster Schachzug: Er sagt einfach die Wahrheit. Frei nach dem Motto: "Ja, ich habe Mist gebaut. Entlassen Sie mich, sofort." Sein Gegenüber beschämt er damit und macht es zugleich handlungsunfähig. So kriegt er am Ende, was er wollte: Mehr Macht denn je. Der Präsident lässt Federn und steht wie ein gerupftes Huhn da. Doch eine Frage bleibt ungeklärt: Was will Underwood mit der neuen Macht anfangen? Hat er eine Vision, ein Ziel - oder ist es nur ein Spiel um der Macht willen, so wie er seine Zinnsoldaten auf einem Strategiebrett hin- und herschiebt? Das macht seine Figur auf Dauer etwas ermüdend und anstrengend.

Die Eiskönigin taut auf
Viel spannender ist, was mit seiner Frau Claire passiert. Anfangs noch kalt wie Eis, beginnt ihr Panzer nach und nach zu bröckeln. Sie lügt in einem Interview über eine Abtreibung und schiebt eine Vergewaltigung durch den General McGinnis vor. Die wiederum hat es wirklich gegeben. Fortan verbeißt sich Claire in einer Anti-Belästigungs-Kampagne, für die sie eine junge Ex-Soldatin, die ihr Schicksal teilt, zur medialen Mitarbeit überredet. Auch ihr Ex-Geliebter Adam Galloway wird in den Strudel der Berichterstattung über Claire hineingezogen. Beide werden Spuren davontragen. Und schließlich scheint auch Claire einzusehen, dass sie zu weit gegangen ist.

Remy in love with Jackie
Charmant und überzeugend erzählt: Die Lovestory zwischen der Kongressabgeordneten Jackie Sharp und Lobbyist Remy Danton, dem man zu ersten Mal echte Gefühle abkauft. Aber ob das stimmt? Man weiß in der zweiten Staffel eigentlich bei niemandem mehr, woran man wirklich ist.

Ich habe jedenfalls ein neues englisches Wort gelernt: subpoenaed (vorgeladen). Vor Gericht befragt und vorgeladen werden in der zweiten Staffel sehr viele Menschen. Diese oft sehr statischen Szenen lassen die Folgen manchmal leicht muffig und schwer wirken. Fazit: Viele Finten, viele Twists. Wenig Bewegung, Tempo und Witz. Und ein ganz klein wenig Romantik.

Freitag, 27. Juni 2014

Freitags-Flusen: Lasst das mal die Betty machen

Als fleißiges Fernseh-Eichhörnchen ich sammele ich natürlich Nahrung für die Zeit nach der WM. Denn die wird kommen! Und dann kommt so einiges!

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Neeeeeiiiiin, nicht schon wieder eine Krankenhausserie! Habe ich erst gedacht. Und dann: Jaaaa, mit Bettina Lamprecht (bekannt u.a. aus Pastewka und der Heute-Show)! Denn die kann eigentlich alles spielen. Hoffentlich lässt man sie auch machen. Bettys Diagnose heißt die zwölfteilige ZDF-Serie, gerade war Drehbeginn.

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Der WDR scheint eine Anti-Muff-Strategie gestartet zu haben: ein Ergebnis ist die neue Ensemble-Comedy Die unwahrscheinlichen Ereignisse im Leben von..., produziert von der bildundtonfabrik und Executive Producer Jan Böhmermann. Einspieler und gespielte Sketche wechseln sich ab, jede Episode hat zudem einen prominenten Gast. Den Anfang macht am 20. Juli Frank Elsner.

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Etwas lieblos versendet Sat1 die fünfte und offenbar letzte Staffel von Danni Lowinski im Sommerloch: ab 21. Juli immer montags um 21.15 Uhr.

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Eine meiner Lieblingsvokabeln ist ja "Free-TV-Premiere". Und genau so eine gibt es im August zu bejubeln, denn ZDFneo hat sich "Masters of Sex" gesichert. Bitte beim Synchronisieren diesmal ganz viel Mühe geben!

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Und statt Fernsehtipp diesmal ein Beauty-Tipp: Immer schön eincremen, sonst gibt's Olli Kahn-Knitter im Gesicht. Und HD sieht alles!

Montag, 23. Juni 2014

Sendung mit der Maus: Fußballfloskeln wörtlich genommen

Ich schreibe ja sonst selten über Kinderfernsehen, aber heute muss ich einmal eine Ausnahme machen. Denn das war bisher einer der besten Beiträge zur WM 2014 im Ersten: Die Sendung mit der Maus hat sich gängige Fußballfloskeln vorgenommen und im Wortsinn umgesetzt. Dabei ist ein sehr komisches Filmchen herausgekommen, in dem ein Bein stehen bleibt, ein Pass im Briefkasten landet und sich eine Ecke in ein Blumenmeer verwandelt. Geradezu Monty-Python-esk! Es fehlt eigentlich nur noch der offene Schlagabtausch, aber der kam ja auch erst nach Redaktionsschluss.

