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Donnerstag, 22. Januar 2015

Amazon Pilot Season: Diese Serien lohnen sich

Orrr, jetzt schreibt die schon wieder was über Amazon? Entschuldigt bitte, aber da müsst ihr jetzt durch. Und zwar weil die Serienpiloten auf Amazon Instant Video, die am 15. Januar gestartet sind, wirklich etwas können. Sieben stehen zur Wahl, und man darf darüber abstimmen, welcher Stoff weitergedreht werden soll. Qualitativ gesehen könnten das alle sieben sein - es sind alles andere als Billigproduktionen, und immerhin haben unter anderem Leute wie Frank Sponitz (Akte X) und Ridley Scott mitgewirkt.

Cocked: "Family is like a loaded gun"
Mir hat es ganz besonders Cocked angetan: die Dramedy über eine Waffenhändler-Familie. Dabei habe ich absolut kein Faible für Serien, in denen ständig jemand eine Wumme in der Hand hat - im Gegenteil. Aber hier wird der ganze Waffenfanatismus so herrlich ad absurdum geführt, dass es schon wieder gut ist. Jason Lee ("My Name is Earl") spielt den abgefuckten Sohn des Waffenhändlers Paxon (Brian Dennehy), der zwischen Frauen und Koks durchs Leben trudelt und außer Waffen keine wirkliche Leidenschaft zu haben scheint.

Sein Bruder Richard ist das genaue Gegenteil: aufgeräumt, im Job als Wirtschaftsberater leidlich erfolgreich, Frau und zwei Kinder im netten Eigenheim. Doch dann wird sein Leben auf den Kopf gestellt (warum sei hier nicht verraten), und er muss nach über zwanzig Jahren wieder in seine Heimat reisen, um Paxon's vor dem Bankrott zu retten. Dafür kommt ihm eine geniale Marketing-Idee: Waffen für die Gay-Community. Das Ganze ist sehr komisch und zugleich traurig erzählt, denn es geht auch um ein schwieriges Bruderverhältnis und dunkle Familiengeheimnisse. Meine Stimme hat die Serie!

Der Trailer zu "Cocked"



Ebenfalls empfehlenswert: The Man in the High Castle nach einem Roman von Philip K. Dick. Wie wäre es mit den USA weitergegangen, wenn Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg gewonnen hätten? Düster erzählt, aber sehr spannend. Down Dog hat mich auch sehr gut unterhalten: ein dauerbekiffter Yogalehrer am Venice Beach muss sein Leben auf die Reihe kriegen. Den Hippie-Vater spielt Kris Kristofferson.

Übrigens hat Amazon vergangene Woche seine ersten Golden Globes gewonnen, und das völlig zu Recht: Transparent ist absolut sehenswert. Jill Soloway, die ja auch schon das grandiose United States of Tara kreiert hat, erzählt die Geschichte einer Familie, in der alle nach ihrer sexuellen Orientierung suchen. Vater Morten Pfeffermann (Jeffrey Tambor) entschließt sich nach Jahrzehnten, endlich als Maura und damit als Frau zu leben. Toll spielt hier wieder einmal Gaby Hoffmann (Adams Schwester in "Girls") als durchgeknallte Tochter Ali.

Wenn dann demnächst auch noch Woody Allen seine erste Serie mit Amazon produziert - dann wird es wirklich schwer, sie nicht dafür zu mögen.

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