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Freitag, 24. Januar 2014

Freitags-Flusen: Broad City, Lanz und smarte Suits

Das Tolle an so einem Blog ist ja: Du kannst dich getrost über dies, das und jenes auslassen. Ohne dass Markus Lanz dir ständig ins Wort fällt! Plappere ich also ein wenig über die News der Woche.

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In New York ist neben den "Girls" von Lena Dunham noch viel Platz für weitere durchgeknallte Twens, die sich durchs Leben hangeln: Vergangenen Mittwoch startete auf Comedy Central Broad City, von Abbi Jacobson and Ilana Glazer ursprünglich als Webserie konzipiert. Ich finden den Trailer sehr vielversprechend.

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Die Anwaltsserie ist sozusagen die Handtasche der Fernsehsender: Man kann getrost noch eine kaufen, auch wenn man schon fünf bis zehn im Schrank hat. So geschehen mit "Suits", zu sehen ab 7. Februar auf VOX (Businesspeople aufgepasst: da werden Outfits verlost!). Ein Playboy und ein Hochstapler widmen sich in einer Hochglanz-Kanzlei diversen skurrilen Fällen. Das klingt mäßig aufregend, ist aber gar nicht so schlecht: Gabriel Macht und Patrick J. Adams werfen sich gekonnt die Bälle zu, die Dialoge sitzen so gut wie die Maßanzüge. Ich habe mich definitiv schon schlechter unterhalten gefühlt.

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Dass er gut sitzt, auf seinem Talkshow-Moderatorensessel, war bei Markus Lanz bisher keine Frage. Doch das hat sich geändert, seit er Sahra Wagenknecht seiner persönlichen Rumpelstilzchen-Behandlung unterzogen hat. Den Ausschnitt verlinke ich hier lieber nicht, man erträgt es nicht länger als eine halbe Minute. Matthias Onken, früher bei der BILD und nach einem Burn Out ausgeschieden, orakelt in der w&v, ob Lanz noch zu retten ist.

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Nie mehr Igelschnute: Diese Woche kam das Aus für den Leipzig-Tatort mit Simone Thomalla und Martin Wuttke. Nicht wirklich überraschend, wirklich locker gespielt hatten sich die beiden nie. Wuttke gehört einfach ans Theater und Thomalla....ist eben Thomalla.

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Und noch ein TV-Tipp für heute Abend: Allen, denen das Dschungelcamp zu kleingeistig ist, sei Tall Girls um 22.30 Uhr auf ARTE empfohlen. Große Frauen erzählen, wie das so ist.

Freitag, 17. Januar 2014

Freitags-Flusen: Lena Dunham auf der Vogue und #ibes in den Wohnzimmern

Hey, da sind sie wieder, die Freitagsflusen! What's up, TV?

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Nicht, dass ich zu den klassischen Vogue-Leserinnen zählen würde. Aber DAS finde ich ja dann doch bemerkenswert: Lena Dunham wird das Februar-Cover der US-Ausgabe zieren. Womit klar ist dass ich a) dieses Heft brauche und b) das gepunktete Hemd. Und nachdem ich Folge 1 und 2 der dritten Staffel bereits gesehen habe, darf ich soviel verraten: Ja, Hannas Trommelfell ist wieder heil. Und ja, es gibt ein Wiedersehen mit Jessa.

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Es nützt ja alles nichts, der Januar ist einfach der Monat der guilty pleasures. Wozu natürlich auch das Dschungelcamp gehört. Gag-Autor Mickey Beisenherz gibt in einem seiner zahlreichen Interviews  Einblick in die Arbeitsweise der Show, die er zurecht als liebevoll bezeichnen darf. #ibes as #ibes can!

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Sehr schade: RTL hat "Made in Germany" gleich nach der ersten Ausstrahlung ins Nachmittagsprogramm verbannt. Quote vor Inhalt, das überrascht natürlich nicht wirklich. Doch wenn RTL sich schon dafür entscheidet, das bewundernswerte Projekt von Sina Trinkwalder zu unterstützen, dann doch bitte mit etwas mehr Mut. So war es sicher für alle Beteiligten enttäuschend.

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Der nächste Serien-Hype taucht am Horizont auf: in True Detective ermittelt das Duo aus Matthew McConaughey (immer muss ich nachsehen, wie man den schreibt, immer!) und Woody Harrelson in einem Ritualmordfall in Louisiana. Das Ganze spielt auf zwei Zeitebenen: der ersten Ermittelung 1995 und einer Befragung der beiden Cops 17 Jahre später.

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Und noch ein Tipp: Selbst wer die Lindenstraße hasst, sollte derzeit mal einen Blick riskieren. Adam Bousdoukos als neuen Akropolis-Kellner Manolis zu besetzen war eine mehr als großartige Idee.

Freitag, 10. Januar 2014

Freitags-Flusen: Tatortreiniger wischt letzte Zweifel weg

Ein herzliches Hallo aus der Gefahrenzone! Wir werden bewacht wie Fort Knox, aber man kann hier dennoch eine Menge Spaß haben. Schließlich gab es wieder neue Folgen vom Tatortreiniger! Und genau diesem widme ich diesmal eine monothematische Ausgabe der Freitags-Flusen.