Und noch ein TV-Tipp: Heute um 22 Uhr zeigt das ZDF Woody Allens Midnight in Paris. Kleine Suchaufgabe: In welcher Rolle tritt darin Corey Stoll auf (alias Peter Russo aus "House of Cards")?

Freitag, 6. Juni 2014

Freitags-Flusen: Ein Cordanzug, ein Ponyhof und Eulenspiegeleien

Freunde des Fernsehens! Die Uhr tickt: Es beginnt die WM-Vorwoche. Will sagen: Wer jetzt noch einmal etwas ohne Fußball sehen will, muss sich ranhalten!

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Der Sommer nimmt Fahrt auf - und was macht die ARD? Sie pfeift auf leichte Bekleidung und räumt den Dienstag Abend für einen Cordanzug-Träger frei. Ab dem 10. Juni darf Harald Krassnitzer als Mediator Paul Kemp - Alles kein Problem fiese Streits schlichten. Man schwitzt schon vom bloßen Hingucken.

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Der Degeto-Stoffentwicklungspreis ist vergeben: gewonnen hat das Treatment "Ponyhof". Die Gewinner sollen jetzt einen Spielfilm für den Freitag Abend entwickeln. Für Fans von "Wendy"? Man darf gespannt sein.

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Fan BingBing heißt die erste chinesische Schauspielerin in der Barbie Hall of Fame. Bis dahin ist es für Fiona Erdmann noch einer weiter Weg - jetzt spielt sie erst einmal in "Unter uns" mit. Samuel Koch begibt sich indes in den "Sturm der Liebe", dort spielt er einen ehemaligen Rennfahrer. Außerdem ist er jetzt Ensemblemitglied am Staatstheater Darmstadt, heißt es.

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Noch 6 Monate, dann ist schon Nikolaus! Da kann man schon mal auf die diesjährige Weihnachtsproduktion hinweisen. Der MDR hat in Lüneburg mit den Dreharbeiten zu "Till Eulenspiegel" begonnen, in der Hauptrolle Jacob Matschenz. Der ist mir noch gut in Erinnerung aus 3 Zimmer/Küche/Bad von Dietrich Brüggemann.

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Mein TV-Tipp für Pfingsten fällt diesmal eher blockbusterig aus: The Ides of March mit George Clooney und Ryan Gosling ist am 8. Juni um 20.15 Uhr auf ProSieben zu sehen.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Vatertags-Flusen: Sherlock, Sherlock und nochmals Sherlock!

Diese Flusen-Ausgabe geht raus an alle Sugardaddys dieser Welt! Heute dürfen sich Männer in den Armen liegen, sentimentale Tränen über ihre Freundschaft weinen und jede Menge dummes Zeug machen.

Was das mit der dritten Staffel Sherlock zu tun hat, die heute um 21.45 Uhr mit der Episode "Der leere Sarg" in der ARD startet? Das verrate ich natürlich nicht. Nur so viel: Der Rätsel-Nerd ist gar nicht so tot wie befürchtet, und wir erfahren auch warum. Und wer gedacht hat, die ersten beiden Staffeln seien an Brillanz nicht zu toppen: Pustekuchen! Man muss sich wirklich auf beide Daumen beißen, um nicht noch mehr zu spoilern (aua!) Zwei weitere Folgen laufen am 8. und 9. Juni (Pfingsten), jeweils um 21.45 Uhr.

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Vorfreude-Alert! ZDFneo, der Musterschüler unter den TV-Sendern, hat für August die Free-TV-Premiere der Dramaserie "Masters of Sex" angekündigt. Tauchen wir also im Hochsommer in das Leben der Sexualforscher William Masters und Virginia Johnson ein. Hot, hot, hot!

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Ihr müsst jetzt ganz stark sein, liebe Danni-Lowinski-Fans: Die kommende 5. Staffel soll die letzte sein, hieß es diese Woche.

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Gibt es im Fernsehen die besseren Rollen für Frauen? Der "Hollywood Reporter" hat diese Frage mit sechs der bekanntesten TV-Schauspielerinnen am Emmy-Roundtable diskutiert. Nachzulesen auf hellogiggles, dem Portal von Zooey Dechanel.

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Das muss auch mal gesagt werden: ServusTV macht seine Sache gar nicht so schlecht. Es laufen zwar relativ viele alte Schinken, aber dann wenigstens ganz passable. Wer die Serie "Newsroom" mag, sollte sich Nachrichtenfieber am 31. Mai um 22.20 Uhr nicht entgehen lassen. Ein Achtziger-Schätzchen mit dem ganz jungen John Hurt als Reporter und Holly Hunter als Produzentin.

