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Donnerstag, 17. September 2015

Warum man jetzt "Le Havre" von Aki Kaurismäki sehen sollte

Als Fernsehbloggerin etwas über die Situation der Flüchtlinge zu schreiben, kommt mir sehr vermessen vor. Oder nennen wir es ganz altmodisch Demut. Deshalb möchte ich wenigstens einen Filmtipp beisteuern, der vielleicht noch nie so gut gepasst hat wie jetzt gerade.

"Le Havre" von Aki Kaurismäki ist eine Tragikomödie aus dem Jahr 2011 und spielt in der gleichnamigen französischen Hafenstadt. Hier lebt Marcel Marx, der - anstatt Bücher zu schreiben wie eigentlich geplant- , seinen Lebensunterhalt als Schuhputzer verdient. Ein bescheidenes Leben zwischen einem sehr kleinen Häuschen, in dem er mit Ehefrau Arletty unter ärmlichen Bedingungen wohnt, und seiner Stammkneipe, in der er abends herumhängt.

Dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Bei Marcels Frau wird Krebs festgestellt, sie kommt ins Krankenhaus. Und Marcel entdeckt in der Mittagspause Idrissa, einen Flüchtlingsjungen, der im Hafenbecken schwimmt und ihn fragt, ob er in London sei. Kurz davor ist er aus einem Container entkommen, der ihn aus dem Gabun in ein anderes Leben bringen sollte. Die Polizei sucht nach ihm, und Marcel nimmt ihn unter seine Fittiche. Er versteckt ihn und schmiedet Pläne, um Idrissa doch noch nach London zu bringen.

Was mir an "Le Havre" so gefällt: Es passiert alles unaufgeregt. Marcel macht seine Sache so gut, wie er es eben kann - und so hilft er Idrissa am meisten. Und von diesem Unaufgeregten, davon können wir uns alle etwas abgucken.

Wer diesen Film also zu fassen kriegt - unbedingt ansehen. Oder ein wenig warten: Arte zeigt "Le Havre" am 17. November um 20.15 Uhr.


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