Daran, dass die Serie irre komisch und mit sehr viel Liebe und Herzblut gemacht ist, bestand bisher kein Zweifel. Jetzt sind auch noch die Quoten fantastisch. Es sollte also auch der Letzte inzwischen bemerkt haben, dass diese Produktion mehr verdient hat, als im Spätprogramm versteckt zu werden. Jetzt wäre es an der Zeit, Respekt vor dem Erfolg zu zeigen und für weitere Folgen mehr Budget locker zu machen. Aber mit dem Respekt ist das so eine Sache: denn der wird in den Rundfunkanstalten des Ersten offenbar nicht gerade säckeweise verteilt. Konsequenterweise hat Bjarne Mädel daher den Dienst in "Mord mit Aussicht" quittiert: Sein Protest mit den Füßen gegen die andauernde Verkürzung der Drehtage und die generelle Wurschtigkeit der Verantwortlichen ist für mich die Nachricht der Woche. Nicht jeder, der es sich leisten kann so offen darüber zu sprechen, tut es auch.

Ein kleiner Appetithappen: Florian Lukas bei den Dreharbeiten

Mittwoch, 8. Januar 2014

Matt glänzend: Downton Abbey Staffel 4

+++ACHTUNG: Dieser Post enthält SPOILER zur dritten und vierten Staffel Downton Abbey - wer sie noch nicht gesehen hat, liest jetzt besser nicht weiter.+++


Oh mein Gott, Matthew! Ganz England verfiel nach dem Christmas Special 2012 in Schockstarre. Der smarte Mr. Crawley kam auf der Rückfahrt aus dem Krankenhaus bei einem Autounfall ums Leben, nachdem er just seinen frisch geborenen Sohn bewundert hatte. Schwer vorstellbar, dass die vierte Staffel ohne Matthew jemals so gut werden könnte wie zuvor. Und doch - es funktioniert. Sehr gut sogar.

Diese Staffel gehört den Frauen. Denn hier liegt eine große Stärke von Autor Julian Fellowes: Er kann sich in weibliche Charaktere hineinfühlen und gibt ihnen Raum zum Atmen. Natürlich muss er den Faden wieder aufnehmen und die trauernde Mary zeigen. Aber er lässt sie nicht darin ertrinken: Schnell gibt er ihr neue Aufgaben, und auch neue Verehrer stehen bald auf der Matte. Doch noch entscheidet sie sich weder für den smarten Mr. Gillingham noch für Mr. Blake, der vieles mit Matthew gemeinsam zu haben scheint. Hier wird sich in Staffel 5 sicher einiges tun.

Besonders übel mitgespielt wird diesmal Anna, die im Dienstbotentrakt vergewaltig wird, während die anderen Bewohner und Kollegen weiter oben einer Gesangsdarbietung von Nelly Melba (Kiri Te Kanawa) lauschen. Kaum auszuhalten, wie in dieser Szene Annas Schreie und die Stimme der Sopranistin ineinander geschnitten werden. Anna wird noch lange unter diesem Trauma leiden, zumal sie mit Bates keinen besonders berechenbaren Charakter an ihrer Seite weiß - was wird er tun, wenn er den Täter findet?

Dass Edith in dieser Staffel mehr Szenen bekommt, hatte ich erwartet - nicht hingegen, dass sie ein zweites Mal in einer Warteschleife gefangen sein würde. Nach der gefloppten Heirat mit Sir Anthony Strallan ist es nun Michael Gregson, der gewollt oder ungewollt ein Happy End verhindert. Nur hat dies diesmal größere Konsequenzen, die Edith erwachsen werden lassen.

Auch die anderen Charaktere sind wie immer liebevoll gezeichnet: Daisy klärt ihr Verhältnis zu Alfred, Mrs. Hughes und Carson stützen sich gegenseitig (und bekommen ein zauberhaftes Schlussbild), Thomas intrigiert auf bewährte Art und Weise und Mr. Molsley wird - obwohl er sich höchst ungeschickt verhält - von allen mitgezogen. Rose McClare testet ihre Grenzen aus und bandelt mit dem farbigen Sänger einer Jazzband an. Nur Tom Branson wirkt seltsam unentschlossen. Er schwankt zwischen Bleiben oder Gehen, fühlt sich mal zugehörig, dann wieder nicht. Auch sein Anbändeln mit einer Lehrerin wirkt eher leidenschaftlos. Vielleicht ist Fellowes bei der Vielzahl seiner Charaktere hier einfach die Luft ausgegangen. Es sei ihm verziehen.

Nicht zuletzt überzeugt die vierte Staffel auch optisch. Sei es durch die wie immer liebevolle Wahl der Kostüme (man beachte Ediths Abendgarderobe, als sie sich mit Gregson im Restaurant trifft) oder die Darstellung von Festen, Bazaren und Empfängen. Einmal geht es sogar vor den Thron des Königs. Ich verbeuge mich: vor dem Ideenreichtum, der Wärme und der Liebe zum Detail, den auch die 4. Staffel wieder mit sich bringt. Die großen Dramen bleiben aus. Aber auch so macht es Spaß, den Granthams einfach beim Leben zuzusehen.