Freitag, 9. Mai 2014

Freitags-Flusen: Matula wird entknittert und Tukur laust der Affe

Freitag - und herrliches Fernseh-Regenwetter! Man muss das einfach mal positiv sehen. Die Regenrinne ist halbvoll, nicht halbleer. Und was gibt's sonst so Neues?

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Wanja Mues spricht sich "Müüüs" aus - das weiß ich, seit er gestern (als sehr angenehmer Gast) mit Judith Holofernes bei Kuttner plus Zwei am Tisch saß. Heute Abend kann er zum ersten Mal zeigen, ob er die Matula-Hechtrolle beherrscht. Zusammen mit Tech-Nick Antonine Monot Jr. rollt er Ein Fall für zwei neu auf.

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Da ist VIVA ja ein echter Coup gelungen - wenn die Server das mal aushalten! Sami Slimani aka Herr Tutorial moderiert ab sofort die "VIVA Top 100". Hört ihr sie schon kreischen?

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Falls hier jemand unseren Affen Charly vermisst: Es gibt Nachschub! Ulrich Tukur dreht gerade für UFA Fiction einen Spielfilm über Bernhard Grzimek. Dessen Paten-Kind, Schimpansin Kathrin, hat Grzimeks Frau übrigens mal zwei Rippen gebrochen. War sicher nur gut gemeint!

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Und noch ein Tipp: Herbstgold, Sonntag um 0.20 Uhr im MDR. Eine Doku über fünf hochbetagte Leichtathleten, alle zwischen 80 und 100, die sich auf eine Weltmeisterschaft vorbereiten.

Und damit: Auf die Plätze, fertig, ab ins Wochenende!

Freitag, 25. April 2014

Freitags-Flusen: Ein singender Hut-Roboter und andere Petitessen

Es gibt so viele Dinge, die einen davon abhalten können, neue Freitags-Flusen zu bloggen. Ein Buch schreiben, eine App entwickeln, eine Sekte gründen, das Rad neu erfinden, Synchronschwimmen lernen. Ich verrate euch jetzt nicht, was bei mir daran schuld war. Ist ja auch egal - hier kommt die nächste Ausgabe!

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"Zappen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen!" Hätte doch mal jemand diesen Warnhinweis an der ersten Folge von "Sing meinen Song" auf VOX angebracht. Aber so bin ich ahnungslos reingeschliddert und in Schockstarre hängengeblieben. Was war schlimmer: die angespannte Sitzhaltung von Xavier Naidoo? Die braune Pferdedecke, die Sarah Connor sich übergeworfen hatte? Oder Sasha, der einzig halbwegs sympathische Mensch in dieser gekünstelten Runde, der die Verwurstung seines Gesamtwerks ertragen musste? Ich weiß es nicht. Ich weiß es einfach nicht.

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Was mich noch sprachlos macht: Das ZDF dreht eine neue Vorabendserie mit Christine Urspruch (ich weigere mich, dieses T im Vornamen groß zu schreiben) als Kinderärztin. Titel: "Dr. Klein". Da sagste nix mehr.

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Um auf diesem Sprachniveau zu bleiben: Peter Dinklage war kurz in Hamburg. Er hat dort "Taxi" gedreht, die Verfilmung des tollen Romans von Karen Duve. Der Stern hat ihn gleich für ein Interview abgefangen und herausbekommen, dass er noch nie in Lohne-Dinklage war und seinen Nachnamen ohnehin lieber "Dinklätsch" ausspricht. Womit das auch geklärt wäre.

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HBO hat seiner neuen Nerd-Comedy Silicon Valley eine sehr schöne Fake Landing Page gegönnt - und die sieht besser aus als die meisten echten.

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Und noch ein TV-Tipp: Heute um 22:35 Uhr auf 3sat gibt es die Gelegenheit, sich mit "Punch Drunk Love" noch einmal an Philip Seymour Hofman zu erinnern.

Und damit ab ins Wochenende!

Freitag, 4. April 2014

Freitags-Flusen: Laues vom Knastarzt und ein Grimme-Märchen

Es ist Freitag! Was war los in der Fernsehlandschaft? Nicht besonders viel - aber ein bisschen was geht immer.

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Gestern Abend lief auf RTL die erste Folge der neuen Serie "Der Knastarzt". Nach der Flopserie der vergangenen Monate haben die strengen Feuilletonisten natürlich ganz genau hingeschaut, und viel Applaus gab es im Vorfeld nicht, um es vorsichtig auszudrücken. Ich finde, es war nicht alles schlecht. Der Cast überschaubar, das Erzähltempo okay, die  Nebenrollen gut besetzt. Und die Szene, in der der Knastarzt einem Röchelnden mit Küchenmesser-Luftröhrenschnitt und ungekochter Penne rigate das Leben rettete - originell. Aber mutig ist sicher etwas anderes. Angefangen von Ausstattung und Look: alles viel zu clean, selbst in den Knastszenen. Der Hauptdarsteller Bernhard Piesk als Dr. Falk: stets bemüht - aber weit entfernt von einem schillernden Charakter, wie man ihn aus guten Serien kennt.
Ach, RTL. Es war ja gut gemeint.

