Google+ Followers

Freitag, 21. März 2014

Das deutsche Breaking Bad: Edgy wie eine Flasche Lenor?

Schade, schade, schade, schade, schade. Noch bevor überhaupt eine Sendeminute gelaufen ist, kann man nicht anders als zu befürchten: das deutsche Breaking Bad, um das das ZDF schon so lange geheimniskrämert, wird ungefähr so edgy wie "Um Himmels Willen". Denn es läuft so wie mit der Fettecke von Beuys und der Putzfrau. Die konnte den Dreck auch nicht ertragen und hat einfach alles weggeschrubbt. Am Ende war die Wanne sauber, aber eben keine Kunst mehr.

Oder was soll man sonst von den Details halten, die gerade zum Plot für die Breaking-Bad-artige Miniserie durchsickert? Ein arbeitsloser Grafiker im Taunus druckt im Keller Falschgeld und kriegt Ärger mit der Mafia. Finde den Fehler! Oder: gleich mehrere. Es riecht jetzt schon nach gewienertem Hobbykeller, nach schmunzeligen Verwicklungen und Pizza-Mafia. Und dass man sich mit Falschgelddruck zwar strafbar, aber nicht die Finger schmutzig macht, ist auch klar. Es klingt nett. Aber es hat gar nichts mit Breaking Bad zu tun. Blut, Schweiß, Verzweiflung, Todesängste, das ist der richtig gute Stoff. Da wo es wehtut, wo man kaum hingucken mag. Wo eine Figur nicht mehr im Ansatz political correct ist. Und dafür reicht es eben nicht, eine Serie als Blaupause zu nehmen und so lange weichzuspülen, bis klares Konsenswasser dabei herauskommt.
Das ist so wie die Schirmmütze falsch herum aufzusetzen und zu denken, das sei funky.
Ist es nicht. Aber vielleicht irre ich mich ja auch. Und das wird alles ganz neu und anders. Noch reicht meine Phantasie dafür nicht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen