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Donnerstag, 6. Oktober 2016

Crisis in Six Scenes: Ach, Woody!

Eines muss man Woody Allen lassen: Er hatte schon vorher angekündigt, dass er Serien eigentlich nicht kann. Jede Sekunde habe er bereut, das Angebot angenommen zu haben. Nun weiß man aber auch, dass künstlerisch Hochbegabte wie Woody Allen gern einmal dazu neigen, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, damit Kritik im Falle eines Falles nicht so weh tut. Pech für Woody: Die Erwartung an seine erste Serie für Amazon Prime namens Crisis in Six Scenes waren unverändert hoch. Und dann, nun ja, hat er einfach Recht behalten.

An dieser Serie ist leider so gar nichts gut: Weder die Besetzung, noch die Story noch die Dialoge - von wenigen kleinen Lichtblicken abgesehen. Kann man ihm das vorwerfen? Nein: Denn eigentlich hat Allen hier gar keine Serie produziert. Es ist ein Langfilm, der wie ein Kuchen einfach in sechs Teile bzw. Folgen zerschnitten wurde. Er hat einfach so gedacht wie immer, und im Ganzen würde seine Produktion vielleicht sogar als eines seiner mittelmäßigeren Werke durchgehen. So aber wurde ein Spannungsbogen von mehreren Stunden zum Häppchen-Desaster. Was für eine sehr gute Serie Pflicht ist - jede einzelne Folge wie einen kleinen Film mit Krisen und Wendepunkten zu konstruieren - fehlt hier einfach komplett. Miley Cyrus gibt sich redlich Mühe, das Ganze herauszureißen - überzeugt als Revoluzzerin, die bei einem Ehepaar Unterschlupf sucht, aber nur wenig. Und völlig rätselhaft bleibt die Besetzung der Ehefrau mit Elaine May. Als Autorin und Regisseurin ist sie eine Legende (unter anderem hat sie "Tootsie" geschrieben"), geschauspielert hat sie auch. Allen hat sie einmal als Genie bezeichnet. In "Crisis in Six Scenes" spielt sie einfach nur hölzern. Aber seht selbst.