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David Letterman hört auf und verlässt weise die Bühne, bevor er rausgetragen werden muss. Wäre es jetzt nicht einmal an der Zeit, dass eine Frau den Männerclub der Latenight-Macher aufmischt? Emily Shire denkt auf The Daily Beast laut darüber nach. Könnte man ja auch einmal in Deutschland, n'est-ce pas?

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Es ist wie mit schönen Schuhen, ständig kommen welche nach! Wie soll man da standhaft bleiben: Aus den USA kündigen sich schon wieder einige neue Serien an, wie stern.de schreibt. Ich finde "Fargo" mit Martin Freeman (dem Dr. Watson aus Sherlock) und die Krankenhausserie "The Knick" mit Clive Owen, die in New York Anfang des 20. Jahrhunderts spielt, klingen ziemlich gut.

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Und nicht verpassen: Heute wird ab 19 Uhr live auf 3sat der Grimme-Preis verliehen - unter anderem auch an Jan Böhmermann, dessen Neo Magazin sich jetzt leider in die Sommerpause verabschiedet hat. Nach der Verleihung wach zu bleiben lohnt sich auch, dann zeigt 3sat die Trilogie "Drei Leben", für die  Dominik Graf, Christoph Hochhäusler und Christian Petzold 2012 den Grimme-Preis Spezial bekamen.


Und damit: husch, husch ins Wochenende!

Freitag, 21. März 2014

Das deutsche Breaking Bad: Edgy wie eine Flasche Lenor?

Schade, schade, schade, schade, schade. Noch bevor überhaupt eine Sendeminute gelaufen ist, kann man nicht anders als zu befürchten: das deutsche Breaking Bad, um das das ZDF schon so lange geheimniskrämert, wird ungefähr so edgy wie "Um Himmels Willen". Denn es läuft so wie mit der Fettecke von Beuys und der Putzfrau. Die konnte den Dreck auch nicht ertragen und hat einfach alles weggeschrubbt. Am Ende war die Wanne sauber, aber eben keine Kunst mehr.

Oder was soll man sonst von den Details halten, die gerade zum Plot für die Breaking-Bad-artige Miniserie durchsickert? Ein arbeitsloser Grafiker im Taunus druckt im Keller Falschgeld und kriegt Ärger mit der Mafia. Finde den Fehler! Oder: gleich mehrere. Es riecht jetzt schon nach gewienertem Hobbykeller, nach schmunzeligen Verwicklungen und Pizza-Mafia. Und dass man sich mit Falschgelddruck zwar strafbar, aber nicht die Finger schmutzig macht, ist auch klar. Es klingt nett. Aber es hat gar nichts mit Breaking Bad zu tun. Blut, Schweiß, Verzweiflung, Todesängste, das ist der richtig gute Stoff. Da wo es wehtut, wo man kaum hingucken mag. Wo eine Figur nicht mehr im Ansatz political correct ist. Und dafür reicht es eben nicht, eine Serie als Blaupause zu nehmen und so lange weichzuspülen, bis klares Konsenswasser dabei herauskommt.
Das ist so wie die Schirmmütze falsch herum aufzusetzen und zu denken, das sei funky.
Ist es nicht. Aber vielleicht irre ich mich ja auch. Und das wird alles ganz neu und anders. Noch reicht meine Phantasie dafür nicht.

Freitag, 7. März 2014

Freitags-Flusen: Falsche Töne bei Vox und ein Leben nach Marienhof

Freitag, Sonnenschein, alles fein - es fehlt nicht viel und ich fange gleich auch noch an zu singen. Apropos!

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Erinnert sich noch jemand an die kleine feine Fernsehperle Cover my song? Denyo moderierte seinerzeit kleine Battles zwischen Rappern und alten Schlagerstars, die gegenseitig ihre Songs coverten. Dabei kamen tolle Geschichten heraus, auch etwas traurige, und da alle Beteiligten ihre Sachen ziemlich ernst nahmen, kann man das Ganze nur als rundum gelungen bezeichnen. Und was macht VOX? Anstatt "Cover my song" einfach weiterzuführen (an alten Schlagerstars sollte es nicht mangeln), muss es unbedingt neu und größer werden. Und jetzt das: Am 22. April startet "Sing meinen Song - das Tauschkonzert" mit (festhalten!) Sarah Connor, Xavier Naidoo, Roger Cicero....ich höre jetzt lieber auf, bevor ich ohnmächtig vom Stuhl kippe. Was soll das? Und wer kann das ohne körperliche Schmerzen ansehen?

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Die Dänen können es, die Briten können es, die Deutschen versuchen es: Gute Serien zu produzieren. Aber was macht eigentlich der Rest Europas? Die versuchen es auch: Zum Beispiel die Belgier mit der Krimiserie Code 37, die Fälle aus dem Sittendezernat erzählt. Immer mittwochs um 22:30 Uhr auf ZDFneo.

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Im Marienhof gingen ja schon vor einiger Zeit die Lichter aus. Was machen die ganzen Schauspieler denn jetzt eigentlich? Einer zumindest hat eine neue Berufung gefunden: Michael Jäger alias Matthias Kruse hat jetzt in München eine Bar eröffnet.

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Morgen ist Anna Loos zum ersten Mal als Helen Dorn in einer neuen Krimireihe des ZDF zu sehen. Mir ist sie manchmal schon etwas unheimlich, so viel wie sie dreht. Und dann hat sie auch noch einen Putzfimmel, wie sie der Osnabrücker Zeitung brühwarm erzählt hat. Also wirklich.

Und damit geht es in eine kleine Pause: Nächste Woche gibt's keine Freitags-Flusen. Ich bin in Kopenhagen unterwegs, werde dort allerdings keine Bar eröffnen und schon gar nicht putzen. Aber sicher mindestens einmal fernsehen. Versprochen!

Freitag, 28. Februar 2014

Freitags-Flusen: Botox für die Sachsenklinik und Karriereschub für Peter Dinklage

Gebt es zu, ihr habt sie schon vermisst - die Freitags-Flusen! (Wer hat hier gerade "nö" gerufen?) Heute endlich wieder, live und in Farbe: was diese Woche bei mir hängenblieb!

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Man war ja schon geneigt zu glauben, "In aller Freundschaft" sei die einzige Serie, bei der sich nie, aber auch nie etwas ändert. Professor Simoni sah ohnehin schon immer zerknauscht aus, seine anderen Ärztekollegen inzwischen auch. Es hätte bis 2099 so weiterlaufen können, ohne dass man es bemerkt hätte. Und jetzt das: eine Verjüngungskur! Botox für den Fernseh-Dino! Zuerst trifft es Maren Gilzer alias Schwester Yvonne, dann verlässt Ärztin Elena Eichhorn die Sachsenklinik. Und selbst Simoni soll sich langsam zurückziehen. Am Ende verlegen sie das Ganze noch ins hippe Berlin-Mitte. Aber ob das Hauptprogramms-Publikum das mitmacht?

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Huch, da isse wieder: Jennifer Lopez fühlt sich berufen, in einer TV-Serie mitzuspielen. Angeblich hat sie einen Vertrag für das Cop-Drama "Shades of Blue" abgeschlossen. Ob da vielleicht auch eine kleine Rolle für Maren Gilzer...nein?

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Heute geht's endlich wieder los: RTLII zeigt die dritte Staffel "Game of Thrones", diesmal nicht an einem Stück sondern in Doppelfolgen. Ich muss mir vorher unbedingt noch einmal die Karte ansehen, damit ich mich auch zurechtfinde. Übrigens führt Peter Dinklage Gespräche über die Hauptrolle in einer weiteren HBO-Serie.

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Nachdem "Schmidt - Chaos auf Rezept" im hohen Bogen aus dem RTL-Programm geflogen ist, folgt jetzt ein neuer Versuch, endlich einmal mit einer eigenen Serie Fuß zu fassen: "Der Knastarzt" geht am 3. April um 21.15 Uhr mit sechs Folgen on air. Mir schwant nix Gutes....


Und damit: Ab ins Wochenende, Fernsehvolk!

Freitag, 21. Februar 2014

Gewalt in TV-Serien: Wo ist das Limit?

Anders als sonst gibt es heute keine Freitags-Flusen. Das liegt daran, dass mich seit Tagen schon ein Thema umtreibt. Wie viel Gewalt tut dem fiktionalen Erzählen im Fernsehen gut? Dreimal bin ich in den letzten Wochen aus dem Zimmer gegangen, weil ich Gewaltszenen nicht ertragen habe. Bei einer davon wurden mir sogar die Knie weich. Vielleicht wird man mit der Zeit dünnhäutiger. Das kann natürlich sein. Vielleicht gibt es aber auch einen leisen Trend zur minutiös genauen Darstellung von Brutalität - oder sogar eine neue erzählerische Lust daran. Beispiele? Bitte sehr.

In der britischen Serie "Good Cop" wird ein Polizist zum Serienkiller, weil er den Tod seines Kollegen rächen will. Diese Kollege wird gleich zu Beginn derart brutal gequält und zusammengeschlagen, dass sich mir der Magen umdrehte. Nicht nur die Länge dieser Szene war kaum auszuhalten, auch die Geräusche und die Details. Muss man wirklich sehen, wie einem fast toten Menschen noch einmal mit aller Gewalt vor den Kopf getreten wird? Braucht die Geschichte das wirklich, oder wäre sie nicht durch Andeutungen und Aussparungen noch stärker? Was bewegt mich in diesem Moment mehr: der Ekel oder die dramatische Spannung?

Auch die zweite Staffel "Boardwalk Empire" lässt in dieser Hinsicht nicht viel aus - und das selbst in den Folgen, die nicht erst ab 18 empfohlen werden. Brennende Menschen brennen sichtbar. Hälse werden langsam und fast genüsslich durchgeschnitten. Ein Knastinsasse wird verprügelt und ebenfalls mit Tritten auf den Kopf getötet. Wie anrührend erzählen die Autoren dagegen die Figur des Kriegsinvaliden, der im Gefecht sein halbes Gesicht verloren hat. Er trägt dort, wo eine Lücke klafft, eine gespenstische Maske. Wie es passiert ist, bleibt der Phantasie überlassen, und die kann ja oft schon schrecklich genug sein. Bei allem Lob: Auch den Köln-Tatort "Franziska" habe ich nicht bis zum Ende ausgehalten. Am Schluss habe ich nur noch die Twitter-Timeline verfolgt, und konnte trotzdem nicht schlafen.

Geht das nur mir so? Ich will mich entspannt auf die Geschichte einlassen, und nicht vor Schreck vom Sofa fallen. Ich will selbst entscheiden können, wie tief ich in den Abgrund schaue. Gebt mir mein Kopfkino zurück!

Freitag, 7. Februar 2014

Freitags-Flusen: Fernsehen rettet Leben und das Intro des Jahres steht fest

Ein Hauch von Fernsehfrühling liegt in der Luft - neue Serien knospen und die Luft im Wohnzimmer riecht so frisch. Denkt euch diese Freitags-Flusen in zartem Grün!

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Von den Kritikern hoch gelobt, von den Zuschauern verschmäht: Die neue Show von Michael J. Fox steht offenbar vor dem Aus. Fraglich, ob wir sie in Deutschland überhaupt je zu sehen bekommen - sehr schade.

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Auch ein Quotenstiefkind: Die neue Serie "Schmitt - Chaos auf Rezept". Gegen GNTM tat sich der Serienneuling schwer, knapp über 2 Millionen schalteten ein.

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Fernsehen kann Leben retten: Wie Stern-Online schreibt, hat ein Arzt einen Patienten geheilt, weil er sich an eine Folge Dr. House erinnerte. Und ich möchte ergänzen: Augen auf beim Hüftkopf-Kauf!

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Hat jemand gestern "Secret State" auf ARTE gesehen? So richtig kam die Polit-Miniserie nicht aus den Hufen. Zuviel Strategie, zu wenig Emotion. Gewinner des Abends: Das Neo Magazin, das mit einer tollen ersten Ausgabe in die zweite Staffel startete. Man beachte das Intro mit jeder Menge Referenzen an Kill Bill, Clockwork Orange und Zurück in die Zukunft. Und einer Palina Rojinski als Königin der Ureinwanderer.

Montag, 3. Februar 2014

Der Dschungeltrash geht, Olli Schulz kommt

Mit dem hochspannenden Dortmund-Tatort im Rücken geht's hinein in eine wirklich vielversprechende Fernsehwoche. Endlich kein #ibes mehr! Olli Schulz klettert wieder in die Kiste und lässt sich für Schulz in the box an kuriosen Orten aussetzen: wo er landet, seht ihr heute ab 22:10 Uhr auf Pro7. Danach starten zwei Serien, denen man zumindest eine Chance geben sollte: Schmidt - Chaos auf Rezept ab Donnerstag um 21.15 Uhr auf RTL, mit Lucas Gregorowicz als Kiez-Arzt. Am Tag darauf um die gleiche Zeit geht die Anwaltsserie Suits auf VOX on air. Wer Männer statt in Anzügen lieber in Legg-hims sieht, streamt Donnerstag das Neo Magazin, dem ZDFneo eine zweite Staffel gönnt. Why not?

Freitag, 24. Januar 2014

Freitags-Flusen: Broad City, Lanz und smarte Suits

Das Tolle an so einem Blog ist ja: Du kannst dich getrost über dies, das und jenes auslassen. Ohne dass Markus Lanz dir ständig ins Wort fällt! Plappere ich also ein wenig über die News der Woche.

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In New York ist neben den "Girls" von Lena Dunham noch viel Platz für weitere durchgeknallte Twens, die sich durchs Leben hangeln: Vergangenen Mittwoch startete auf Comedy Central Broad City, von Abbi Jacobson and Ilana Glazer ursprünglich als Webserie konzipiert. Ich finden den Trailer sehr vielversprechend.

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Die Anwaltsserie ist sozusagen die Handtasche der Fernsehsender: Man kann getrost noch eine kaufen, auch wenn man schon fünf bis zehn im Schrank hat. So geschehen mit "Suits", zu sehen ab 7. Februar auf VOX (Businesspeople aufgepasst: da werden Outfits verlost!). Ein Playboy und ein Hochstapler widmen sich in einer Hochglanz-Kanzlei diversen skurrilen Fällen. Das klingt mäßig aufregend, ist aber gar nicht so schlecht: Gabriel Macht und Patrick J. Adams werfen sich gekonnt die Bälle zu, die Dialoge sitzen so gut wie die Maßanzüge. Ich habe mich definitiv schon schlechter unterhalten gefühlt.

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Dass er gut sitzt, auf seinem Talkshow-Moderatorensessel, war bei Markus Lanz bisher keine Frage. Doch das hat sich geändert, seit er Sahra Wagenknecht seiner persönlichen Rumpelstilzchen-Behandlung unterzogen hat. Den Ausschnitt verlinke ich hier lieber nicht, man erträgt es nicht länger als eine halbe Minute. Matthias Onken, früher bei der BILD und nach einem Burn Out ausgeschieden, orakelt in der w&v, ob Lanz noch zu retten ist.

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Nie mehr Igelschnute: Diese Woche kam das Aus für den Leipzig-Tatort mit Simone Thomalla und Martin Wuttke. Nicht wirklich überraschend, wirklich locker gespielt hatten sich die beiden nie. Wuttke gehört einfach ans Theater und Thomalla....ist eben Thomalla.

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Und noch ein TV-Tipp für heute Abend: Allen, denen das Dschungelcamp zu kleingeistig ist, sei Tall Girls um 22.30 Uhr auf ARTE empfohlen. Große Frauen erzählen, wie das so ist.

Freitag, 17. Januar 2014

Freitags-Flusen: Lena Dunham auf der Vogue und #ibes in den Wohnzimmern

Hey, da sind sie wieder, die Freitagsflusen! What's up, TV?

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Nicht, dass ich zu den klassischen Vogue-Leserinnen zählen würde. Aber DAS finde ich ja dann doch bemerkenswert: Lena Dunham wird das Februar-Cover der US-Ausgabe zieren. Womit klar ist dass ich a) dieses Heft brauche und b) das gepunktete Hemd. Und nachdem ich Folge 1 und 2 der dritten Staffel bereits gesehen habe, darf ich soviel verraten: Ja, Hannas Trommelfell ist wieder heil. Und ja, es gibt ein Wiedersehen mit Jessa.

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Es nützt ja alles nichts, der Januar ist einfach der Monat der guilty pleasures. Wozu natürlich auch das Dschungelcamp gehört. Gag-Autor Mickey Beisenherz gibt in einem seiner zahlreichen Interviews  Einblick in die Arbeitsweise der Show, die er zurecht als liebevoll bezeichnen darf. #ibes as #ibes can!

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Sehr schade: RTL hat "Made in Germany" gleich nach der ersten Ausstrahlung ins Nachmittagsprogramm verbannt. Quote vor Inhalt, das überrascht natürlich nicht wirklich. Doch wenn RTL sich schon dafür entscheidet, das bewundernswerte Projekt von Sina Trinkwalder zu unterstützen, dann doch bitte mit etwas mehr Mut. So war es sicher für alle Beteiligten enttäuschend.

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Der nächste Serien-Hype taucht am Horizont auf: in True Detective ermittelt das Duo aus Matthew McConaughey (immer muss ich nachsehen, wie man den schreibt, immer!) und Woody Harrelson in einem Ritualmordfall in Louisiana. Das Ganze spielt auf zwei Zeitebenen: der ersten Ermittelung 1995 und einer Befragung der beiden Cops 17 Jahre später.

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Und noch ein Tipp: Selbst wer die Lindenstraße hasst, sollte derzeit mal einen Blick riskieren. Adam Bousdoukos als neuen Akropolis-Kellner Manolis zu besetzen war eine mehr als großartige Idee.

Freitag, 10. Januar 2014

Freitags-Flusen: Tatortreiniger wischt letzte Zweifel weg

Ein herzliches Hallo aus der Gefahrenzone! Wir werden bewacht wie Fort Knox, aber man kann hier dennoch eine Menge Spaß haben. Schließlich gab es wieder neue Folgen vom Tatortreiniger! Und genau diesem widme ich diesmal eine monothematische Ausgabe der Freitags-Flusen.

Daran, dass die Serie irre komisch und mit sehr viel Liebe und Herzblut gemacht ist, bestand bisher kein Zweifel. Jetzt sind auch noch die Quoten fantastisch. Es sollte also auch der Letzte inzwischen bemerkt haben, dass diese Produktion mehr verdient hat, als im Spätprogramm versteckt zu werden. Jetzt wäre es an der Zeit, Respekt vor dem Erfolg zu zeigen und für weitere Folgen mehr Budget locker zu machen. Aber mit dem Respekt ist das so eine Sache: denn der wird in den Rundfunkanstalten des Ersten offenbar nicht gerade säckeweise verteilt. Konsequenterweise hat Bjarne Mädel daher den Dienst in "Mord mit Aussicht" quittiert: Sein Protest mit den Füßen gegen die andauernde Verkürzung der Drehtage und die generelle Wurschtigkeit der Verantwortlichen ist für mich die Nachricht der Woche. Nicht jeder, der es sich leisten kann so offen darüber zu sprechen, tut es auch.

Ein kleiner Appetithappen: Florian Lukas bei den Dreharbeiten

Mittwoch, 8. Januar 2014

Matt glänzend: Downton Abbey Staffel 4

+++ACHTUNG: Dieser Post enthält SPOILER zur dritten und vierten Staffel Downton Abbey - wer sie noch nicht gesehen hat, liest jetzt besser nicht weiter.+++


Oh mein Gott, Matthew! Ganz England verfiel nach dem Christmas Special 2012 in Schockstarre. Der smarte Mr. Crawley kam auf der Rückfahrt aus dem Krankenhaus bei einem Autounfall ums Leben, nachdem er just seinen frisch geborenen Sohn bewundert hatte. Schwer vorstellbar, dass die vierte Staffel ohne Matthew jemals so gut werden könnte wie zuvor. Und doch - es funktioniert. Sehr gut sogar.

Diese Staffel gehört den Frauen. Denn hier liegt eine große Stärke von Autor Julian Fellowes: Er kann sich in weibliche Charaktere hineinfühlen und gibt ihnen Raum zum Atmen. Natürlich muss er den Faden wieder aufnehmen und die trauernde Mary zeigen. Aber er lässt sie nicht darin ertrinken: Schnell gibt er ihr neue Aufgaben, und auch neue Verehrer stehen bald auf der Matte. Doch noch entscheidet sie sich weder für den smarten Mr. Gillingham noch für Mr. Blake, der vieles mit Matthew gemeinsam zu haben scheint. Hier wird sich in Staffel 5 sicher einiges tun.

Besonders übel mitgespielt wird diesmal Anna, die im Dienstbotentrakt vergewaltig wird, während die anderen Bewohner und Kollegen weiter oben einer Gesangsdarbietung von Nelly Melba (Kiri Te Kanawa) lauschen. Kaum auszuhalten, wie in dieser Szene Annas Schreie und die Stimme der Sopranistin ineinander geschnitten werden. Anna wird noch lange unter diesem Trauma leiden, zumal sie mit Bates keinen besonders berechenbaren Charakter an ihrer Seite weiß - was wird er tun, wenn er den Täter findet?

Dass Edith in dieser Staffel mehr Szenen bekommt, hatte ich erwartet - nicht hingegen, dass sie ein zweites Mal in einer Warteschleife gefangen sein würde. Nach der gefloppten Heirat mit Sir Anthony Strallan ist es nun Michael Gregson, der gewollt oder ungewollt ein Happy End verhindert. Nur hat dies diesmal größere Konsequenzen, die Edith erwachsen werden lassen.

Auch die anderen Charaktere sind wie immer liebevoll gezeichnet: Daisy klärt ihr Verhältnis zu Alfred, Mrs. Hughes und Carson stützen sich gegenseitig (und bekommen ein zauberhaftes Schlussbild), Thomas intrigiert auf bewährte Art und Weise und Mr. Molsley wird - obwohl er sich höchst ungeschickt verhält - von allen mitgezogen. Rose McClare testet ihre Grenzen aus und bandelt mit dem farbigen Sänger einer Jazzband an. Nur Tom Branson wirkt seltsam unentschlossen. Er schwankt zwischen Bleiben oder Gehen, fühlt sich mal zugehörig, dann wieder nicht. Auch sein Anbändeln mit einer Lehrerin wirkt eher leidenschaftlos. Vielleicht ist Fellowes bei der Vielzahl seiner Charaktere hier einfach die Luft ausgegangen. Es sei ihm verziehen.

Nicht zuletzt überzeugt die vierte Staffel auch optisch. Sei es durch die wie immer liebevolle Wahl der Kostüme (man beachte Ediths Abendgarderobe, als sie sich mit Gregson im Restaurant trifft) oder die Darstellung von Festen, Bazaren und Empfängen. Einmal geht es sogar vor den Thron des Königs. Ich verbeuge mich: vor dem Ideenreichtum, der Wärme und der Liebe zum Detail, den auch die 4. Staffel wieder mit sich bringt. Die großen Dramen bleiben aus. Aber auch so macht es Spaß, den Granthams einfach beim Leben zuzusehen.